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Ist der (Fleischer/Metzger) Meistertitel noch was Wert?

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  • Ist der (Fleischer/Metzger) Meistertitel noch was Wert?

    Hallo

    Der Titel hört sich etwas krass an, soll auch etwas provozieren. ich habe in letzter Zeit immer mehr das gefühl, das der gute Meisterbrief an Wert verliert. Sieht man sich die Stellenanzeigen an, werden erst Techniker gesucht, und nur als anhang wird auch ein Meister gesucht. Irgendwie will alle Welt nur noch studierte.
    Was meint ihr zu dieser Entwicklung?

    Kann es auch sein das das Niveau an den Meisterschulen gesunken ist, und die Prüfungsanforderungen gesenkt wurden?
    Zuletzt geändert von Ivan Besser; 19.04.2016, 15:43. Grund: Überschrift mit "Fleischer/Metzger" ergänzt, da zutreffender

  • #2
    Ich unterscheide zwischen Meister und Meistertitel. Ich kenne sehr viele Meister, die auch ohne Meistertitel einen unwahrscheinlichen praktischen Erfahrungsschatz hätten/haben – wo ich noch immer mit Respekt nach oben schaue und der die Übernahme von unternehmerischer Verantwortung ermöglicht hat. Ein sehr guter Freund unserer Technikerschule ist „nur“ Metzger und als Betriebsleiter für 280 Millionen Warenproduktion verantwortlich. Ich kenne auch Techniker – sogar solche, die aus unserem Hause kommen – denen ich die Übernahme von Verantwortung nicht zutraue. Warum?

    Ich erkläre es immer an drei Säulen, ab wann ein junger Mensch für die Fleischbranche (trifft garantiert auf das gesamte produzierende Gewerbe/Industrie zu) zur Übernahme von unternehmerischer Verantwortung interessant wird.

    Die erste Säuleist für mich die s.g. berufliche Grundkompetenz. Dies sind die unterschiedlichsten handwerklichen oder maschinentechnischen Fähigkeiten (inklusive Produktkunde!!!), die sich ein Auszubildender während der Ausbildung aneignet und danach über seinem weiteren Berufsweg mehr oder weniger vertieft. Umso besser dieses Rüstzeug ist – umso eher wird sich dieser junge Mensch nach einer beruflichen Weiterbildung den entsprechenden Respekt erarbeiten. Sprich – einen Zerlegebaum in einem Warenwirtschaftssystem – als Basis für die Planung und Kontrolle – kann nach meiner Meinung nur einer erarbeiten bzw. unter dessen Mitwirkung erarbeitet werden, der mit dem Messer am Tisch/Band gestanden hat. Trifft für alle anderen Prozesse auch zu.

    Die zweite Säule ist die Sozialkompetenz. Die wird geprägt durch das Elternhaus und das berufliche Umfeld. Jeder Auszubildende lernt sehr schnell sich einzuordnen, auch unterzuordnen und die ganze Bandbreite der zwischenmenschlichen Beziehungen im Arbeitsumfeld kennen. Nur Schule, anschließendes Studium (im Gegensatz zu früher ohne Bund) können oft vorhandene Defizite nicht abstellen. Wenn sich diese verfestigt haben (wegen fehlender Konfrontation in jungen Jahren mit der Praxis) können Mängel ein absolutes k.o. Kriterium sein. Übrigens, im Gegensatz zu Wuschel habe ich am Band eine Sozialisierung erfahren – warum? Ich hatte mit 15 Jahren Träume – war Abiturient, Elite, Karriere (damals bis max. 10% Abi) – und dann schlägt man am Schlachtband auf. Es erfolgt eine Erdung – ohne die hätte ich garantiert einen anderen Entwicklungsweg genommen.

    Die dritte Säule ist die berufliche Fachkompetenz. Sprich – inwieweit wurden über Schulungen, Weiterbildungen aber auch längeren Ausbildungseinheiten die Basis für ein prozessbezogenes Wissen gelegt, welches den Ansprüchen einer gesamteinheitlichen Betrachtung von komplexen Vorgängen genügt.

    Jede dieser drei Säulen sind gleichberechtigt, ist eine nicht ausreichend entwickelt gibt es Probleme bei der Vermarktung des bisherigen beruflichen Werdegangs – oder muss über Stärken einer anderen Säule ausgeglichen werden.

    Sorry – jetzt komme ich leider erst zur Beantwortung Ihrer Frage. Ich erzähle Ihnen als Gedächtnisprotokoll eine kleine Geschichte. Beim Fleischkongress 2014 durfte ich ein Gespräch von einem Dozenten einer Meisterschule und einem Unternehmen der Verpackungstechnik beiwohnen. Hierbei wurde von diesem Dozenten festgestellt, dass die Verpackung doch einen immer größeren Rahmen einnimmt (2014!!!) und er plant, dies im Rahmen der Meisterausbildung zu integrieren. Mit der Bitte um Unterstützung. Die Ausbildungskonzeption zum Fleischtechniker beinhaltet kein Fach Verpackungstechnik – wir unterrichten die Inhalte im Prozess (inklusive Recht). Ich würde grob schätzen – macht rund 160 Unterrichtsstunden in zwei Jahren aus – wird durch abgestimmte Schulungen bei Multivac und Südpack noch untermauert. Zusätzlich haben wir neben Einkammerverpackungsmaschine auch Schalenversiegler, Slicer, CompactLoader und Tiefzieher im regelmäßigen Einsatz – für die Ausbildung und für auftragsbezogene Entwicklungen/Optimierungen.

    Was bietet die Meisterausbildung? Schon der praktische Teil überzeugt nicht unbedingt hinsichtlich der wirklichen praktischen Fähigkeiten. Wenn ein Tabakmeister (eingeheirateter auf einen Bauernhof, Direktvermarktung) ohne berufliche Grundausbildung die theoretische und praktische Metzgermeisterausbildung schafft – dann läuft was falsch. Dass die praktische Prüfung der schweizerischen Metzgergesellen auch hinsichtlich der Zerlegung von Rindern ein höheres Anspruchsprofil hat als die deutsche/österreichische Meisterausbildung spricht Bände.

    Sprich – die theoretischen Inhalte der Meisterausbildung sind nicht unbedingt der Brüller. Wenn hier das Grundwissen eines allgemeinen Lebensmitteltechnikers (Fachschule) für den theoretischen Teil Technologie anerkannt wird – dann brauchen wir uns über die fehlende Anerkennung der Ausbildungskonzeption nicht zu wundern. Die praktischen Prüfungen sind ebenfalls nicht der Nachweis für klasse handwerkliche Fähigkeiten. Ansätze (Baden-Württemberg) hinsichtlich der Inhalte und der damit einhergehenden Verlängerung der Meisterausbildung (ich habe 20 Wochen in Erinnerung) floppten – es geht vielen Interessenten um den Titel – nicht um die Inhalte. Zehn bis zwölf Wochen bringen eben „dasselbe“ Ergebnis – den Titel.

    Es gibt Bereiche, wo der „Titel“ gebraucht wird – nicht unbedingt das Wissen. Selbständiger, teilweise noch Zulieferer, zum Teil auch international. Aber auch als innerbetriebliche Weiterbildung von Führungskräften (der Meister) interessant. Als Verkaufsmetzger (Filialleiter) erforderlich – damit wird die Verantwortung der Handelsunternehmen z.T. gezielt abgewälzt. Deswegen ist der Meistertitel nicht wegzudenken. Zusätzlich ist dies auch eine Finanzierungsquelle für die Innungen – deswegen werden wahrscheinlich auch immer breitere berufliche Lebenswege zu dieser Prüfung zugelassen.

    Stimmt ihr gesamter Lebenslauf – lässt sich die Meisterausbildung vermarkten. Bei Defiziten – neudeutsch „nice to have“. Leider. Sollten Sie diesen Titel über das Meisterbafög finanziert haben, steht Ihnen diese Förderung für eine andere Maßnahme nicht mehr zur Verfügung.

    Übrigens, wir als Fachschule profitieren von den Inhalten der Meisterausbildung. Dadurch haben wir z.B. immer mehr Bewerber aus dem handwerklichen Bereich, die den elterlichen Betrieb perspektivisch übernehmen sollen.

    Anmerkung: 2014 haben 1000 Auszubildende in D dem Metzgerabschluss geschafft, Tendenz abwärts. Dies trifft auch unsere Fachschule. Aber auch die Meisterschulen.



    Wie das ausgeht? Einfach immer hübsch neugierig bleiben


    TE




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    • #3
      Ich habe kein Meister und hatte immer gleiches bzw mehr Geld als der Meister. Es kommt immer auf die Position drauf an ,als Produktionsleiter gibt's halt mehr. Ist wie illegal im Leben : ohne Verantwortung und Fleiß kein Preis. Oder sollen wir uns hier über konkrete Gehälter unterhalten???

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      • #4
        Sorry, wenn ich mich hier einmische aber das Thema Meister und Techniker ist ja fast schon ausgelutscht. Ich hatte schon Gesellen die waren weit besser als Meister. Ich arbeitet mit Technikern zusammen die hatten keine Ahnung von der Praxis. Ich hatte Assistenten, die waren zu doof zum Kaffekochen. Und ich hatte Spitzenkraefte die im Team versagten. Ich hatte Meister die wollten als Gesellen weiter gefuehrt werden und keine Lohnerhoehung, weil sie dann hoeher besteuert wurden und weniger Netto hatten.

        Wem noch nicht klar ist, dass eine Fortbildung “oberhalb” Meister heutzutage dringend notwenig ist um sich hoeher vermarkten zu koennen, der soll sich Herrn E. Kommentar ausdrucken und oefter durchlesen. Da ist alles beschrieben. Auch wenn es nur eine Wiederholung des Geschriebenen ist, unterstuetze ich die Aussage, dass man als Meister ohne zuaetzliche Ausbildung staendig auf dem Brett steht, voll und ganz.

        Der Nachwuchs sollte sich a) mal etwas mehr zutrauen weil wir, so behaupte ich, die besten Schulen und Lehrkraefte mit sehr viel Geduld der Welt haben und b) nicht im Voraus schon die absolute und ultimative Sicherheit suchen. Was ist den heutzutage noch sicher? Wenn morgen die Vegetarier Deutschland erobern, dann kann man saemtliche Titel die sich auf unser Fach beziehen auf die Toilette haengen. Deshalb von meiner Seite aus ebenfalls den Ratschlag,- Weiterbilden”.

        So wie der Mensch eine koerperliche Leistungskurve hat, so hat er auch eine geistige Leistungskurve und wenn diese erschoepft ist, dann wird es aeusserst schwer den Anschluss wieder her zu stellen. Also nutzt eure geistige Leistungskurve, sonst koennte es passieren, dass ihr mit 60 noch als Matschores am Tisch steht. Wobei man feststellen kann, dass z.Zt. 100.000de Matschorese an Deutschlands Tuer ruetteln. Da draengt sich mir der Verdacht auf, dass man als Meister in nicht all zu langer Ferne nur noch der Obermatschores ist. Nehmt euch ein Beispiel an Sylvia 1972.
        Zuletzt geändert von Fleischbranche.de; 16.06.2016, 00:08. Grund: Namen in T.E. geändert

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        • #5
          Ich bin nur Geselle es gibt aber auch Meister die weitaus wenniger können als ich

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          • #6
            Hi Holzi. Das streitet aus der Ferne auch niemand ab. Solltest du aber mal aus deinem gewohnten Bett heraus fliegen, dann bereite dich darauf vor, einer unter vielen zu sein. Warum nutzt du nicht deine vielfaeltigen praktischen Kenntnisse durch Schulung auch theoretisch zu untermauern? Keine Zeit? Haben wir alle nicht. Also los Holzi, zeig was du drauf hast. Herr E. zeigt dir den Unterschied Hammer oder Amboss zu sein. Mach hin, auch du wirst nicht juenger.
            Zuletzt geändert von Fleischbranche.de; 16.06.2016, 00:08. Grund: Namen in T.E. geändert

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            • #7
              hallo
              ich höre aus euren beiträgen heraus, das es wirklich so ist das der titel sehr an wert verliert. ausser man macht sich durch immer weitere fortbildung schlauer. wenn man die möglichkeiten dazu hat.
              was machen dann die mid vierziger , die zu alt für die techniker schule sind ?

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              • #8
                Hallo Giggi,

                nicht bei den Mitarbeitern, die sich mit ihrer beruflichen Grundkompetenz, ihrer Sozialkompetenz und der Fachkompetenz innerhalb des Unternehmens seit Jahren bewährt haben verliert der Meistertitel seinen Wert. Da hat der Titel "Meister" für mich keinerlei an Bedeutung verloren. Ich kenne genügend Betriebe bzw. Händler, die Mitarbeiter (welche hinsichtlich der o.g. Kriterien Top sind) noch den Meister machen lassen. In diesem Moment ist der Titel sehr viel wert. Es gibt auch Unternehmen, bei denen sich unsere Absolventen bewerben - wo der Meister der I - Punkt bei der Bewerbung ist. Annahme - der kann ja praktisch richtig was - sind aussterbende (Rasse) Führungskräfte - den nehmen wir.

                Da der Titel alleine aber keinerlei Korrelationen mehr hinsichtlich der o.g. drei Faktoren aufweist, wird es für junge Meister immer schwerer, ihre Weiterbildung zu vermarkten. Stellenausschreibungen für Meister sind in der Regel größere Handwerker und der LEH. Zulieferer für den Handwerksbereich noch - und dann? Wer benötigt das Wissen der über 400 verabschiedeten Metzgermeister aus dem Jahre 2014 ? Es werden immer weniger Betriebe!

                Jetzt kommen wir zu der Frage - was machen die Mittvierziger? Mein ältester Absolvent war 48 (Kopfschlächter, Akkordzerleger, ist heute Betriebsleiter). Er war schwerer Reha (schwerster Bandscheibenvorfall - eigentlich Hartz IV vorgezeichnet) - die vermittelte berufliche Fachkompetenz hat diesen Metzgermeister vor dem sozialen Abstieg gerettet! Er ist heute noch unserer Ausbildungsstätte zu tiefst verbunden - wie auch die vielen Anderen, die ende dreißig oder nach der vierten Null die Ausbildung mit Erfolg abgeschlossen haben.

                Wenn ein Leser des Forums dies als Werbung versteht - dem ist nicht so. Sollten Sie mir nicht glauben - ich kann Ihnen gerne den Kontakt zu Ehemaligen vermitteln, die erst durch gesundheitliche Problem diese Weg eingeschlagen haben.

                Gerade für Metzger/-meister, aber auch Fachverkäuferinnen, die wegen gesundheitlicher Probleme eine Umschulung anstreben wird von den Arbeitsämter vom technischen Zeichner über Diätassistent bis hin zum Altenpfleger alles angeboten. Aber auch zum allgemeinen Verarbeitungstechniker. All dies stellt für die meisten eine Einbahnstraße da - ohne berufliche Grundkompetenz mit unzureichender Fachkompetenz sehe ich einen Metzger nicht als zukünftigen technischen Zeichner. Die Erfahrung zeigt, auch als Lebensmitteltechniker gibt es massive Wettbewerbsnachteile im Vergleich zum Fleischtechniker.

                Übrigens - da von unten der Bedarf an qualifizierten Fachpersonal für den Prozess nicht mehr gedeckt wird, wird die Vermarktung der Fachkompetenz der "Älteren" auch finanziell immer interessanter.

                Kennen Sie eigentlich die Standardanfrage an prozessorientierten Führungskräften meiner Generation? Wie lange haben Sie noch bis zum Ruhestand - und was machen Sie dann? Sie werden sich doch hoffentlich nicht zur Ruhe setzen?

                Ich sage dazu erst einmal - ja. Ich habe eigentlich geplant, dann etwas vollkommen neues/anderes zu machen.

                Ob das dann wirklich so kommt?

                Da bin nicht nur ich neugierig, sondern noch viel mehr meine wesentlich bessere Hälfte.

                TE








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                • #9
                  Ich würde mich gerne über konkrete Gehälter unterhalten

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                  • #10
                    Hallo Christoph,

                    die Einkommen wurden schon öfters diskutiert. Auch ich muss meinen Studenten immer wieder sagen, dass einige zum Start nach der Technikerausbildung vielleicht sogar ein geringeres Einkommen realisieren als vor Ausbildungsbeginn.

                    Worin liegt diese begründet? Nach der beruflichen Weiterbildung werden unsere Absolventen in Bereiche eingearbeitet, auf die sie mit ihrem vorherigen Werdegang (Metzger, Fachkraft, Metzgermeister) nur sehr schwer einen Zugriff hätten. In diesen Arbeitsgebieten sind diese aber wieder "Lehrling" - sprich der "teuerste" Auszubildende wird erst einmal "alimentiert". Hier unterscheidet sich die Einstiegsgehälter von der Vorbildung und der Investition in die Einarbeitung, aber auch von Region, Unternehmen, Tarifgebiet.

                    Beispiele: (entspricht ca. 95% der Absolventen der Kulmbacher Fleischtechnikerausbildung, die nicht in den elterlichen Betrieb zurückkehren)

                    Es gibt Absolventen aus dem diesjährigen Kurs (Arbeitsverträge sind kurz vor dem Abschluss) die bekommen bei einem großen nordbayerischen Fleischunternehmen für ein Jahr als Trainee "nur" 2400,- € brutto. Hört sich wenig an. In dieser Zeit lernen sie aber alle Unternehmenteile/-orte und die unterschiedlichsten Aufgabengebiete kennen - Unterbringung und Verpflegung inklusive. Das ist für mich ein Top "Lehrlingslohn", früher hätte man für ein solches Angebot noch fast Geld mitgebracht. Nach einem Jahr werden um die 3000,- € aufwärts (je nach Eignung) aufgerufen.

                    Bei den Fleischwerken des LEH ist das rote "K" für mich führend hinsichtlich der Struktur der Einkommensstruktur für Techniker, Bachelor usw., wir liegen hier i.d.R. bei 3000,- € im ersten Jahr, nach erreichen der entsprechenden Leistungskriterien 4500,- € nach drei Jahren (teilweise auch früher). Die weiteren Entwicklungsstufen sind transparent - und können bis in den sechsstelligen Bereich führen - bei entsprechender Sozial- und Fachkompetenz (und einem quentchen Glück).

                    Als Fleischverkäufer (in Ausbildung!) starte jetzt ein Absolvent von uns (hatte schon Praktikum) mit 3500,- € plus Dienstauto. Entwicklungsperspektiven - davon träumen viele Produktioner.

                    Einstiegsgehälter bei Zulieferern liegen um die 3500,- €, wobei bei IG Metall (Anwendungstechniker) und IG Chemie (Kunstdärme, Folien) höhere Dotierungen gezogen werden. In der Regel plus Dienstauto.

                    In der Schweiz werden bei den beiden Großen für Kulmbacher Fleischtechniker oberhalb 80000,- Franken/Jahr in entsprechenden Positionen aufgerufen. Einstiegsgehalt! Plus ....!

                    Spitzeneinstiegsgehalt in D vor drei Jahren waren 4700,- €, ist aber nach der Ausbildung im Betrieb auf die nächste Verantwortungsebene gehoben worden.

                    Wohlgemerkt - wir reden hier über einen Altersdurchschnitt der Absolventen von ca. 25 Jahren. Die o.g. Angaben treffen auch auf unsere knapp 21-22 - jährigen zu.

                    Wie es dann weitergeht liegt an jedem selber, und da spielt die Sozialkompetenz und die berufliche Grundkompetenz und etwas Glück eine große Rolle.

                    Glauben Sie mir eins, wer heute in einem guten Handwerksbetrieb Metzger von der Pieke auf lernt, anschließend drei Jahre auf die "Walz" geht, eine auf die Erfordernisse der Branche abgestimmte berufliche Weiterbildung absolviert (plus Sozialkompetenz!!!), steht in unserer Branche alle Türen bei entsprechender finanzieller Vergütung (manchmal auch Schmerzensgeld) zur Verfügung. Ich kenne genügend Absolventen unseres Hauses, die (Ausnahme, nicht die Regel!) mit Anfang/Mitte dreißig sechsstellige Jahreseinkommen realisieren.

                    Übrigens, die Nachfrage nach Fleischtechnikern aus unserem Hause steigt nach wie vor - und damit auch die Einstiegsgehälter und die Entwicklungsmöglichkeiten.

                    Übrigens, es gibt ein Restrisiko - bei fehlender Eignung ist, egal mit welcher Vor- und Weiterbildung, auch ein "Kulmbacher" von der Notwendigkeit einer "Taxilizenz" nicht gefeit. Wir öffnen unseren Studenten nur die Türen (und nicht nur eine, und mache diese auch ganz weit auf) - durchgehen muss jeder selber!!!

                    Ich hoffe, ich habe Ihre Neugierde zu dieser nicht ganz einfachen Problematik ausführlich genug beantwortet

                    TE


                    PS: Sollten Sie zur "älteren" Generation gehören wird dies bei den Einstiegsgehältern bei den zukünftigen Arbeitgebern i.d.R. mit berücksichtigt!
                    Zuletzt geändert von T.E.; 30.04.2016, 18:33.

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                    • #11
                      Glauben Sie mir eins, wer heute in einem guten Handwerksbetrieb Metzger von der Pieke auf lernt, anschließend drei Jahre auf die "Walz" geht, eine auf die Erfordernisse der Branche abgestimmte berufliche Weiterbildung absolviert (plus Sozialkompetenz!!!), steht in unserer Branche alle Türen bei entsprechender finanzieller Vergütung (manchmal auch Schmerzensgeld) zur Verfügung. Ich kenne genügend Absolventen unseres Hauses, die (Ausnahme, nicht die Regel!) mit Anfang/Mitte dreißig sechsstellige Jahreseinkommen realisieren.
                      genau diesen werdegang habe ich auch gemacht, und es zahlt sich bis heute nicht aus. im vergleich zu anderen branchen, sind metzgermeister mit führungsaufgaben unterbezahlt. ein meister im meallgewerbe oder autogewerbe hat erstens bessere Arbeitszeiten und dazu noch ein höheres einkommen.

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                      • #12
                        Moin Gigi 1893.
                        Ich habe noch nie gehoert, dass jemand der Lernen wollte an einer Fachschule oder Uni aus Altersgruenden abgelehnt wurde. Mir sind aber Faelle bekannt wo 60-jaehrige zur Uni gingen um ihren Doktor zu machen, damit sie sich den Traum eines beruflichen Abschlusses erfuellen konnten.
                        Diesbezueglich spielt also die Moeglichkeit der Weiterbildung eine untergeordnete Rolle weil nichts unmoeglch ist, wogegen aber das persoenliche Zutrauen und
                        Empfinden die groesse Rolle spielt.

                        Christoph H stellte eine Frage nach den Gehaeltern und Herr T.E. hat diese Frage noch seinen Erfahrenswerten konkret beantwortet. Deiner Feststellung: “ genau diesen werdegang habe ich auch gemacht, und es zahlt sich bis heute nicht aus. im vergleich zu anderen branchen, sind metzgermeister mit führungsaufgaben unterbezahlt. ein meister im meallgewerbe oder autogewerbe hat erstens bessere Arbeitszeiten und dazu noch ein höheres einkommen” muss ich ganz deutlich
                        widersprechen.
                        Erstens kannst du Leute aus jeder Branche fragen ob sie ausreichend bezahlt werden und jeder wird mit Nein antworten. Das war, ist und bleibt so.
                        Zweitens stellt man sich die Frage der Berufswahl in der Regel nach der absolvierten Grundschule. Sei dies nun die Haupt,-Realschule, das Gymi oder die Uni. Somit entfaellt das Hadern mit dem heutigen Zustand. Es sei denn aus dem Hadern wird eine Initiative und man entschliesst sich zu einer Umschulung, um an die anderen Loehne in den anderen Branchen heran zu kommen.
                        Drittens arbeite ich z.Zt. mit einem Metzgermeister zusammen, (und das ist kein Einzelfall) der mehr als das Doppelte der von Herrn E. angegebenen Richt-Gehaelter bekommt. Um das zu bekommen muss man sich irgendwann entscheiden ob man in einer “nach Tarif”-Firma arbeiten will um (Beispiel)
                        Sonntags puenktlich am Stammtisch zu sitzen oder ob man sich mit seinen Faehigkeiten ausserhalb des Tarif-Bezirkes umschaut. Mit den von dir angegebenen Erfahrungen haettest du vielleicht gute Chancen von heute auf morgen 12000 bis 15000 US-Dollar im Monat zu verdienen wenn du bereit bist aus dem vorhandenen Trott auszusteigen. Dazu brauchst du nur in unsere Fachzeitschriften zu schauen
                        und die Initiative zu ergreifen. Und ich kann dir versichern, dass Metzgerstammtische auf der ganzen Welt stehen. Wir (du und ich) koennen das (Entlohnungs)-System nicht aendern aber es ist unsere ureigenste Entscheidung sich dort hinein zu begeben um dann dort zu bleiben. Denk mal nach.
                        Gruss aus Hongkong
                        Zuletzt geändert von Fleischbranche.de; 16.06.2016, 00:09. Grund: Namen in T.E. geändert

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                        • #13
                          Hallo Wuschel,
                          glaub mir, jeder wird irgendwie unterbezahlt sein, glaubt er zumndest. wenn ich aber eine stelle als produktionsleiter mit 50 + stunden die woche angeboten bekomme, und dafür eine vergütung von 14.50 €/std bekomme, dann stimmt doch was nicht. desweiteren kann man als vater einer familie und häuslebesitzer nicht mal einfach so in der grossen welt nach lukrativen jobs gucken und anfangen. hadern tue ich nicht mit meinem berufswunsch, mir macht er sogar mehr als spass, könnte mir eigentlich nicht vorstellen in einer fabrik an der maschine zu stehen, und tagtäglich das gleiche zu machen. ich glaube ich bin metzger aus leidenschaft. ich habe nur das gefühl, das bei den fleischern und metzgeren eine entsprechende entlohnung noch nicht angekommen ist.da jeder angst hat seine pers. kosten würden explodieren.

                          Kommentar


                          • #14
                            Hallo Gigi 1893. Ich gebe dir ja in allen Punkten Recht. War bei mir und den meisten Kollegen die ich kenne auch nicht anders. Hast du Hoffnung, dass sich die Loehne nach oben verschieben? Ich nicht.

                            Kommentar


                            • #15
                              Zitat von T.E. Beitrag anzeigen
                              Hallo Christoph,

                              die Einkommen wurden schon öfters diskutiert. Auch ich muss meinen Studenten immer wieder sagen, dass einige zum Start nach der Technikerausbildung vielleicht sogar ein geringeres Einkommen realisieren als vor Ausbildungsbeginn.

                              Worin liegt diese begründet? Nach der beruflichen Weiterbildung werden unsere Absolventen in Bereiche eingearbeitet, auf die sie mit ihrem vorherigen Werdegang (Metzger, Fachkraft, Metzgermeister) nur sehr schwer einen Zugriff hätten. In diesen Arbeitsgebieten sind diese aber wieder "Lehrling" - sprich der "teuerste" Auszubildende wird erst einmal "alimentiert". Hier unterscheidet sich die Einstiegsgehälter von der Vorbildung und der Investition in die Einarbeitung, aber auch von Region, Unternehmen, Tarifgebiet.

                              Beispiele: (entspricht ca. 95% der Absolventen der Kulmbacher Fleischtechnikerausbildung, die nicht in den elterlichen Betrieb zurückkehren)

                              Es gibt Absolventen aus dem diesjährigen Kurs (Arbeitsverträge sind kurz vor dem Abschluss) die bekommen bei einem großen nordbayerischen Fleischunternehmen für ein Jahr als Trainee "nur" 2400,- € brutto. Hört sich wenig an. In dieser Zeit lernen sie aber alle Unternehmenteile/-orte und die unterschiedlichsten Aufgabengebiete kennen - Unterbringung und Verpflegung inklusive. Das ist für mich ein Top "Lehrlingslohn", früher hätte man für ein solches Angebot noch fast Geld mitgebracht. Nach einem Jahr werden um die 3000,- € aufwärts (je nach Eignung) aufgerufen.

                              Bei den Fleischwerken des LEH ist das rote "K" für mich führend hinsichtlich der Struktur der Einkommensstruktur für Techniker, Bachelor usw., wir liegen hier i.d.R. bei 3000,- € im ersten Jahr, nach erreichen der entsprechenden Leistungskriterien 4500,- € nach drei Jahren (teilweise auch früher). Die weiteren Entwicklungsstufen sind transparent - und können bis in den sechsstelligen Bereich führen - bei entsprechender Sozial- und Fachkompetenz (und einem quentchen Glück).

                              Als Fleischverkäufer (in Ausbildung!) starte jetzt ein Absolvent von uns (hatte schon Praktikum) mit 3500,- € plus Dienstauto. Entwicklungsperspektiven - davon träumen viele Produktioner.

                              Einstiegsgehälter bei Zulieferern liegen um die 3500,- €, wobei bei IG Metall (Anwendungstechniker) und IG Chemie (Kunstdärme, Folien) höhere Dotierungen gezogen werden. In der Regel plus Dienstauto.

                              In der Schweiz werden bei den beiden Großen für Kulmbacher Fleischtechniker oberhalb 80000,- Franken/Jahr in entsprechenden Positionen aufgerufen. Einstiegsgehalt! Plus ....!

                              Spitzeneinstiegsgehalt in D vor drei Jahren waren 4700,- €, ist aber nach der Ausbildung im Betrieb auf die nächste Verantwortungsebene gehoben worden.

                              Wohlgemerkt - wir reden hier über einen Altersdurchschnitt der Absolventen von ca. 25 Jahren. Die o.g. Angaben treffen auch auf unsere knapp 21-22 - jährigen zu.

                              Wie es dann weitergeht liegt an jedem selber, und da spielt die Sozialkompetenz und die berufliche Grundkompetenz und etwas Glück eine große Rolle.

                              Glauben Sie mir eins, wer heute in einem guten Handwerksbetrieb Metzger von der Pieke auf lernt, anschließend drei Jahre auf die "Walz" geht, eine auf die Erfordernisse der Branche abgestimmte berufliche Weiterbildung absolviert (plus Sozialkompetenz!!!), steht in unserer Branche alle Türen bei entsprechender finanzieller Vergütung (manchmal auch Schmerzensgeld) zur Verfügung. Ich kenne genügend Absolventen unseres Hauses, die (Ausnahme, nicht die Regel!) mit Anfang/Mitte dreißig sechsstellige Jahreseinkommen realisieren.

                              Übrigens, die Nachfrage nach Fleischtechnikern aus unserem Hause steigt nach wie vor - und damit auch die Einstiegsgehälter und die Entwicklungsmöglichkeiten.

                              Übrigens, es gibt ein Restrisiko - bei fehlender Eignung ist, egal mit welcher Vor- und Weiterbildung, auch ein "Kulmbacher" von der Notwendigkeit einer "Taxilizenz" nicht gefeit. Wir öffnen unseren Studenten nur die Türen (und nicht nur eine, und mache diese auch ganz weit auf) - durchgehen muss jeder selber!!!

                              Ich hoffe, ich habe Ihre Neugierde zu dieser nicht ganz einfachen Problematik ausführlich genug beantwortet

                              TE


                              PS: Sollten Sie zur "älteren" Generation gehören wird dies bei den Einstiegsgehältern bei den zukünftigen Arbeitgebern i.d.R. mit berücksichtigt!
                              VIELEN DANK FÜR DIE INFOS!! TECHNIKER SCHEINT SICH DANN MIT DER ZEIT DOCH ZU LOHNEN!!
                              Zuletzt geändert von Fleischbranche.de; 16.06.2016, 00:08. Grund: Namen in T.E. geändert

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