Werbung

Ankündigung

Einklappen
Keine Ankündigung bisher.

Fleisch "einbalsamieren"

Einklappen
X
  • Filter
  • Zeit
  • Anzeigen
Alles löschen
neue Beiträge

  • Fleisch "einbalsamieren"

    Sehr geehrtes Expertenteam.

    Mein Name ist A.König und ich bin Lehrer für Geschichte an einer Realschule in RLP. Der Grund warum ich mich hier angemeldet habe ist, dass ich mit einer 7. Klasse zum Thema Ägypten/Mumifzierung eine Art Einbalsamierungsexperiment durchführen möchte. Dazu möchte ich, (so die Idee) , Teile rohen Hühnerfleischs mit einem Natrongemisch (Kochsalz, Natriumcarbonat, Natriumhydrogencarbonat oder alternativ Backpulver) behandeln und dann quasi konservieren.
    Da dies nur eine Idee ist, würde ich gerne erfahren ob dies überhaupt funktionieren kann und was dabei evtl beachtet werden müsste.

    Für Vorschläge wäre ich sehr dankbar!

    Mit freundlichen Grüßen
    A.König

  • #2
    Na da bin ich mal gespannt, ob in diesem Forum jemand Informationen beitragen kann, die ihnen weiterhelfen. Ich fühle mich an der Stelle etwas überfordert.
    Das einzige womit ich Erfahrung habe, Natriumhydrogencarbonat. Ich denke Sie setzen es zur Entwässerung und zur Schimmelprofilaxe ein.
    Aus meiner Sicht sollten Sie an folgende Risikofaktoren denken:
    Das Fleisch muss gegen Insekten und Ungeziefer abgeschottet werden. Gleichzeitig muss Luft dran kommen, um den Abtrocknungsprozess zu starten.
    Ich würde mit einer hohen Salzkonzentration > 5% arbeiten. stichwort: Aussalzungseffekt (das soll ja nicht mehr gegessen werden, oder?)
    Licht: völlige Dunkelheit hat in diesem Zusammenhang nur Vorteile.
    Temperatur: je kälter desto besser. Allerdings sollten sie uber dem Gefrierpunkt bleiben, sonst verlängern sie den Prozess um Jahre.
    Hygiene: absolute Hygiene ist notwendig. Wenn zu schnell die falschen MO wachsen, helfen Ihnen ihre Mittelchen auch nicht mehr.
    Ich weiß auch nicht wie lange der Versuch dauern soll. Ich würde mal mind. 4-6 Monate ansetzen.
    Aber wie oben eingangs erwähnt, habe ich wahrscheinlich nichts beschrieben, was sie nicht schon wussten.
    Halten Sie uns auf dem Laufenden!!
    Jürgen Huber
    Huber Consult e.K.

    Metzgermeister, Betriebswirt d. Hdw.
    staatl. gepr. Fleischtechniker
    REFA-Prozessorganisator
    Unternehmercoach
    Fachberater für die Fleischwirtschaft

    www.fleischer-beratung.de

    Kommentar


    • #3
      Hallo Herr König,
      ​solche Aufgaben stellen sich dem Fleischer ja nicht, da wir ja-auch wenn wir Fleisch als Rohpökelware einsalzen-Lebensmittel herstellen.

      ​Ich denke aber, dass sie so vorgehen sollten wie Herr Huber es schon beschrieben hat. "Panieren" sie die Schenkel regelrecht mit dem Salz und den anderen Stoffen, und das an mehreren Tagen hintereinander. Ordentlich andrücken und einreiben. Zudem sollten sie das Fleisch auf ein Rost legen, damit die Flüssigkeit abtropfen kann.

      ​Es würde uns freuen, wenn sie uns mit ihrem Experiment auf den Laufenden halten. Ihrer Klasse und ihnen viel Erfolg!

      Kommentar


      • #4
        Danke für die Antworten. Danke auch Herr Huber!
        Selbstverständlich haben Sie mir mehr an Info gegeben als ich zuvor wissen konnte, schließlich bin ich weder Chemie- noch Biologielehrer ;-). Daher bin ich dafür schonmal sehr dankbar. Es ist richtig, dass das Fleisch auf keinen Fall mehr gegessen werden sollte. Nach Ihren Angaben hab ich mal einen groben Plan erstellt und ich hoffe das entspricht ungefähr ihren Angaben:
        Hühnerbrust in dünne Streifen schneiden (in der Hoffnung, dass damit das verfaulungsrisiko minimal ist?)
        Wie oben beschrieben eine Art Lake aus Natriumhydrogencarbonat und hohem Salzgehalt herstellen und das Fleisch darin einlegen (oder wäre das "panieren" ohne Lake besser?)
        Variante mit Lake: Etwa 2 Monate darin ruhen lassen (ich hoffe da liege ich jetzt nicht völlig falsch) und dann trocken im Schulkeller an einer Schnur aufhängen (kühl und dunkel).
        Variante ohne Lake: Regelmäßiges "panieren" mit der trockenmischung und dann aufhängen bzw. luftig auf einem Rost, kühl und dunkel lagern. Und nach 4 -5 Monaten das Ergebnis überprüfen.
        Ggf werde ich das mit Fotos dokumentieren.

        Ich danke für die freundliche Hilfe bis hierher und bin dankbar für jeden weiteren Tipp!

        Kommentar


        • #5
          Hi, Ixx,

          ich weiss ja nicht wie lange dieses Experiment laufen sollte, spannender als Teile von Tieren faende ich z.B. ein ganzes, ausgenommenes Tier geringer Koerpergroesse wie z.B. Kaninchen (Kopf kann ggf. ja entfernt werden damit man sich nicht die Muehe machen muss das Gehirn zu entfernen).
          Ich hatte gute Ergebnisse bei einem Schwertfischkopf welchen ich zuerst mehrere Monate in hochgesaettigter Salzloesung lagern hatte, danach wie usus umgebettet in eine Salz-Sand-Natriumhydrogencarbonat Mischung (Bei der Groesse des Kopfes habe ich ca. 35 Kilo Mischung benoetigt um eine vollstaendige dicke Bedeckung zu gewaehrleisten. Und leider auch viel Zeit.
          Beschleunigen laesst sich das "Austrocknen" durch Zugabe von handelsueblichen Trockenmittel ( z.B. Aluminiumoxid) welches sich in unseren Breiten als durchaus hilfreich herausgestellt hat, wenn dies passiert sollten allerdings zwei Mischungen hergestellt werden, eine mit und eine ohne Trocknungsmittel und diese regelmaessig getauscht werden
          Herodot beschreibt in einer leider etwas unklaren Weise diesen Vorgang, passende Quellen sollten allerdings im Netz zu finden sein.

          Es gruesst ganz brav das Schaaf

          Kommentar


          • #6
            Hallo Herr Ixx,
            die Problemstellung oder Ihr Versuch ist ehr was für einen Tierpräperator. Fragen Sie doch bei Jägern oder Angler in Ihrer Nähe, die können Ihnen da sicher weiterhelfen.
            Das zerschneiden in kleinere Streifen fördert meiner Meinung nach nur den Verderb, da hier eine größere Oberfläche entsteht und so der Verderb schneller voranschreitet.
            Aber ich warne vor dem Umgang mit Hühnchenfleisch !! Sie machen sich ja unglücklich, wenn Ihre Schüler hinterher Probleme mit Salmonellen oder Campylobacter , oder Ähnlichem haben. Hühner und Puten sind kritischer durch ihren mikrobiellen Status.
            mfg
            M. Hanings

            Kommentar


            • #7
              Hallo M. Hanings,
              Auch aus diesem Grunde war ich nicht sonderlich von Ornithurae überzeugt und habe deswegen andere Wirbeltiere vorgeschlagen, mikrobakterielle "Uebergriffe" sollten bei verantwortungsvollen Umgang mit den relevanten Schutzmaßnahmen ( Einweghandschuhe, hygienische Handsterilistation, Mundschutz, Ausschluss von Cross-Contamination eigentlich zu vernachlässigen sein.

              LG vom Schaaf

              Kommentar


              • #8
                Hallo Herr Koenig.
                Bevor das Thema noch…..komplizierter wird schlage ich Ihnen, folgende Webside zur Diskussion mit den Schuelern vor:
                https://de.wikipedia.org/wiki/Thanatopraxie

                Weiterfuehrend dann diese Webside:
                https://de.wikipedia.org/wiki/Modern_Embalming

                um dann final die restlichen Informationen hier zu sammeln:
                https://de.wikipedia.org/wiki/Mumifi...n_%C3%84gypten

                Wikipedia ist zwar nicht das Nonplusultra der Aufklaerung und Information aber manchmal hilfts. Moeglicherweise haben Sie die Seiten auch schon gefunden.

                Da Sie einen “Koerper” brauchen um das Experiment wirkungsvoll durchzufuehren schlage ich ein frisch geschlachtetes Huehnchen vor an welchem nach de Schlachtung und Entfederung nur der Kopf entfernt wurde. Dies ermoeglicht das leichte Auffinden der Hauptschlagadern um sie vollstaendig zu entleeren bzw. spaeter mit dem Praeparat zu fuellen. Ebenso hat sich die Versorgung der Innereien schon erledigt und sie haben genug zu fuellende Hohlraeume die am Hals und am After leicht zu verschliessen sind.
                Dosierungen/Mischungen etc. wuerde ich bei einem Tierpraeparator, einem Gerichtsmediziner oder einem Beerdigungsfachmann einholen.

                Viel Erfolg.

                Kommentar


                • #9
                  Hallo Herr König,
                  Sie haben jetzt doch viele Hinweise bekommen. Der Tierpräparator ist auch aus meiner Sicht der Experte.
                  Um ihre Fragen zu beantworten, würde ich auch das Fleisch ganz lassen. Salzen Sie das Fleisch trocken und verwenden Sie Salz und die anderen Zutaten gleichzeitig. Sie wollen doch Wasser entziehen und nicht zugeben.
                  Nach dem ersten Salzen würde ich das Fleisch in einen Strumpf / Mullbinde einziehen. Der Raum sollte möglichst trocken sein und darin weiter trocknen lassen.
                  Aber bitte validieren sie meine Empfehlung.
                  Jürgen Huber
                  Huber Consult e.K.

                  Metzgermeister, Betriebswirt d. Hdw.
                  staatl. gepr. Fleischtechniker
                  REFA-Prozessorganisator
                  Unternehmercoach
                  Fachberater für die Fleischwirtschaft

                  www.fleischer-beratung.de

                  Kommentar

                  Lädt...
                  X