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Schweizer Fleisch-Fachverband fordert deutlich höhere Preise

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    Schweizer Fleisch-Fachverband fordert deutlich höhere Preise

    Der Schweizer Fleisch-Fachverband hält rund 15 Prozent höhere Verkaufspreise für Schweinefleisch und etwa 10 Prozent Preisaufschlag bei Wurstwaren für gerechtfertigt, berichtet unter anderem Der Landbote. In der Metzgerei oder im Supermarkt mache dies beispielsweise pro 100 Gramm Cervelat (der Schweizer Nationalwurst) etwa 15 Rappen aus.

    Begründet werde das mit höheren Schlachtpreisen. Die Erhöhungen seien im Interesse der Verbraucher, weil nur so hohe Qualität geboten werden könne.

    Nachzulesen ist das hier: Schweizer Fleisch-Fachverband fordert höhere Schweinefleischpreise

    Wie sieht das denn in Deutschland an den Theken aus, vorallem, nachdem die Discounter vor nicht sol langer Zeit manchen Fleisch- und Wurstartikel eher verbilligt hatten?
    Thomas Pröller

    Fleischermeister
    Dipl. Ing. Lebensmitteltechnologie

    mailto:thomas@proeller.de

    #2
    Hallo Thomas.
    Danke fuer den Artikel.
    Ich beziehe mich vorerst auf folgenden Wortlaut :
    Begründet werde das mit höheren Schlachtpreisen. Die Erhöhungen seien im Interesse der Verbraucher, weil nur so hohe Qualität geboten werden könne.

    Das höhere Schlachtpreise bzw. Schlachtgebühren auf die VK-Preis der Fleisch- und Wurstartikel durchschlagen könnten, wurde auch in Deutschlands Innungen heftig diskutiert. Die Resultate waren in den meisten Fällen dann tatsächlich Preiserhöhungen. Dies sehe ich immer als die billigste Denkinvestition in solchen Situationen. Man denkt garnicht über Alternativen nach, welche zu einem finanziellen Ausgleich der Schlachtpreiserhöhung führen könnte. Da es sich nicht um horrende Summen für die einzelnen Metzger handelt, brauchte sich, bei ein wenig betriebswirtschaftlicher Steuerung bzgl. z.B. Verbrauchsgütern, Wasser, Elektrizität (frei nach Sten Höhl, -Machs Licht aus !) o ä. garnichts am Preis der Waren zu ändern.

    Was die betroffenen Großschlachter betrifft kann man, wenn es nicht schon praktiziert wird, Preisstaffeln mit Preisen verhandeln, die dann im Rahmen der Erlöse verkraftet werden können.

    Desweiteren muss sich bei einer Aussage wie dieser : Die Erhöhungen seien im Interesse der Verbraucher, weil nur so hohe Qualität geboten werden könne jeder Metzger in der Schweiz fragen lassen, wie er eine Qualiätsminderung, begründet durch die Gebührenerhöhung, durchhalten und welche Alternativen er den Kunden bieten will.
    Das ist m.M.n. eine Revolver an den Kopf-Politik, wobei der Schuss garantiert nach hinten losgeht. Zu solchen unklugen Aussagen würde ich mich als Vertreter der Metzger oder als selbständiger Metzger nicht hinreissen lassen.

    Man betrachte dann ein Schild im Schaufenster des Metzger X, worauf geschrieben steht: Ab Montag werden wir aufgrund der Schlachtpreiserhöhung den Fleischanteil in unserer Wurst Y um 40% verringern und ersatzweise Pansen (gebrüht) einarbeiten. Wir bitten um Verständnis.

    Mit dem Hintergrund dieser, meiner Gedankengänge, frage ich mich, ob im theoretischen Teil der Meisterkurse das Fach Jammern immernoch besteht.

    Das Fleisch, fuer mein Empfinden, viel zu billig ist, will ich nochmals erwähnen.
    Preiserhöhungen akzeptiere ich nur, wenn sich tatsächlich etwas in der Tierhaltung und den Umständen dafür ändert.
    Neudeutsch heisst das,- Back to the roots.

    Solange ein goldgraviertes Döschen Katzenfutter mit Rein Schwein und eine Dose Hundefutter mit Rein Rind in den Regalen auch der schweizer Supermaerkte steht, ist Fleisch weiterhin ein Wegwerfartikel in einer Wohlstandsgesellschaft, welche Preiserhöhungen nur in soweit akzeptiert, so lang sie nicht auf den Ankauf von Markenartikeln und in die Freizeitgestaltung einwirken.
    Auch bei den Kunden und Kollegen in der Schweiz.

    Gruss

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      #3
      Interessanter Artikel,
      da werden unsere neue Nutzer von www.fleischbranche.ch (derzeit auf Fleischbranche.DE umgeleitet) sicherlich gerne mitreden ;-)
      Zuletzt geändert von Ivan Besser; 09.05.2014, 09:27.
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        #4
        Hallo Zusammen,

        ich bin fest überzeugt, dass auch wir in Deutschland dort etwas machen müssen... wie kann oftmals Tiernahrung teurer Angeboten werden als Fleisch- und Wurstprodukte....

        Gruß
        Alex

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          #5
          Interessante Frage, doch ich denke, dass die Antwort darauf einfach ist. Viele Verbraucher sind einfach bereit für einen 5L-Kasnister Motorenöl 50€ zu bezahlen und wenn das Katzenfutter 12€/kg kostet, dann ist das für den Stubentiger nicht zu teuer, weil es auch 20€/kg kosten könnte und viele würden es kaufen.

          In aller Regel ist es aber dennoch so, dass diejenigen welche das teure Katzenfutter kaufen auch diejenigen Verbraucher sind, welche sich auch selbst mal einen Parmaschinken oder ein Rinderfilet gönnen, weil sie einfach genügend Geld zur Verfügung haben.

          Fairerweise muss man auch sagen, dass es auch sehr günstiges Katzenfutter gibt.


          Dazusagen muss man übrigens auch, dass in der Schweiz die Fleischpreise für den Endverbraucher i.d.R. doppelt so hoch sind als in Deutschland. Das hat übrigens auch damit zu tun, dass das schweizer Personal in das Fleischbranche deutlich besser bezahlt wird als wir das aus Deutschland kennen.

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            #6
            Das weiss z. B. Mc. Donalds ganz genau.

            Deshalb kostet ein Cheeseburger Royal in Zürich 6.50 CHF
            was nach aktuellem Wechselkurs 5,33 € wären.
            In Berlin kostet das selbe Produkt 3,89 €.
            In Qingdao kostet es 1,83 € was die Vietnamesen sicher noch unterbieten können.

            Aber einmal vom Mc.Donalds-Index abgesehen, traue ich es jedem Inhaber eines FF-Geschäftes zu, dass er/sie das Lohnneviau in seinem Bezirk kennt um z.B. kalkulieren zu können was er für seine Waren überhaupt nehmen kann. Egal ob in der Schweiz oder in Deutschland.
            Ich kann mir vorstellen, dass 100g Wurst in Berlin Unter den Linden etwas teurer sind wie die gleiche Menge in Düngenheim/Eifel.

            Das ist aber abweichend, denn im Hinblick auf das angeglichene Lohn-Preisneviau der einzelnen Länder spielt es letztlich eine untergeordnete Rolle wer was wo verdient und für seinen Lebensunterhalt ausgeben muss.

            Ein Aufschlag auf die Schlachtkosten oder Schlachtgebühren rechtfertigt
            für mich ! nicht, die Qualität der Fleisch-und Wurstprodukte vakant zu stellen und gegenüber dem/n Kunden eine Qualitaetsminderung oder einen Preisaufschlag alternativlos (Grüße an Frau Merkel) darzustellen.

            Das kann aber jeder machen wie er will. Ob in der Schweiz, in Deutschland oder einem anderen Steuerparadies auf dieser Welt.

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