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Wieviel Käse braucht eine Fleischerei?

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    Wieviel Käse braucht eine Fleischerei?

    Heute bin ich mal wieder einkaufen gewesen und hab mir bewusst mal wieder eine noch nicht besuchte Metzgerei ausgesucht. Dabei hab ich eine Käsetheke entdeckt, die eher ein unscheinbares Etwas war. In der Theke waren nur 4-5 gängige Käsesorten und mehr nicht. Bei der Frage, welcher Käse ich den sehr gut zu meiner Cabanossi ich den nehmen kann, wurde mir mit einem Achselzucken geantwortet.
    Für mich stellt sich die Frage, ist den Käse in einem Fleischerfachgeschäft gut aufgehoben oder ist es der verzweifelte Versuch, meinem Kunden einen Grund weniger zu geben, nicht zum LEH zu fahren?

    #2
    Aw: Wieviel Käse braucht eine Fleischerei?

    Hallo Herr Locher,

    durch meine Ehrfahrungen im LEH kann ich nur bestätigen, das Käse in vielen Fleischereien/ Servicetheken eher als Nebengeschäft gesehen wird. Käse ist oft ein Thema welches vernachlässigt wird. Ich persönlich kann leider auch nicht viele Kenntnisse in diesem Bereich vorweisen.
    Für mich ist es aber eher die oft mangelhaft bis ungenügende Schulung der Verkäuferinnen und Verkäufer, welche den Bereich Käse in den Hintergrund rücken lässt.
    Hat ein Kunde eine Vorstellung welchen Käse Sie/ Er gerne essen möchte, weiß aber nicht ob dieser zum Rest der Mahlzeit passt erwartet er von dem "Fachpersonal" verständlicherweise eine kompetente Antwort. Bekommt der Kunde diese nicht, ist es oft das letzte Mal das dieser hier Käse kaufen möchte. Dies ist aber nur verständlich und führt im großen und ganzen dann unweigerlich dazu das der Absatz sinkt. Sobald weniger verkauft wird, wird das Sortiment verkleinert und dadurch werden weitere Kunden abgeschreckt bzw. verkrault.

    Eine kleine Auswahl ist nicht immer schlecht. Wenn diese ordentlich präsentiert wird und das Personal sich mit diesen Sorten hervorragend auskennt, kann dies auch das Image heben.
    Alle weiteren Produkte gibt es ja schliesslich auch in der SB-Abteilung.
    It`s nice to be important but it`s more important to be nice!
    *************************************************

    Kommentar


      #3
      Aw: Wieviel Käse braucht eine Fleischerei?

      Vielen Dank für die Antwort!
      Es ist in der Tat so, dass eine Käsetheke in einer Fleischerei ein Pluspunkt sein kann. Was der Mensch nun mal an einem Platz organisieren kann, macht er auch.
      Wichtig ist eben, dann die komplette Konsequenz daraus zu ziehen. Das es sich beraten lässt, welche Käsesorten setze ich ein, damit ich auch einen entsprechenden Umsatz generieren kann und möglichst wenig Abschreibungen 'produziere'.
      Wenn das Richtige Sortiment vorhanden ist, dann sollte vorab auch das Personal darauf geschult werden. Es müssen ja nicht gleich 150 Käsesorten sein!

      Die SB Theke, ist meiner Meinung nach, der Tod der Frischtheke. Hier trifft Beratungsmangel auf Bequemlichkeit. Viele Fleischereien bieten ja ein entsprechendes verpacken meiner gekaufter Ware an, was die Haltbarkeit deutlich verlängert und den Geldbeutel schlussendlich schont, weil weniger weg geworfen wird. Nur wer kommuniziert diese Zusatzleistung?

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        #4
        Aw: Wieviel Käse braucht eine Fleischerei?

        Hallo Herr Locher,

        es ist in der Tat so, dass in den meisten Fleischereien die Käsetheke ein Nischendasein fristet. Das hängt zu einem großen Teil mit der Unwissenheit des Produktes zusammen. Meine Frau ist Expertin auf diesem Gebiet und ich habe dadurch einen (kleinen) Einblick in das Thema. Käsesorten, Zubereitung, Besonderheiten, Lagerung. All dies erfordert einiges an Wissen. Aber, es ist ein riesen Markt mit viel Potenzial.

        Die Fleischer haben bisher leider noch nicht erkannt, dass Käse in den letzten Jahren beim Verzehr der Verbraucher eine immer wichtigere Rolle spielt und der pro Kopf Verbrauch stetig zunimmt.

        Ein gutes Fleischerfachgeschäft sollte m.E. eine umfassende Käseauswahl aufweisen. Aber damit meine ich keinen Gouda oder Leerdamer (Standard Ware, die man überall bekommt), sondern Käsesorten von kleinen Molkereien oder Direktvermarktern.

        Der Fleischer hat dadurch die Möglichkeit sein Geschäft noch mehr hervorzuheben und dem Kunden bietet er eine echte Alternative zum LEH im Frischebereich.

        Aber dafür muss der Fleischer erst ein mal Know How bei seinen Mitarbeitern aufbauen, diese auf Schulungen schicken usw. .... Nur das bieten Raps, Hagesüd und co. nicht an und damit ist der Käse im wahrsten Sinne des Wortes schon gegessen. Ich kenne kaum einen Fleischer, der seine Mitarbeiter, besonders im verkauf, auf kostenpflichtige Seminare zum Zwecke der Weiterbildung schickt.

        Kurzum gesagt, die meisten Fleischer überlassen diese sehr lukrative Geschäftsfeld dem LEH.

        Mfg
        Stephan Fusshöller

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          #5
          Aw: Wieviel Käse braucht eine Fleischerei?

          Hallo Herr Fusshöller,
          viele Fleischereien erkennen ja auch mit Käse die Möglichkeit mehr Kunden in mein Geschäft zu locken und erweitern mit Käse Ihr Angebot. Oft wird aber erst im Verkauf erkannt, wie beratungsintensiv Käse sein. Je mehr Käsesorten im Sortiment sind, umso aufwendiger die Beratung. Es darf meiner Meinung nach wie vor ein gängiges Produkt sein, vielleicht nicht unbedingt Eines, was wenig Marge bringt. Schließlich gibt es ja auch viele unterschiedliche 'Goudas' (Alter, Herkunft, etc.).

          Eine Käsetheke im Handel hat nicht selten 150 Käsesorten in der Theke liegen und kann das Jahr über auf bis zu 450 Käsesorten zurückgreifen. Hier muss aber sehr viel in Schulung und Verkostung investiert werden. Wer es nicht tut, hat schlussendlich dasselbe Problem, wie die Fleischer mit der eigenen Käsetheke.

          Heißt also je exklusiver der Käse umso beratungsintensiver.

          Großhändler wie Heiderbeck aus München, Ruwisch und Zuck aus Hannover oder Käse Jäckle aus Ulm sind darauf spezialisiert auch kleinere Geschäfte anzuliefern. Zufällig haben solche Fachhändler auch sehr viel KnowHow von exklusiveren 'Goudas'.
          Es ist also nicht unbedingt notwendig in Sachen Fortbildung bei Käse auf einen Gewürzhersteller zurückzugreifen.

          Schönen Gruß
          Tobias Locher
          Zuletzt geändert von Fleischbranche.de; 25.11.2017, 12:30.

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