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Ist Vegetarismus nur ein Trend?

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    Ist Vegetarismus nur ein Trend?

    Hallo zusammen,

    ich habe mich gefragt, wie ihr mit dem Trend Vegetarismus umgeht? Gibt es auch einige unter euch, die sich vegetarisch ernähren, aber auch Fleisch verkaufen? Falls ja, wie gelingt euch der Spagat zwischen Arbeit und Lebensweise?
    Ich persönlich bin fasziniert von der Kunst der Zubereitung von verschiedenen Fleischsorten, muss aber auch zugeben, dass ich die ethischen Gründe für vegetarische Ernährung nachvollziehen kann. Habt ihr bestimmte Tipps, wie ihr die goldene Mitte zwischen den beiden Lebensweisen findet?

    #2
    Hallo fleischfan,

    ich habe bei der Thematik Vegetarismus / Veganismus höchste Bedenken, ob ein Mittelweg gefunden werden kann. -ismus deutet auf dogmatisches Gedankengut hin, und da kann nur Akzeptanz und Toleranz (von beiden Seiten!) helfen, um friedlich nebeneinander leben zu können.

    Wer sich in Freiheit und im Vollbesitz seiner geistigen Kräfte fleischlos ernähren will und dabei gesund und leistungsfähig bleibt, soll das machen und damit glücklich werden. Solche Personen sollen aber mit der gleichen Toleranz den Fleischessern gegenüber treten.

    Problematischer wird es mit fleischloser Ernährung für Schutzbefohlene im Abhängigkeitsverhältnis zum direkten Ernährer. Hier kommt zur Eigenverantwortung noch die kumulative Verantwortung für die Gesundheit und das langfristige Wohlergehen der Schutzbefohlenen dazu. Wenn solchen schutzbefohlenen Personen ein Ernährungsverhalten aus besonderer Weltanschauung aufgezwungen wird ohne eine freie Auswahl von algemein als gesund anerkannten Lebensmitteln in Selbstbestimmung auswählen zu lassen, dann bewegen wir uns im Bereich von dogmatischem Verhalten. Wenn dann gleichzeitig noch Hass oder Ablehnung für sich anders verhaltende Bevölkerungskreise dazu kommt und aktiv vermittelt wird, dann muss dies zwangsläufig zu Aggressionen führen, deren Folgen schlussendlich die Allgemeinheit zu tragen hat.

    Zuviel Fleischkonsum ist für uns Menschen zweifellos ungesund. Die Evolution zeigt aber deutlich, dass der Mensch einst mit mehr Fleischkonsum grössere Entwicklungsschritte gemacht hat. Also ist die in der Fragestellung erwähnte goldene Mitte doch Realität. Ich würde aber eher die These vertreten, dass ein dem vitalen Bedarf angepasster Fleischkonsum für alle Menschen hinsichtlich guter Gesundheit zielführender wäre, als eine Aufteilung der Bevölkerung in Vegetarier/Veganer und Fleischesser.

    Eine viel interessantere Fragestellung sehe ich im Fettkonsum, als im Fleischkonsum. Ist es sinnvoll, dass wir uns über Palmfett ereifern, gleichzeitig aber anfallende tierische Fette vor Ort abklassieren und entsorgen? Eine mögliche Antwort darauf könnte uns die Preisgestaltung bei Proteinen und Fetten während grösseren Versorgungskrisen geben. Beispiele dafür haben wir aus jüngerer Vergangenheit genügend!

    Die ethische Frage möchte ich hier gar nicht diskutieren. sowohl monetär ausgerichtete Massentierhaltung als auch der brutale Überlebenskampf der Tiere in freier Natur mögen unsere zartbesaiteten Gemüter aufs schlimmste erregen. Da sehe ich nicht ein, warum ein Wolf, der seine Opfertiere aufs Übelste zurichtet, mehr moralischer Schutz erhalten soll als ein Viehzüchter/-mäster, der seinen Tieren zuwenig gut schaut.

    Liebe Grüsse aus der Schweiz, und bleibt negativ!
    Stephan Weber

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      #3
      In der Fleisch­bran­che war ich kurz mal tä­tig. So­lan­ge ich frei bin, mei­nen Er­näh­rungs­An­teil an Fleisch, des­sen Zu­stand beim Ver­zehr und die mir zu­sa­gen­den Qua­li­täts­kri­te­ren gut selbst­zu­be­stim­men und so­lan­ge ich (wie al­le) un­ter Wirt­schafts­zwang ste­he, ha­be und hät­te ich kei­ner­lei ernst­zu­neh­men­de Pro­ble­me beim Ar­bei­ten in ihr.

      Ve­ge­ta­ris­mus oder gar Ve­ga­nis­mus hat­te mich einst auch gar nicht in­ter­es­siert. Be­fasst ha­be ich mich da­mit le­dig­lich im Zu­ge gänz­li­chen Imi­tie­rens der Er­näh­rung wild le­ben­der Af­fen. Hier­bei heg­te ich die Hoff­nung, durch Ve­ge­ta­ris­mus oder gar Ve­ga­nis­mus er­heb­lich Ko­sten-, Ein­kaufs- und La­ger-Auf­wand von Le­bens­mit­teln ein­zu­spa­ren, wor­auf ich un­zäh­li­ge Ver­su­che an­stell­te. Aber der Groß­teil mei­ner Hoff­nun­gen wur­de mir zu­nich­te ge­macht, in­dem je­der die­ser (wild­nis­äf­fi­schen) Ver­su­che mich stets all­mäh­lich und letzt­end­lich über­deut­lich in die Sack­gas­se to­ta­ler Un­ge­nieß­bar­keit so­wie Un­ver­dau­lich­keit al­ler pflanz­li­chen [Roh]­Le­bens­mit­tel führ­te.
      _Un­ter her­kömm­li­cher Er­näh­rungs­va­ri­an­te ver­fü­ge ich lei­der über kei­ner­lei Ei­gen­er­fah­rung. Ab­ge­se­hen da­von las­sen un­ter die­ser die Er­geb­nis­se zu­meist sehr viel län­ger auf sich war­ten wie un­ter der wild­nis­äf­fi­schen.

      Von mei­nem Freun­des­kreis üben den Ve­ge­ta­ris­mus oder gar Ve­ga­nis­mus (in kalt- oder heiß­zu­be­rei­te­ter Va­ri­an­te) meh­re­re aus; und ich ak­zep­tie­re dies. Von vie­len Ve­ge­ta­ri­ern bzw· Ve­ga­nern (meist in Veg­gie-Le­bens­ge­mein­schaf­ten und au­ßer­halb mei­nes Freun­des­krei­ses) wird der Ein­be­zug tie­rie­scher Le­bens­mit­tel aber gar nicht oder nur un­gern to­le­riert.
      Zuletzt geändert von Surowlis; 09.12.2020, 12:59.

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        #4
        Ich kenne einige Vegetarier und Veganer und weiß von diesen, dass ein Beruf in der Fleischbranche niemals für sie in Frage kommen würde.
        Ich denke ganz wichtig ist dabei zu unterscheiden, ob einzelne Personen wirklich aus Überzeugung auf tierische Produkte verzichten oder ob der Antrieb ein anderer ist. Menschen, die aus Überzeugung und wegen der Liebe zum Tier auf Fleisch verzichten, würden nicht in Berufen tätig sein, die mit der Tötung in Zusammenhang stehen.

        Ich persönlich kann mit mir selber gut leben, wenn ich bewusst und in Maßen tierische Produkte konsumiere. Ich esse selten Fleisch, aber wenn ich es esse, dann esse ich es gerne und setze auf gute Produkte vom Metzger. Ich besorge nie Fleisch, das ich nicht auch vollständig verwerte und aufesse.
        Ich denke man findet für sich selbst die goldene Mitte sofern man Verantwortung für sein Handeln trägt. Man ist nicht dann ein besserer Mensch, wenn man immer auf Fleisch verzichtet. Es mag Leute geben, die zwar Fleisch essen, dafür aber anderweitig viel Beitrag zum Umweltschutz o.Ä. liefern und genau so gibt es sicherlich Vegetarier, die das nicht tun.

        Lieben Gruß
        Ewi

        Kommentar


          #5
          Zitat von meat.me Beitrag anzeigen
          Ich kenne einige Vegetarier und Veganer und weiß von diesen, dass ein Beruf in der Fleischbranche niemals für sie in Frage kommen würde.
          Ich denke ganz wichtig ist dabei zu unterscheiden, ob einzelne Personen wirklich aus Überzeugung auf tierische Produkte verzichten oder ob der Antrieb ein anderer ist. Menschen, die aus Überzeugung und wegen der Liebe zum Tier auf Fleisch verzichten, würden nicht in Berufen tätig sein, die mit der Tötung in Zusammenhang stehen.

          Ich persönlich kann mit mir selber gut leben, wenn ich bewusst und in Maßen tierische Produkte konsumiere. Ich esse selten Fleisch, aber wenn ich es esse, dann esse ich es gerne und setze auf gute Produkte vom Metzger. Ich besorge nie Fleisch, das ich nicht auch vollständig verwerte und aufesse.
          Ich denke man findet für sich selbst die goldene Mitte sofern man Verantwortung für sein Handeln trägt. Man ist nicht dann ein besserer Mensch, wenn man immer auf Fleisch verzichtet. Es mag Leute geben, die zwar Fleisch essen, dafür aber anderweitig viel Beitrag zum Umweltschutz o.Ä. liefern und genau so gibt es sicherlich Vegetarier, die das nicht tun.

          Lieben Gruß
          Ewi
          Sehr gut zusammengefasst. Da stimme ich voll und ganz zu

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            #6
            Ich ernähre mich selber nicht vegan oder vegetarisch, aber ich bin genauso wie meat.me. Ich bin ganz bewusst mit meinem Fleischkonsum. Ich versuche auch, ausgewogen und regelmäßig Gemüse zu essen. Ich denke, man sollte einfach gegenseitig respektieren. Jeder hat seinen Anteil und seine Rolle auf dieser Welt. Die eine als Veganer oder Vegetarier, die eine andere durch ein anderes Handeln zur Unterstützung des Umweltschutzes.

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              #7
              Ich esse auch immer bewusst Fleisch und schaue beim Einkaufen immer, dass das Fleisch soweit wie möglich aus der Region stammt. Zusätzlich lege ich pro Woche 1-2 vegetarische Tage ein, an denen ich ganz bewusst kein Fleisch esse. Komplett auf Fleisch verzichten könnte ich nicht, aber ich respektiere jeden der das für sich entschieden hat.

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                #8
                Ich kenne ebenso einige Menschen, die zwar keinen Fleisch essen, ein solches Restaurant betreiben, wo auch Fleischgerichte als Angebot zur Verfügung stehen. Ich finde es wichtig, dass man die Balance findet und auf einmal nicht radikal wird, was Vegetarismus betrifft. Ich akzeptiere die Vegetarier und halte es für unglaublich wichtig, dass es umgekehrt auch so ist. Ich konsumiere Fleisch auch bewusst, esse den selten und Fleisch aus Massentierhaltung vermeide ich. Außerdem hat Fleisch in vielen Kulturen eine große Bedeutung, deswegen ist es sehr schwierig, mit dessem Konsum absolut aufzuhören. Bewusst konsumieren ist aber gar nicht so kompliziert!

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                  #9
                  Ich glaube dass der Vegetarismus sich so gestärkt hat durch eine art Aufklärung und Umschwung von Bewusstsein. Auch wenn es sicherlich den meisten Menschen noch schmeckt Fleisch zuessen, sehen viele die andere Seite und beschließen, dass es das nicht "wert" sei. Ich denke dass der Vegetarismus trotzdem auch eine Art Trend ist, denn somit entsteht ja auch eine Art Gruppenzwang. Dennoch sollten beide Seiten sich akzeptieren.

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                    #10
                    Meiner Meinung nach sollte jemand der überzeugt davon ist, dass er auf Fleisch verzichten möchte, aus moralischen Gründen, nicht in der Fleischbranche tätig sein. Das widerspricht sich für mich. Ich bin tolerant Vegetarier und Veganer gegenüber, denn jeder sollte seine eigenen Entscheidungen treffen. Aber ich finde dennoch, dass dieselbe Akzeptanz sollten auch Fleischessern gegeben werden.

                    Ich finde, dass man sowieso eine abwechslungsreiche Ernährung zu sich nehmen soll und deshalb auf seinen Fleischverzehr sehr bewusst darauf achten sollte. Da ich gerne mein Fleisch bei einem regionalen Bauern besorge, kann ich auch meinen Konsum auch gut kontrollieren.

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                      #11
                      Hallo Stephan Weber,
                      ich hab noch mal über deine Worte zur goldenen Mitte beim Fleischverzehr nachgedacht. Also es scheint ja auch mehr oder weniger bestätigt zu sein, dass die goldene Mitte mitunter auch die gesündeste Art ist, sich zu ernähren?
                      Natürlich muss moralische Bedenken jeder mit sich selbst ausmachen und die jeweils andere Seite tolerieren. Aber in Maßen scheint Fleischkonsum zumindest eher gesundheitliche Vorteile zu bringen!
                      Zuletzt geändert von Fleischbranche.de; 08.03.2021, 19:38. Grund: Format angepasst

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                        #12
                        Hallo mr.meat,

                        schön dass wir bezüglich Fleischkonsum zur selben Erkenntnis kommen. Ich sehe hier weniger ein generelles Problem, denn die Vernunft wird sich langfristig durchsetzen.
                        Viel eher sehe ich ein mittel- und langfristiges Problem im Umgang mit tierischen Fetten. Die Konsumenten verschmähes es, die Zuchtorganisationen züchten es zunehmend weg, und die Weltverbesserer schreien nach Boykott für Palmölprodukte.
                        Den Palmölproduzenten mögen wir ihr Einkommen nicht gönnen, eigenen Rohstoff klassieren wir ab oder entsorgen ihn sogar, ersetzen ihn mit Zuckerarten, und zum Schluss lassen wir uns gegen aus Fehlernährung entstehende Zivilisationskrankheiten behandeln???
                        Wenn wir nicht schon bei COVID-19 die fortschreitende Verblödung der Zivilisation erkennen könnten, hier wäre die nächste Gelegenheit dazu.

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