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Regionale Produkte...hat es der Fleischer verpennt?

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  • Gabriele Bechtel
    antwortet
    Aw: Regionale Produkte...hat es der Fleischer verpennt?

    Ich kann Herrn Reinhard nur zustimmen. Es wird nicht anders funktionieren, als am Gesamtimage des Fleischers zu arbeiten. Leider hat der Fleischer in den Augen des Verbrauchers an Glaubwürdigkeit, Exklusivität, Vertrauen verloren. Und das gilt es wieder aufzubauen. Da ist die Idee eines Zusammenschlusses auf Landkreisebene mit den Erzeugern durchaus sinnvoll. Und die Idee beim Nachwuchs stärkeres Gewicht auf Ernährungsberatung zu legen finde ich gut. Warum will denn heute niemand mehr FleischerIn oder FleischereifachverkäuferIn lernen? Die Berufe haben ein ganz schlechtes Image, und die wenigsten kennen die tatsächlichen Lehrinhalte und wissen, was sie mit einer solchen Ausbildung alles anfangen könnten. Auch hier gilt es Aufklärungs- und Lobbyarbeit zu leisten. Nur wie? Wir haben vor 1 Jahr eine Postkarte zur Azubigewinnung für Metzgereien entwickelt. Hier war die Idee, Azubis oder gerade Ausgelernte aus der Metzgerei abzulichten und als Sprachrohr zu den Schulabgängern zu nutzen, damit sie authentisch aus ihrem Beruf berichten (s. beigefügtes Beispiel). Dabei ist die Postkarte gleichzeitig Werbung für die Metzgerei.
    Macht es Sinn, in die Haupt- und Realschulen zu gehen und die Berufe vorzustellen? Steht irgendein Metzger an einem Stand einer Berufsberatungsmesse oder ähnlichem? Welche konkreten Ansatzpunkte sehen Sie?

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  • Tobias Locher
    antwortet
    Aw: Regionale Produkte...hat es der Fleischer verpennt?

    Hallo Joachim Reinhardt,
    ein interessanter Hinweis und Betrachtungswinkel.
    Der Ansatz, die heute Fleischverkaufsbranche in ein komplett anderes Licht zu rücken finde ich sehr gut. Ist es doch der Ansatz, den Kunden auf die notwendige Qualität und nicht über Quantität zu beraten. Beratungsmangel wäre auf einen Schlag nicht mehr die Diskussion. Diese Leistung kann der Discounter nun mal nicht bringen.
    Ganz nebenbei wird der massenhafte Kauf von Fleisch reduziert weil wir lernen, uns bewusster zu ernähren.
    Dann sollten wir doch mal dahingehend anfangen und unser Personal zu qualifizeren und den Gesetzesgeber daraufhinweisen, dass Waren- und Ernährungskunde ein wesentlicher Bestandteil in der Ausbildung einer Fachverkäuferin sein muss!

    Gruß
    Tobias

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  • the_flash_de
    antwortet
    Aw: Regionale Produkte...hat es der Fleischer verpennt?

    Ich würde sogar so weit gehen wollen und behaupten, die allseits beliebte Redewendung:- Verteilung des Risikos auf so viele wie möglich Standbeine. - als schwachsinnig zu bezeichen.

    Tönnies - Nur Schwein.
    Aldi - Nur billig.
    Höhl - Nur Fleisch und Wurst.

    Hop oder Top. Ein was, und das dafür richtig...

    Man vergebe mir meinen umgangssprachlichen Slang. Ich bin nur Fleischer ;-)

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  • Alexander Stephan
    antwortet
    Aw: Regionale Produkte...hat es der Fleischer verpennt?

    Hi,

    klein ist nicht umbedingt problematisch!
    Ich würde sagen wenn man heute seine Kosten durch einfache Veränderungen in der Logistik bzw. innerhalb seines Geschäftes regeln kann ist das Risiko, dass das Geschäft pleite geht gering.Man sollte genau wissen welche Kunden man ansprechen möchte. Alle kommen leider nie zu einem!

    Gruß
    Alex

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  • the_flash_de
    antwortet
    Aw: Regionale Produkte...hat es der Fleischer verpennt?

    ich sehe das problem grundsätzlich darin, dass kein mensch zum überleben eine frischfleischtheke benötigt. und es liegt sicher an jedem einzelnen von uns, was er daraus macht, in einer zeit da beim aldi auch ferari's parken.

    und bevor ICH fisch in meine theke lege bewerbe ich mich lieber als kanalreiniger. ich bleibe auch dabei. kleine theke, kleines sortiment, optimale frische, günstige preise. exakt definierte zielgruppe und alle die nicht dazu gehören fallen durchs raster und werden nicht bedient. aber die, die dann noch kommen, für die wird alles ermöglicht.

    denn bevor die frau mit dem nerzmantel auf ihren nerz und ihr auto verzichtet trennt sie sich zuerst von ihrem fleischer. die reichen wollen 2 dinge:

    1. reich bleiben
    2. lange leben

    da muß doch für uns fleischer was zu machen sein? indem ich nun als fleischer spitzenprodukte zum kleinen preis anbiete fische ich automatisch im mittel- und untersegment auch mit. denn lange leben wollen sie alle. und was gutes zum futtern auch.

    aber das ist nur meine ganz private meinung. ich betreibe die kleinste fleischerei der welt. mag möglich sein, dass auch andere wege noch nach rom führen. und wenn die zeit kommt werde ich vielleich auch einmal abbiegen müssen.

    gott schütze das ehrbare fleischerhandwerk!

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  • Joachim Reinhardt
    antwortet
    Aw: Regionale Produkte...hat es der Fleischer verpennt?

    Hallo zusammen,
    diese Thema geht mir auch schon seit einigen Monaten im Geist umher. Ich bin der Meinung, dass der einzelne Metzger mit seiner Werbung und Internetauftritt keinen gfroßen Wurf landen wird. Vielmehr glaube ich, dass sich ein Zusammenschluß auf Landkreisebene mit der Landwirtschaft eher etabliert. Dieses Konzept bietet meiner Meinung nach mehr Glaubwürdigkeit und Nachhaltigkeit. Das Beste Beispiel ist die BESH ( Bäuerliche Erzeugergemeinschaft Schwäbisch Hall ). Auch muss im Metzgerfachhandel mehr auf Vielfältigkeit ( Geflügel, Fisch, Wild ) geachtet werden. Wir Metzger haben in den 80er Jahren den Anschluss an den Einzelhandel verpennt. Jetzt wird es schwierig dem Kunden unser Image und gebündeltes Fachwissen nachhaltig wieder zu vermitteln. Uns fehlt der geeignete, qualifizierte und angagierte Nachwuchs. Die Metzger aben noch immer das Image eines brutalen Tiermörders. Bilden wir doch unseren Nachwuchs als Ernährungsberater mit verschiedenen Fachrichtungen aus. Ausbildung attraktiv gestalten, Zukunftswerte vermitteln, dass ist meines Erachtens die Zukunft Nicht ein reduziertes Sortiment, sondern ein Sortiment welches dem Kunden Kompetenz des Metzgers widerspiegelt. Der Metzger soll und kann den Handel ausstechen. Ohne Metzger existiert im Einzelhandel keine Fleischtheke. Bieten wir unseren Jungen doch diie Perspektive, die wir 1970 hatten.

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  • Tobias Locher
    antwortet
    Aw: Regionale Produkte...hat es der Fleischer verpennt?

    es ist schon richtig und wichtig, sich auf Kernpunkte zu konzentrieren. Die Vielfalt, welche im Handel vorhanden ist, muss und sollte nicht kopiert werden. Gerade die Metzger, welche Ihr Sortiment reduziert anbieten, sind erfolgreich.

    Eigene neue Ideen, Nischenprodukte und weitere sind unser Erfolg. Heißt, wir müssen uns immer wieder neu erfinden, sich auf dem ehemaligen Erfolg auszuruhen macht also keinen Sinn.
    Unsere Stärke ist doch die diese Flexibilität, einfach mal was neues aus zu probieren, wenn eines von dreien gut geht, perfekt. Schon hab ich wieder ein Alleinstellungsmerkmal und kann es voll für mich ausnutzen.
    Die Frage, warum gehen zu den Feiertagen alle zum Metzger, finde ich sehr interessant. Heißt doch im Umkehrschluss, der Kunde ist dazu bereit, mehr für ein Produkt zu bezahlen. Doch nicht immer...finden wir es heraus!

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  • the_flash_de
    antwortet
    Aw: Regionale Produkte...hat es der Fleischer verpennt?

    Jawoll, wir haben verpennt.

    Aber sicher schon vor 25 Jahren (ich kann hier nur für den Osten der Republik sprechen). Damals war der Fleischer ein Gott ähnliches Subjekt und der Tönnies hat auch nur tausend Schweine in der Woche geschlachtet. Dann kamen die Ketten, wir haben quasi stur nach Plan weiter verkauft, zu horenden Preisen. Aus meiner Sicht liegt dort der Ursprung. Dann hat sich Fleischerlein auf seine Wurst verlagert, doch es war nur eine Frage der Zeit bis auch dieses Segment abgegriffen wurde. Genau so denke ich ist es nur eine Frage der Zeit bis wir auch im Preispremium angegriffen werden (siehe Dry-Wet Aged Beef). Eine möglichkeit dem ganzen zu entgegenen ist sicherlich der Preis. Das Spiel wer ist der teuerste ging bei mir nicht gut aus. Deshalb verdränge ich auch die Frage nach der Herkunft und kontere über meine Produkte (Crunchie Teewurst, Pastrami di Ki Keri Ki), hergestellt aus völlig normalem Fleisch, aber nicht ohne weiteres reproduzierbar. Oberste Direktive bei mir ist die Bezahlbarkeit aller Produkte, was sicher auch Regional begründet ist. Im inneren wollen die Menschen zum Fleischer, deshalb auch immer der Ansturm zu den großen Feiertagen. Genau dort setze ich an. Geile Produkte, bezahlbar, Saubermann Image vom Fleischer nutzen...

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  • Gabriele Bechtel
    antwortet
    Aw: Regionale Produkte...hat es der Fleischer verpennt?

    http://www.ndr.de/ratgeber/verbrauch.../wurst133.html

    Im Supermarkt und Metzgerladen ist die Auswahl an Wurstspezialitäten meist riesig. Tim Mälzer zeigt woran man hochwertige Sorten erkennen kann, sagt was zu regionaler Herkunft und Preisunterschieden. Die Sendung lief am 09.12.13 im NDR.

    Der zweite Beitrag nach der Currywurst ist der interessantere Teil für uns

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  • Harald Ritter
    antwortet
    Aw: Regionale Produkte...hat es der Fleischer verpennt?

    Hallo Tobias.
    Es waere schade wenn hier das Ende der Fahnenstange ist, zumal Ennox einen weiteren Stein losgetreten hat.
    Nehmen wir mal die von ihm erwaehnten Wiener Wuerstchen.
    Warum verkauft der Supermarkt mehr Wiener als der Metzger?
    Kann es sein, dass die Kunden keinen zwischenmenschlichen Kontakt mehr wuenschen?
    Quasi auf eine Verkaeuferin verzichten um schneller wieder weg zu sein?
    Kann es auch sein, dass die Kunden im Supermarkt exakt das Paeckchen Wurst in den Korb legen wollen, ohne noch auf andere Artikel aufmerksam gemacht werden zu wollen?

    Empfindet der Kunde heutzutage eine Abpackung als hygienischer als die gleiche, von Hand geschnittene, Portion?
    Gibt es ein Schamgefuehl des Kaeufers gegenueber dem Metzger wenn er "nur" einen oder zwei Artikel bei ihm einkauft?
    Vertraut der Kunde einer staendig gleich bleibenden Qualitaet (egal welcher Klasse) aus der Industrie und im Supermarkt mehr als dem Herstellungsmodus des Metzgers?
    Muss nicht die gesamte Verkaufsmethode des Metzgers auf den Kopf gestellt werden um mit den Supermaerkten konkurieren zu koennen?
    Vielleicht gibt es ja eine Doktorarbeit ueber das Gesamtthema aber die kenne ich nicht. Doch so wie es aussieht waere nicht nur Ennox froh, wenn wir die Themen weiter diskutieren.
    Es wuerde mich freuen, wenn mehr Kollegen ihre ehrliche Meinung dazu aeussern wuerden.
    Viele Gruesse
    Harald

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  • Tobias Locher
    antwortet
    Aw: Regionale Produkte...hat es der Fleischer verpennt?

    vielen Dank für die Antworten!
    Generell ist unser Verlag für den Handel und dem Handwerk aktiv! Auch sind wir starker Partner von verschiedenen Verbänden, die das Handwerk repräsentieren. Somit ist deren Unterstützung für uns sehr wichtig!

    Ich bleibe dabei, das Handwerk hat ein Marketing Problem. Die Diskussion, woher mein Fleisch kommt ist nicht so wichtig. Hauptsache, es kommt aus Deutschland oder aus einem Land, dem ich vertrauen kann und das ich kenne oder noch strengere Regeln hat, als wir. Hier macht der LEH uns definitiv etwas vor und konzentriert sich auf das, was der Kunde höre möchte.
    Hier ist aber doch genau der Ansatzpunkt, wo wir ansetzen müssen und die Unterschiede zwischen Handwerk und Handel zu erklären. Es ist für einen BaWü'ler nicht schlimm, wenn sein Fleisch aus NRW kommt, für den Kunden ist es doch wichtig, das mein Fleischer es bearbeitet hat, seine leckere Rezepturen verwendet hat und mit noch erklärt, wie ich es am besten zubereite.
    Wie gesagt, das ist die Mehrheit. Sicherlich gibt es Bürger, die mehr Details haben wollen. Wir konzentrieren uns aber hier immer noch auf 'Minderheiten'. Bei Bio ist es doch mittlerweile dem Kunden auch egal, woher es kommt, Hauptsache das Siegel ist drauf. Das dabei einige ein eigenes Label entwickeln, scheint dem Verbraucher weniger zu stören.

    Vielleicht nicht ganz vergleichbar. In den USA sind die Deklarationspflichten deutlich strenger wie in Deutschland. Doch interessieren tut es nur sehr wenige Verbraucher, was drauf steht. Da stört es auch nicht, das künstliche Aromen drin sind. So schlimm ist es in Deutschland sicherlich nicht. Mir zeigt es aber, dass wir uns mehr darauf konzentrieren müssen, was der Kunde hören und welche Produkte er kaufen möchte.

    Schließlich muss der Köder dem Fisch schmecken und nicht dem Angler!

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  • Henry Rose
    antwortet
    Aw: Regionale Produkte...hat es der Fleischer verpennt?

    Ist ein Rindersteak aus Argentinien eine regionale Herkunftsbezeichnung? Nicht wirklich, immerhin ist Argentinien 33 mal so groß wie Deutschland und die dort lebenden 55 Mio. Rinder verteilen sich über ein riesiges Gebiet. Trotzdem wird es vielfach als hochwertiger angesehen als ein Steak von einem Deutschen Rind. Je weiter das Gebiet weg ist, desto exclusiver und exotischer erscheint es uns. Und wir diskutieren hier über 50 km Unterschied. Ich glaube es ist egal, ob das Rind von einer niedersächsischen Wiese stammt oder von einer die 100 km weiter in NRW liegt. Das macht noch keinen Unterschied. Dann eher schon Aufzuchtbedingugen (grünes Gras / Mais) und Rasse (Deutsch: schwarz-Bunte / Chalarais/Kobe/Simmentaler usw. ). Aber nicht einmal das erfahre ich, weder im Supermarkt noch beim Fleischer um die Ecke, Ausnahmen (Siehe oben) bestätigen diese Regel.

    Regionalität kann natürlich auch durch die Verarbeitung entstehen, nicht nur durch die Aufzucht. eine westfälische Kohlwurst ist eben was anderes als eine Braunschweiger, ober wohl sie grundsätzlich vom gleichen Tier stammen könnten.

    Wenn ich eine Stück Fleisch kaufe würde ich gern wissen: Rasse, Aufzuchtbedingungen, ggfls LAnd/Region, Schlachter, Verarbeiter / Verpacker.


    Und diese Webseite "Heimat auf den Tisch" ist wirklich nur Werbung, hübsch anzusehen, der Informationsgehalt eher gering.
    Zuletzt geändert von Fleischbranche.de; 25.11.2017, 17:45.

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  • Ennox
    antwortet
    Aw: Regionale Produkte...hat es der Fleischer verpennt?

    Sehr geehrter Herr Locher,

    wie oft sind Sie den zum Metzger Ihres Vertrauens einkaufen gegangen?
    Wie oft haben Sie in Ihrer Familie und Bekanntenkreis kommuniziert, das man doch lieber beim regionalen Metzger einkaufen sollte?

    Wieso haben Sie in Ihrer Signatur einen Link zu einer Schulungsseite für Fachwissen, auf der ganz klar Verkäuferinnen aus dem Lebensmittel-Einzelhandel angesprochen werden?

    In ihrem ersten Beitrag schreiben Sie das Sie dorthin mussten, unterstützen diese aber indirekt!

    Meiner persönlichen Meinung nach ist das keine Problem des Marketing, sondern liegt an vielen Faktoren! Dazu weiter unten mehr!

    Frau Bechtel schreibt in Ihrem Beitrag, das die Metzger das Fleisch aus dem Großhandel bekommen und es deshalb nicht kommunizieren Regionales Fleisch zu haben!
    Wieso ist das so!
    Heute darf dank EU ja keiner mehr selbst schlachten dessen Betrieb nicht den Richtlinen entspricht.
    Je nach dem sind kleine Metzger auf Ihre bestehenden Räumlichkeiten angewiesen und können nicht einfach so mal schnell Umbauen erweiteren etc.
    Selbst wenn es möglich wäre muss man abwägen ob sich sie Investition lohnt.
    Dann schau ich über die Grenze nach Frankreich und kann nur den Kopf schütteln und mich fragen ob Frankreich überhaupt in der EU ist. Wie da teilweise die Betriebe aussehen, in Deutschland wäre so ein Laden schon lange zu.

    Die Verbraucher lassen sich einfach nur blenden von den Aussagen des Lebensmittel-Einzelhandel, Region ist keine geschützter Begriff und auch nicht definiert was das den bedeutet.
    Da wird eine Eigenmarke mit dem Begriff Heimat versehen und schon ist das Gewissen des Verbraucher beruhigt!
    Da sollte unsere Regierung mal richtig tätig werden! Aber nein, da werden irgendwelche auslegbaren Definitionen geschaffen das man ja keinem auf den Schlips tritt!
    Region ist Umkreis < 50km und basta, dann wäre die Sache klar!

    Meines Erachtens liegt alles in der Hand des Verbrauchers, was ich schon Doppel-Moral erlebt habe ist einfach nur traurig.
    Der Mensch will es heute bequem, billig, ökölogisch erzeugt, am besten gleich alles Bio und auch der Erzeuger soll noch fair bezahlt werden, auch bloß nichts aus Massentierhaltung. Achja und ständig verfügbar soll auch noch alles sein!

    Auch der Preisunterschied wird im Thema angesprochen. Dieser exiestiert nicht wirklich, es wird nur suggeriert das es so wäre und alle glauben es. Ein Qualitätsprodukt kostet im Lebensmittel-Einzelhandel genau soviel wie beim kleinen!
    Kaufen Sie mal ein paar Wiener im Saitling beim blau/gelben und beim kleinen Metzger. Wohlgemerkt, bei beiden nicht im Angebot. Sie würden sich wundern!

    Zum Thema Doppelmoral muss ich hier noch was schreiben.
    Zum Beispiel ein Bekannter kommt nicht umhin immer wieder zu betonen wie toll es doch ist, noch ein Metzger im Dorf zu haben und wie toll doch die Wurst schmeckt. Einmal alle drei Monate vielleicht, steht er im Laden und kauft 250g Hack und 100g Lyoner.
    Bekannte regten sich darüber auf das die großen Elektronik-Märkte den Kleine Fachhandel Vorort kaputt machen (Sie arbeiten dort)! Drei Sätze später erklären Sie wie toll es doch ist bei Aldi einzukaufen!
    Ein Rentnerpaar lässt sich von uns beliefern, alle drei Wochen mal, Produkte die Sie nicht in einem Einkaufstempel bekommen und erklären dazu auch noch das z.b. Blut- & Leberwurst von dort nicht schmeckt und Sie nur das bei uns kaufen! Fragen dazu noch ob die Umgehungsstrasse ( Die nicht wirklich ein ist, da es die Strasse schon vorher gab, wurde nur verbessert ) uns Kunden gekostet hätte! Der Weg zu ihrem bevorzugte Einkaufsmarkt führt direkt an unserem Geschäft vorbei!

    Meiner Meinung gehören die Verbraucher richtig aufgeklärt, mit ganz klaren Definitionen seitens der Gesetzgeber!

    Das ist sicher auch die Aufgabe des Marketing des Einzelnen, leider sehe ich ohne Vergleich dabei nicht die Chance das der Verbraucher mal aufwacht.

    So nun habe ich mich genug ausgelassen und wünsche einen schönen Sonntag

    Liebe Grüße,
    Ennox

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  • Gabriele Bechtel
    antwortet
    Aw: Regionale Produkte...hat es der Fleischer verpennt?

    Meines Wissens ist die Seite noch relativ neu. Da gilt es abzuwarten, was die einzelnen Mitglieder der Verbände daraus machen und ob es den gewünschten Erfolg bringt. Ich glaube auch nicht, dass das etwas ist, was kurzfristig viel Umsatz bringt. Doch es ist ein Schritt in die richtige Richtung, nämlich Aufklärungsarbeit beim Verbraucher zu leisten und ihn für regionale Produkte und ihre Vorteile zu sensibilisieren. Das ist gerade beim Fleisch ein starkes Verkaufsargument (kurze Transportwege, kein Stress, heimisches Futter für die Tiere, etc. -was sich auf die Fleischqualität auswirkt). Und das halte ich für wichtig, dem Verbraucher bewusst zu machen.

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  • Tobias Locher
    antwortet
    Aw: Regionale Produkte...hat es der Fleischer verpennt?

    Das ist zwar ne nette Seite und stellt die Verbände dar, die auch zusammenarbeitenn sollten.
    Aber ob ich dadurch mehr Umsatz generieren kann?

    Werben die Fleischer bereits damit?

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  • Gabriele Bechtel
    antwortet
    Aw: Regionale Produkte...hat es der Fleischer verpennt?

    Hier ein gelungenes Beispiel für eine Internetseite, die für regionale Produkte des Handwerks wirbt:

    http://www.heimat-auf-dem-tisch.de/

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  • Tobias Locher
    antwortet
    Aw: Regionale Produkte...hat es der Fleischer verpennt?

    Hallo Gabriele,
    vielen Dank für die Beispiele.
    Es scheint also doch zu gehen. Der Fleischer, welcher regionales Fleisch oder weitere Produkte anbietet, muss in seiner Argumentation, wie solche Produkte verkauft werden, mehr unterstützt werden.
    Somit ist er auch in der Lage, den Preisunterschied, welcher er ja nun mal aufgrund seiner höheren Produktionskosten hat, die Themen weg zu reden.
    Ich würde es klasse finden, wenn wir hier noch ein paar Argumente finden könnten, die den Fleischer dabei unterstützen, seine Argumentationen zu verbessern.

    Schönen Gruß
    Tobias

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  • Gabriele Bechtel
    antwortet
    Aw: Regionale Produkte...hat es der Fleischer verpennt?

    Hallo Tobias,
    meiner Erfahrung nach gibt es 2 Hauptursachen:
    1.der Fleischer bekommt sein Fleisch aus dem Großhandel und weiß selbst nicht so genau, wann es woher kommt (das ist häufig dann der Fall, wenn in der Umgebung gar keine Viehhaltung mehr betrieben wird, z.b. in der Pfalz).
    2. der Fleischer bekommt sein Fleisch aus der Umgebung und glaubt seine Kunden wüssten das schon - er macht also nicht aktiv Werbung dafür.
    Ich halte die Herkunft aus der Region und vor allem die artgerechte Haltung der Tiere für Hauptargumente für den Metzger vor Ort, womit er punkten kann. Ich habe unter meinen Kunden sehr positive Beispiele, wie sich das als Werbeargument gut nutzen lässt, z.B. im Laden TV (Metzger ist zu sehen, wie er auf den Höfen in der Region ist und die Tiere begutachtet), als Werbeplakate oder in einer Imagebroschüre der Metzgerei.
    Wenn ein Metzger nicht die Möglichkeit hat, sein Fleisch beim Viehhändler der Region zu beziehen, kann NEULAND Fleisch eine Alternative sein. Auch hier wird viel Wert auf Herkunft, artgerechte Haltung und nicht manipuliertes Futter gelegt.
    Das wird allerdings nicht funktionieren, wenn der Metzger rein über den Preis verkaufen will, denn Fleisch aus artgerechter Haltung ist etwas teurer, garantiert jedoch auch eine ganz andere Qualität. Das ist es, was meiner Meinung nach, dem Verbraucher gesagt werden muss.
    Dem Fleischer sollte es wichtig sein, gutes Fleisch zu verarbeiten und zu verkaufen. Diese Philosophie sollte er leben und ausstrahlen, er selbst, über seine VerkäuferInnen, über seine Werbung und Kommunikation - dann wird er glaubhaft und authentisch sein. Und der Verbraucher wird sich bei ihm gut aufgehoben fühlen.
    Zuletzt geändert von Fleischbranche.de; 25.11.2017, 17:45.

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  • Tobias Locher
    hat ein Thema erstellt Regionale Produkte...hat es der Fleischer verpennt?.

    Regionale Produkte...hat es der Fleischer verpennt?

    Hallo Zusammen,
    ja...ich war mal wieder einkaufen. Da der Fleischer meines Vertrauens dicht gemacht hat, war ich heute gezwungen im Einzelhandel einkaufen zu gehen.
    Da ich regionale Produkte liebe...war ich in diesem Markt genau richtig. Kartoffel vom Bauern um die Ecke, der Wein wuchs nur 20 Kilometer von mir entfernt in einer schönen Gegend.

    Als ich in der Fleischabteilung war, da viel es mir auf, Fleisch aus der Region. Die Regionsangabe ist zwar einige Kilometer entfernt, aber es suggeriert mir ein gutes Gefühl.

    Dann stellte ich mir die Frage, wie wirbt den ein Metzger, welcher ja lokal produziert, genau weiß, welches Inhaltsstoffe verwendet usw. Dennoch läuft der Lebensmitteleinzelhandel dem Fleischer den Rang ab.
    Ist es ein Marketingproblem, das zwar jeder weiß, der Fleischer produziert lokal, aber keinen interessiert es?
    Mir brennt die Frage unter den Fingernägeln, was muss getan werden, damit die Fleischer in Sachen regionale Produkte besser dastehen, als der Lebensmitteleinzelhandel von nebenan. Was machen wir also falsch?

    Schönen Gruß
    Tobias
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