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Schächten in Deutschland erlaubt?

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  • Schächten in Deutschland erlaubt?

    Wie ihr der Überschrift entnehmen könnt frage ich mich, ob in Deutschland das Schächten erlaubt ist!? Gibt es für die Muslime eine Ausnahmeregelung? Danke

  • #2
    Moin Mario. Eigentlich ist Wikipedia fuer mich keine serioese Quelle aber bezueglich Auskunft ueber die Situation zu deinem Thema kann man durchaus annehmen.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Sch%C3%A4chten
    Dort kannst du zuerst die Rechtslage lesen und dann zur Schächtverbot in der Zeit des Nationalsozialismus uebergehen.
    Wenn du den Propagandamist weglaesst kommst du auf die eigentlichen Gruende.
    Ich wuerde mich freuen, wenn du dich in irgendeiner Form gegen das Schaechten engagieren wuerdest.
    Die Doppelmoral diesbezueglich kuebelt mich an.
    Wer fuer diese Doppelmoral verantwortlich ist musst du selbst rausfinden.
    LG

    Nachtrag.
    Was mich aber vor ein paar Monaten sehr wunderte ist der Umstand, dass man Kosher und HALAL-Schweinefleisch ! aus Deutschland beziehen kann.
    http://www.alibaba.com/product-detai...838.0.0.vkETTy
    Kosher/HALAL und Schweinefleisch ist nach meinem Dafuerhalten schon ein Widerspruch in sich aber die Wege des Herrn sollen ja unergruendlich sein. Ich will mir aber nicht vorstellen, wie geschlachtet wird um Kosher/HALAL-Schweinefleisch zu bekommen. Und dann noch aus Deutschland? Ist das moeglich?
    Zuletzt geändert von wuschel; 04.04.2017, 04:47.

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    • #3
      Ich soll einmal kurz die Welt retten? Kein Problem, bin dann mal unterwegs!

      Ich bin seit rund 40 Jahren Metzger und habe jede Menge Tiere geschlachtet in meinem Leben, aber es ging immer mit Verstand und einer Fachkenntnis zur Sache.
      Gestern bin ich einer Person begegnet, die mich drauf angesprochen hat und ich konnte ihr keine sicherere Auskunft über das Schächten in Deutschland geben. Daher meine Frage hier im Forum.

      Zu den Wikipedia Sprüchen: ob das Tier nach kurzer Zeit bewusstlos wird, stelle ich mal dahin, auch ob das Tier keine Schmerzen erleide ist für mich sehr fraglich. Wenn man von einem gesunden Menschenverstand ausgeht und sich in die Position des Tieres hineinversetzt, dann kann man sich schon vorstellen welche Panik und Todesangst in so einem Wesen vorgeht. Rituale hin oder her, ich finde das eine Riesen Sauerei in unserem Land, nur weil da manche Muslime glauben ihren Glauben hier propagieren zu müssen.

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      • #4
        Hallo Mario,
        unabhängig vom Leid der Tiere sollte man so tolerant sein, diese religiösen Vorschriften zu akzeptieren.
        Dies gilt sowohl für eine koschere oder eine Halal gemäße Fleischerzeugung.

        Wir haben uns aufgrund des Wohlstands und einer vermeindlichen Aufgeklärtheit immer mehr von unserem Glauben entfernt. Religionsunterricht ist freiwillig, eine Fastenzeit im klassischen Sinn gibt es nicht mehr, es ist normal das Fleisch auch Freitags auf den Tisch kommt, usw.

        Wir betreiben selber eine perfektionierte Tiervernichtung, angefangen bei Rassenauswahl und Sauenproduktivität bis hin zur Tötungsmaschinerie wo 1000 Schweine pro Stunde Schlachtleistung aus Kostengründen erreicht werden muss !
        Unser Konsum beschränkt sich auf wieviel % der anfallenden Fleischmenge.
        Wenn die Schlachtnebenprodukte nicht in andere Teile der Welt verkauft würden erstickten wir in Innereien, Pfoten, Köpfen usw.
        Unser Frischfleischkonsum beschränkt sich doch nur auf einen kleinen Teil der Edelteilstücke !
        Das gilt auch für andere Fleischsorten, wie Pute, Hähnchen usw, wo im Prinzip nur die Brust marktrelevant ist.

        Entgeht all das unserem gesunden Menschenverstand ?

        Gott sei Dank brauchen wir bei uns noch keine Schlachthöfe, wo 2000 Stk Rinder pro Woche Halal oder Koscher geschlachtet werden müssen !


        ...und auch wir sollten mehr unserem christlichen Glauben folge leisten und praktizieren.

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        • #5
          Moin Mario.
          Die Welt retten? Da wuerde ich folgende Reihenfolge vorschlagen: Bundesland, Deutschland, Europa und dann die Welt. Ich fuerchte aber, dass es beim Bundesland schon scheitern wuerde. Man sollte auch nicht immer auf die Musels schimpfen. Mal ueberlegen wer schon lange vor den Musels in Deutschland war, denn das waren die Urheber und dann ueberlegen, wer die Masse der Musels nach Deutschland eingeladen hat. Und danach wer sie immernoch zu 100000den herzlich Willkommen heisst. Wobei wir wieder bei der Rettung des Bundeslandes waeren. Wenn man nichts aendert, bleibt alles so wie es ist und damit entfaellt eine Beschwerde ueber die Umstaende die dazu beitrugen. So ist das beim Schaechten und so ist das bei der Rettung der Welt. Nach der naechsten BT-Wahl koennen wir nochmals ueber Rettungen sprechen. Gerettet,- oder “Rette sich wer kann.”

          Toleranz? Wer von denen deren Schlachtmethoden wir tolerieren sollen ist tolerant zu unseren Schlachtmethoden? Ueberhaupt zu unserem kulturellen Leben? Wenn die Schlachtmethoden derer die wir tolerieren sollen eines Tages mehrheitlich ausgeuebt werden, dann bekommen wir soviel Toleranz, dass uns Hoeren und Sehen vergeht. Dann hat es sich im Bezug auf Schweineschlachtungen mit Sicherheit weitestgehend austoleriert. Eine Kostprobe empfehle ich im Durchblaettern der taeglichen Einzelfaelle beziehungsweise durch den Konsum auslaendischer Medien. Religionsbuechern, die wahrscheinlich schon hunderte Male umgeschrieben wurden um dem jeweiligen Gutduenken Rechnung zu tragen duerfen kein Ersatz fuer gesunden Menschenverstand sein. Und der gesunde Menschenverstand sagt mir, dass ich einem Tier nicht einfach die Gurgel durchschneide. Auch wenn der Ursprung, das Ritual, das Werkzeug und die Verarbeitung des Fleisches noch so schoengeschrieben wird. Das ist eines modernen Menschen nicht wuerdig. Uebrigens,- wir essen Freitags Fisch mit Kopf. Und ihr?
          Zuletzt geändert von wuschel; 05.04.2017, 09:46.

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          • #6
            Hallo zusammen,

            das Schächten von Tieren ist eine jämmerliche Schlachtmethode.

            Wir sollten solche Schlachtungen in unserem Land Grundsätzlich verbieten. Ich habe mir einige Schächtungen in Osteuropäischen Länder angeschaut. So darf man kein Tier schlachten. Das ist einfach nur Widerlich und Grausam.

            Wenn Religionen keine andere Schlachtmethoden zulassen, dann sollen jene in den Ländern bleiben, wo solche Sauereien erlaubt sind. Wir müssen nicht alles und jeden tolerieren. Wir Verbraucher haben eine Verantwortung den Nutztieren gegenüber. Auch wenn andere Kulturen und Glaubensfanatiker unsere Ansichten nicht tolerieren. Wir müssen auch jene nicht tolerieren.

            Der Verbraucher entscheidet wo er sein Fleisch kauft. Keiner wird gezwungen, Fleisch aus der Massentierhaltung und aus den Massenschlachtfabriken zu kaufen. Ich kaufe zwei bis drei Sauen pro Jahr, lebend aus der Ganzjahresfreilandhaltung direkt beim Erzeuger. Die Sauen werden stressfrei geschlachtet und das Fleisch ist der Hammer. Solch ein nussiges Aroma können sich die meisten Verbraucher gar nicht vorstellen. Das ist Fleisch der Superlative. Macht mehr Arbeit, kostet auch mehr, aber der Speck ist nur Geil. Egal ob Rauchfleisch, Wurst oder Grill. Für mich gibt es nicht besseres.

            Ob Massentierhaltung, Schächten, Massenschlachtung oder was auch immer. Wir Verbraucher müssen lernen, die Verantwortung zu übernehmen. Wenn der Verbraucher solche Praktiken nicht toleriert, sprich solche Waren nicht kauft, dann gibt es das auch nicht mehr. Ich habe keine Lust, das Leid der Tiere mitzuessen.

            Gruß

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            • #7
              Guten Tag allerseits,
              den Betrachtungen von wildwurst kann ich durchaus zustimmen, sie passen zu unseren westeuropäischen ethischen Grundwerten. Nur muss auf einer Metaebene auch die ökonomische Betrachtung angewendet werden: Wieviel Fleisch muss für wieviel Menschen in welchem Zeitraum zur Verfügung gestellt werden. Da wird der Lösungsansatz zwangsläufig ausserhalb idyllischer Verhältnisse zu suchen sein.
              Nun zum eigentlichen Thema Schächten. Was für uns grausam aussieht sollte auch in vernünftige Relationen gestellt werden. Wer schon einmal eine schwere Verletzung mit Lebensgefahr erlitten hat, wird bestätigen können, dass in der unmittelbaren Zeit nach der Verletzung nicht ein Schmerzempfinden registriert wird, sondern ein blosser Kampf ums Überleben abgeht, wo der Körper durch sofortige Hormonausschüttung (mir fehlen da die fachlichen Detailkenntnisse) in einen Ausnahmezustand versetzt wird. Ich stelle mir vor dass das Empfinden bei allen Säugetieren gleich ist, das Fixieren und auf den Rücken drehen wird sicher als äusserst unangenehm empfunden, aber nach einem sauberen Kehlschnitt wir genau der beschriebene Ausnahmezustand eintreten bis hin zur Bewusstlosigkeit durch Blutmangel im Hirn.
              Von Quälen würde ich erst dann sprechen, wenn mit stumpfen Schneidwerkzeugen verhältnismässig lange geschnipselt würde.
              Das Schächten ist in früherer Zeit sicher aus damals wissenschaftlichen Erkenntnissen heraus entstanden zur Optimierung von Haltbarkeit der Schlachterzeugnisse im damaligen regionalen Umfeld von klimatischen Verhältnissen und erkennbaren Verbesserungen am Produkt.
              Aus heutiger Sicht ist es überall auf der Welt möglich, technologische Möglichkeiten für Kühlhaltung und Logistik zu nutzen und damit die nötige Lebensmittelsicherheit zu gewähren. Somit würde den Nutztieren die nötige Würde zuteil wenn man sie mit bei uns anerkannten Tötungsmethoden so schnell wie möglich betäubt und damit in eine Wahrnehmungslosigkeit versetzt, bevor Entblutungsschnitte angesetzt werden.
              Ich erinnere mich immer wieder der Weisheit, dass wer Ordnung will, zuerst vor der eigenen Türe wischen soll. Will heissen, dass wir in unseren eigenen nationalen Grenzen für ethisch korrekten Umgang mit Nutztieren sorgen müssen. Da vertrete ich den Standpunkt dass alle Einwohner innerhalb solcher nationalen Grenzen sich an dieselbe Rechtsetzung zu halten haben und dass nach heutigen allgemeinen Erkenntnissen die Trennung von Religion und Staat einem friedlichen Zusammenleben nur förderlich ist. Wenn andere nationale Einheiten sich durch andere politischen und rechtlichen Normen abgrenzen wollen, so ist das wohl zu akzeptieren, im Umkehrschluss besteht aber das selbe Recht um sich selber gegen solche Normen abzugrenzen.
              Wenn Grenzen aufgehoben werden sollen, so stehen im Grunde 2 Möglichkeiten zur Verfügung: Annäherung durch Austausch von Argumentationen und Kompromissschliessungen, oder aber Gesinnungswandel durch Gewalteinwirkung.
              Also macht es aus Opportunitätsbetrachtungen durchaus Sinn wenn wir das Schächten als Schlachtmethode zwar tolerieren, im eigenen politischen Einflussbereich aber ganz klar festlegen, was wir akzeptieren und was ausserhalb aller Akzeptanz zu bleiben hat. Somit halten wir einem Austausch von Argumentationen die Türe offen, und wenn andere Kulturen an diesem Argumentationsaustausch teilhaben wollen, können einvernehmliche Lösungen gefunden werden. Ansonsten bleiben kulturelle und damit auch nationale Grenzen bestehen, oder anders gesagt bleiben kulturelle und politische Souveränitäten nebeneinander bestehen. Es sei denn, den Einen gelüstet doch mal nach Gewalt...

              Nun gehet hin im Frieden

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              • #8
                Guten Tag Stephan Weber,


                danke für den informativen Beitrag. Einen Satz jedoch möchte ich aufgreifen.


                Wieviel Fleisch muss für wieviel Menschen in welchem Zeitraum zur Verfügung gestellt werden.”

                Über diesen Satz kann man mit Sicherheit ein ganzes Buch füllen. Ich möchte dazu nur einen kleinen, aber meiner Meinung nach wichtigen Teil anschneiden.

                Der Großteil der Verbraucher ist leider nicht mehr in der Lage, Lebensmittel zu beurteilen. Er kennt weder den Unterschied im Aussehen, noch im Geschmack, geschweige denn in der Herstellung. Was ist gutes Fleisch? Wie schmeckt gutes Fleisch? Was sind überhaupt gute Lebensmittel? Wenn ich mir anschaue, was für Fleisch, Obst, Gemüse etc. Verbraucher in ihren Einkaufswagen stellen, dann wird mir schwindelig.
                Wie soll der Verbraucher hier entscheiden, wenn er sich auf diesem Gebiet selbst entmündigt hat? Da werden Tomaten gekauft, die nach nichts schmecken. Ein Päckchen Salatwürze drüber, fertig. Ob er für seinen Salat eine Tomate oder eine Zucchini nimmt, das ist dann egal. Nach dieser Behandlung schmeckt alles gleich. So ist es auch beim Fleisch. Fleisch ist Fleisch. Hauptsache billig und viel! Über den Rest denkt keiner nach.

                Für den Großteil dieser Verbraucher wächst das Fleisch im Tetrapack. Schlachten igitt!! „Ich würde nie Fleisch von einem geschlachteten Tier essen“!!!!!. Wenn solche Verbraucher mit dem Vorgang „Schlachten und Töten“ von Tieren konfrontiert werden, dann schauen die meisten Weg. Für jene ein unerträglicher Vorgang. Wenn diese Verbraucher einmal beim Schächten zuschauen würden, dann…….

                Für mich ist Schächten in keinster Weise akzeptabel und wird es auch nie werden. Genauso ist es auch mit der Massentierhaltung und allen Massenproduktionen. Wir müssen lernen, dass gute Lebensmittel ihren Preis haben. Wenn im Handelshof ein halbes Schwein, grob zerlegt, für 1,99€/KG oder günstiger angeboten wird, dann erübrigt sich der Rest.

                Lebensmittel werden viel zu billig verkauft, entsprechend billig ist ihre Qualität. Es gibt bereits viele Idealisten, die saubere und hochwertige Lebensmittel herstellen. Diese wertvollen Menschen, die Verantwortung übernommen haben, sollten wir unterstützen, um wieder hochwertige und saubere Qualitäten zu bekommen und auch zu erhalten. Da kostet eine halbe Sau aus der Freilandhaltung mit Sicherheit um einiges mehr als im Handelshof. Aber die Fleischqualität und der Wert der Lebensmittel steigen um ein Vielfaches. Das sollte es uns wert sein!

                Schächten gehört für mich, für unsere westliche Kultur, für meine gesamte Lebenseinstellung in die Kategorie „extreme Tierquälerei“. Wie ich schon geschrieben habe, der Verbraucher hat die Macht, aber nur, wenn er bereit ist, die Verantwortung zu übernehmen.

                Gruß

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                • Stephan Weber
                  Stephan Weber kommentierte
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                  Hallo wildwurst,
                  und wieder pflichte ich Deiner Argumentation bei, Du hast völlig recht mit Deinen (unseren) Ansichten. Bloss; was Du an Argumenten auflistest ist meines Erachtens reine Symptombekämpfung. Die Frage muss lauten: Was ist der Grund des heutigen, naturverachtenden Zustandes?
                  Ende 19. und Anfang 20. Jahrhundert waren doch die Fleischermeister, Käsermeister und Grossbauern kleine Dorfkönige mit in der Regel hohem gesellschaftlichem Ansehen. Nach den wüsten Weltkriegen begann, damals aus einer Not heraus und auf übergeordneter Ebene aus machtpolitischem Kalkül, die politische und staatliche Intervention im Markt der Lebensmittelversorgung für weite Bevölkerungskreise. Oncle Sam verdrängte den freien Markt mit dem Marshallplan für das am Boden gelegene Deutschland und in der Schweiz passierte gleiches, indem der Bundesrat den Bauern sagte, sie sollen mit Vollgas produzieren, für den Absatz würde der Staat schon sorgen. Daraus entwickelten sich unsägliche Subventionspolitiken, die bis heute zum Teil sehr skurrile Auswüchse zeigen und so ganz nebenbei die automatische Marktregulierung völlig aushebeln. Dies nicht nur bei uns, sondern weit über die nationalen und kontinentalen Grenzen hinaus. Oder gibt es andere Begründungen für die grossen Wirtschaftsflüchtlingswellen, die zeitnah stattgefunden haben und noch immer stattfinden?
                  Und wenn wir von Politik reden, so reden wir in unseren Ländern von Demokratie und von wechselnden Mehrheiten. Damit reden wir auch von permanentem Wahlkampf und zwangsläufig von Klientelbegünstigung zwecks efolgreicher Wiederwahlen der Protagonisten. Ein wahrer Teufelskreis, dessen Auswirkungen nach 2 Generationen immer deutlicher zutage tritt. Ich gehe sogar soweit, dass ich die gängige Subventionspolitik in die Nähe von korruptiven Machenschaften stelle.
                  Mein visionärer Lösungsansatz lautet ganz einfach: Weg von allen Lebensmittelsubventionen. Dazu müssten aber alle Staaten mitspielen. Dann hätte die Arbeit der Landwirte wieder einen realen Wert der im Tauschgeschäft 1 zu 1 abgeglichen werden könnte oder müsste. Somit würde die Achtung für die Lebensmittel, und damit auch das Wissen um die Urproduktion und die dazu gehörenden sekundären Wirtschaftsfaktoren, in der Bevölkerung automatisch wieder wachsen.
                  Zwei Drittel der Bevölkerung wird immer mit der Masse mitschwimmen, aber wenn der elitäre Drittel der Bevölkerung seine Einstellung zum aktuellen politischen Geschehen hinterfragt und daraus eigene Positionierungen ableitet, dann kann die aktuelle Situation durchaus verbessert werden. Momentan sind wir aber erst bei einem "einstelligen Prozentbereich von Spinnern", die den Weg zurück zur Natur konsequent zu gehen bereit sind. Viele Fragen zur Veränderung werden aber auch direkt von der Kaufkraft der Bevölkerung abhängen, und da hat unter Anderen Deutschland mit seiner Niedriglohn-Politik wohl sehr viel aufzuholen.

              • #9
                Guten Abend, aus meiner Sicht gehört Schächten ganz klar verboten. Nachdem, was ich so gesehen habe, meine ich, dass es nicht sehr schmerzfrei, noch nicht mal schmerzarm zugeht. Dass der Schnitt sofort das Schmerzempfinden ausschaltet, halte ich für fraglich, bin aber auch kein Arzt, aber man bekommt mit, wie die Tiere reagieren.
                Ich habe mich mal ein wenig damit beschäftigt, wie man (die Muslime) denn das Schächten argumentiert, bzw. argumentieren: Früher (vor sehr langer Zeit) hieß es, dass man keine Kadaver essen soll, was ja auch nachvollziehbar ist. Das Herz muss noch schlagen. Es ging wohl darum, dass man sich nicht vergiften sollte mit schlechtem Fleisch. Es gibt sogar muslimische Gelehrte, die bei Rindern die Bolzenschussbetäubung als zulässig einstufen, da das Herz ja ganz normal das Blut herausbefördert. Es gibt keinen sachlichen, und nachdem was ich so gehört habe, auch keinen religiösen Grund für das Schächten. Schweinefleisch darf ja auch nur nicht gegessen werden, weil es als unrein gilt. Die damaligen Gründe existieren heute aber auch nicht mehr. Dass man sich erfolgreich auf Religionsfreiheit berufen kann, ist aus meiner Sicht ziemlich bedenklich. Aus der religiösen Ecke hören wir ja in der letzten Zeit viel Humbug. Religion und Glauben hin oder her.

                Ich bin ja Quereinsteiger und habe damals bei der Sachkundeprüfung einen muslemischen Schlachter bei seiner Prüfung beobachtet. Er fand die Elektrozange und den Bolzenschuss ziemlich überflüssig (musste aber eins, die E-Zange anwenden beim Schaf), auch nach der theoretischen Unterweisung und Prüfung. Ich denke also, überall geht das nicht durch mit der Religionsfreiheit, bin mir aber ziemlich sicher, dass er dann später bei der Arbeit weder E-Zange noch Bolzenschussgerät einsetzt. Also das ein Hinweis auf den bekannten Unterschied zwischen Theorie und Praxis. Wenn ein Vet da ist, sollte das alles seine geordneten Bahnen gehen. Privatschlachtungen sind unkontrolliert.

                Ich denke auch, dass viele Moslems einfach unkritisch und voreingenommen die Bräuche und Regeln des Glaubens übernehmen, so dass eine sachliche Diskussion nicht einfach stattfinden kann. Viele würden es als Angriff auf ihren Glauben werten, was aus meiner Sicht falsch ist. Es geht nicht um den Glauben, sondern um den Tierschutz und was tatsächlich für oder gegen das Schächten spricht. Aus meiner Sicht ist es nicht zeitgemäß. Aber solange irgendwo auf der Welt im Namen des Glaubens (oder überhaupt) geköpft, gesteinigt oder gehängt wird, wird wohl auch Schächten nicht vom Tisch sein. Ich wünsche den Nutztieren jedenfalls eine gute Behandlung und einen schnellen Tod in den Schlachthäusern. Das ist man ihnen schuldig, und nicht unbedingt dass man vorher ein Gebiet spricht.

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                • #10
                  Hallo Stephan Weber @ all,

                  wir und einige weitere User in diesem Forum sind uns mit Sicherheit einig. Allerdings, sollten wir alle etwas Wichtiges niemals vergessen. An dieser politischen Situation können wir nur drehen, wenn wir bei uns selbst beginnen. Wenn wir unser Konsum- und Kaufverhalten verändern. Damit können wir mehr bewirken, als jene zu verurteilen, die in der Politik nur ihren Hintern retten wollen.

                  Für mich ist die politische Bühne tabu. Ich bin viel zu wahrheitsliebend, als das ich dort als Person in irgendeiner Form Bestand hätte. Meine Bühne ist mein Leben und meine Überzeugung für mich, das Richtige zu tun. Das sind die Dinge, die jeder mit sofortiger Wirkung ändern kann. Wir können nicht die Welt retten, aber wir können, wenn wir wollen, unsere kleine heile Welt, in der wir uns wohlfühlen, selbst bestimmen.

                  Eine Änderung mit sofortigem Erfolg kann jeder nur für sich selbst und vielleicht, bedingt in seinem privaten Umfeld bewirken. Meine persönliche Macht reicht bis maximal ans Ende meiner Grundstücksgrenzen. Darüber hinaus entscheiden andere für sich oder für wen auch immer.

                  Ich selbst fühle mich mündig und ich entscheide selbst, was für mich gut oder schlecht ist. Ich weiß um die Qualitäten der Lebensmittel. Ich weiß aber auch um die Wirkung der Tugenden und genau das ist des Kerns Lösung. Es dreht sich immer wieder um das Gleiche „Verantwortung“. Wenn wir politisch alles vorgekaut bekommen und nicht in der Lage sind, selbst bestimmt zu leben und zu entscheiden, wird sich nie etwas ändern.

                  Wir haben viel zu viel Leid auf unserer Erde. Dazu gehört selbstverständlich auch das Leid unserer Nutztiere. In YouTube wurden genug Videos eingestellt, wo das Schächten von verschiedenen Tieren gefilmt wurde. Auf livelek.com gibt es zu diesem Thema überhaupt keine Grenzen.

                  Wie können Menschen mit Genuss ein Stück Fleisch essen, wenn das Tier so jämmerlich getötet wurde? Der Mensch geht oft seltsame Wege.

                  „Achtung Ironie: Manches kann man mit Sicherheit nur als Schaf begreifen. Mit der Nase im stinkenden Hintern des Vorauslaufenden und jegliche weitere Sicht versperrt. In diesem Zustand kann man nur seinen eigenen Hintern für den Hinterherlaufenden zur Verfügung stellen, aber keine Verantwortung übernehmen. Was soll sich in diesem Zustand ändern?"

                  Wenn wir Menschen das verstehen, dann können wir Verantwortung übernehmen. Dann sind wir in der Lage, mächtiger zu sein, als das System es möchte.

                  Gruß

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                  • #11
                    Auf Twitter hatte mich vom @Fleischportal folgende Frage erreicht: "#Schächten in Deutschland erlaubt? @Le_Ann_Fr: wie war es vor ein paar hundert Jahren?"

                    Hier meine Antwort, die zur Phase von 1880 bis 1918 Stellung bezieht. Nachdem ich mir den thread hier durchgelesen habe, muß ich noch kurz anmerken, daß Muslime in der Debatte damals keine Rolle spielten - weder als Akteure noch als Angegriffene. Das mag auch daran liegen, daß ihr Bevölkerungsanteil noch kleiner war als heute. Wichtig ist, daß es vor 1918 zwar eine große Debatte über Schlachtmethoden gab, aber nie eine einheitliche eingeführt wurde. Was in die Diskussion auch noch reingehört, ist ein Blick in die Nachbarländer. Die Schweiz etwa hatte schon vor 1900 ein Schächtverbot erlassen, was dazu führte, daß in Südbaden die Metzger, die koscheres Fleisch herstellten, mit Kunden aus der Schweiz ein gutes Geschäft machten. Insgesamt dominierte während des Kaiserreiches eine liberale Haltung gegenüber der praktischen Arbeit der Metzger, auch wenn die Diskussion darüber laut und hart geführt wurde.

                    Hier nun meine Antwort.

                    Kommentar


                    • #12
                      Hallo zusammen;

                      Passend zur Diskussion:

                      http://www.globalmeatnews.com/Safety...?-May-2017&p2=

                      Regionen (Wallonie und Flandern) in Belgien wollen halal und koscheres Fleisch durch das Verbieten des Schlachtens unbetäubter Tiere bis 2019 abschaffen.

                      Viele grüße

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                      • #13
                        Danke fuer den Beitrag. Ich finde, dass es schon mal ein guter Anfang ist. Hoffen wir, dass die allmaechtige Juncker-EU nicht wieder dazwischenfunkt.
                        LG

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