X

Ankündigung

Einklappen
Keine Ankündigung bisher.

Ausbildung zum Fleischer / Vertragsverlängerung / Tarifvertrag und Arbeitsvertrag

Einklappen
X
  • Filter
  • Zeit
  • Anzeigen
Alles löschen
neue Beiträge

    Ausbildung zum Fleischer / Vertragsverlängerung / Tarifvertrag und Arbeitsvertrag

    Ich habe gestern meine Ausbildung zum Fleischer abgeschlossen, mein Chef hat mir dann einen befristeten Arbeitsvertrag unter die Nase gehalten mit einer Arbeitszeit von 195 Std. im Monat und einem Bruttolohn 1800€. Ich dachte bei einem Unternehmen mit 4 großen Buchstaben gibt es Tarifverträge. Am liebsten würde ich woanders anfangen aber auf die Schnelle etwas zu finden wird schwer werden. Der Chef hat mich gut hingehalten. Was ist Eure Meinung dazu?

    #2
    Hallo Blutwurst,

    herzlich Willkommen bei uns!

    Hast du deinen Chef auf den Tarifvertrag angesprochen? Ist der Vertrag schon unterschrieben?

    Ich habe gleich unsere Karriereexpertin über dein Anliegen informiert, sicherlich wird sie sich dazu auch noch äußern.

    Falls du noch Fragen hast, ruhig her damit!

    Viele Grüße
    Ivan
    Präsentieren - Diskutieren - Inserieren

    Kommentar


      #3
      Hallo danke für den Willkommensgruss. Der Vertrag ist noch nicht unterschrieben. Ich bin ein bisschen überfordert mit der Situation, auf der einen Seite will ich ja Berufserfahrung sammeln und meinen Meister mal machen. Aber auf der anderen Seite will ich mich nicht ausnutzen lassen. Habe gehört das die Fleischer einen Tarifvertrag haben mit 39 Std. Woche. Als Azubi habe ich 3 Jahre lang 60 - 70 Stunden die Woche gemacht, ab und zu mal einen 50er bekommen und mehr nicht.

      Kommentar


        #4
        Mein Chef ist Franchisenehmer bei dieser Kette und macht was er will. Ich möchte ja nicht großkotzig wirken aber ich finde es ungerecht was er für einen Vertrag hingelegt hat.

        Kommentar


          #5
          Mal abwarten was die Kollegin Bianca Burmester sagt. Du solltest dir auf keinen Fall ausgenutzt vorkommen. Ich würde den Arbeitgeber darauf ansprechen. Mit der Unterschrift würde ich so lange warten, wie es nur geht.
          Präsentieren - Diskutieren - Inserieren

          Kommentar


            #6
            Vielen Dank für den Tipp. Aber wie sieht es dann arbeitsrechtlich aus, ich arbeite ja weiter und habe nichts unterschrieben? Hätte der Chef mich nicht hingehalten wäre ich in einer anderen Fleischerei untergekommen, aber da es wohnort nah ist hab ich auf ihn gebaut und bin ihm voll auf den Leim gegangen. Nochmals Danke für Deine Unterstützung!

            Kommentar


              #7
              Wenn du nichts unterschrieben hast und trotzdem weiter arbeiten gehst, dann gehst du automatisch einen Vertrag mit dem Arbeitgeber ein. Die Kollegin wird sich sicherlich morgen im Laufe des Tages bei dir melden
              Präsentieren - Diskutieren - Inserieren

              Kommentar


                #8
                Du hast 2 Möglichkeiten:

                Wenn es dir dort nicht gefällt wo du jetzt bist:
                - Verhandeln, vielleicht schaffst du noch ein paar Euro oder andere Vorteile, wie Fahrtkostenzuschuß, Kindergartenzuschuß, Einmalzahlung oder ähnliches.
                - unterschreiben
                - rankklotzen, zeigen was in dir steckt, damit du später eine gute Beurteilung bekommst
                - Such dir parallel was neues
                - Kündige, wenn du einen besseren Vertrag hast.

                Wenn es dir dort gefällt
                - Verhandeln (wie oben)
                - unterschreiben
                - ranklotzen, zeigen was in dir steckt,
                - Leute die man halten will, werden normalerweise gefördert, befördert und bekommen dann auch mehr Geld.
                - alle 2..3 Jahre neu über das Gehalt verhandeln

                Lass dir nicht so viel Zeit mit dem Unterschreiben, arbeiten ohne Vertrag ist gefährlich!

                E-Mail: post@rose-fleischtechnik.de

                www.rose-fleischtechnik.de

                Kommentar


                  #9
                  Vielen Dank Henry Rose,
                  geklotzt habe ich schon in den letzten 3 Jahren, ca. 60 - 75 Stunden pro Woche als Azubi. Ohne Ausgleich. Er weiß schon was er an mir hat, deswegen bin ich so enttäuscht. Ich wollte dort mein Meister machen und evtl. dann zum Verkaufsberater.Sicherlich werde ich mir eine andere Stelle suchen und mit ihm verhandeln. Ob er darauf einsteigt wird sich zeigen. Mir macht die Arbeit riesen Spass das sie fast vor der Haustüt liegt. Ich habe noch kein Auto und mit so einem Vertrag bekomme ich bei der Bank noch nicht einmal einen Kredit um eins zu kaufen. Es ist eine saublöde Situation. Trtzdem Danke für deine Tipps.

                  Kommentar


                    #10
                    Diese "saublöde Situation" kennen viele. Du bist da kein Einzelfall.
                    Aber nochmal Vorsicht: Benutz einen neuen Arbeitsvertrag nicht als Druckmittel. Das würde u.U. als versuchte Erpressung bewertet werden und wird nicht funktionieren. Außerdem: Würde er doch auf deine Forderung eingehen, was machst du dann mit dem neuen Vertrag? Einfach nicht antreten? Das geht auch nicht, würde ggfls sogar Vertragsstrafe kosten. .
                    Und wenn du gehst, dann geh im Guten, allein schon wegen des guten Arbeitszeugnisses.
                    E-Mail: post@rose-fleischtechnik.de

                    www.rose-fleischtechnik.de

                    Kommentar


                      #11
                      Na ja Frau Bianca Burmester hat sich noch nicht gemeldet Ivan Besser! Ich denke, es läuft darauf hinaus das ich entweder arbeistlos oder ausgenutzt werde.

                      Kommentar


                        #12
                        Hallo Blutwurst,

                        erst einmal Entschuldigung für meine Verspätung.
                        Du hast von Henry, schon sehr gute Unterstützung bekommen.

                        Folgende Punkte kann ich noch hinzufügen:
                        • Wenn Du schon die letzten 3 Jahre 60 - 70 Stunden die Woche dort gearbeitet hast, und das ohne Ausgleich, dann sind die 45 Stunden pro Woche eine Verbesserung.
                        • Wahrscheinlich meint Dein Chef, dass er Dir damit eine Freude macht. (ich weiß es nicht).
                        • Mich würde interessieren, wie die generellen Arbeitszeiten sind, wie sieht es bei den anderen Gesellen aus?
                        • Es ist immer besser, sich aus einer bestehenden Position zu bewerben, als arbeitssuchend zu sein. Allein schon für Dein Selbstbewusstsein und eigenes Auftreten.


                        Thema Verhandeln:
                        Sprich auf jeden Fall Deinen Chef an. Geh zu ihm, frag ihn wann er Zeit für ein Gespräch hat. Du möchtest über den Vertrag reden.

                        Du beginnst so:

                        1. Positives herausstellen, Du möchtest dort bleiben
                        Sag ihm wie Du Dich fühlst. Z. B. Ich bin der Meinung, ich mache hier einen guten Job, nenne Beispiele für Deine guten Leistungen. Sag ihm , dass Dir die Arbeit viel Spaß macht und dass Du auch gerne hier weiter arbeiten möchtest und Deinen Meister bei ihm machen möchtest. Vielleicht findest Du auch noch etwas positives, was Du an Deinem Chef bzw. an der Arbeit gut findest. Ich mag .... Mach ihm klar, dass Du dort gerne bleiben möchtest. Alles natürlich ehrlich gemeint.

                        2. Eingehen auf den Vertrag und Deinen Standpunkt vertreten
                        Danach sagst Du ihm, dass Du gerne über den Vertrag sprechen möchtest und Dich der Vertrag schon ein bisschen überrascht hat.
                        Jetzt solltest Du konkret die Stellen ansprechen: § xy, Arbeitszeit und Gehalt, dass Du mehr erwartet hättest und mit XXX EUR (Dein Wunschgehalt) gerechnet hättest.

                        3. Fragen, was Dein Chef vorschlägt (Ball zurückspielen und Chef, die Entscheidung geben)
                        Frag Deinen Chef dann, welche Möglichkeiten er hier sieht. Jetzt ist Dein Chef an der Reihe, Du bist still und wartest ab.
                        Wenn er dich auch super findet und die halten möchte (auch für ihn ist es schwierig auf die Schnelle Ersatz zu bekommen) wird er etwas drauf legen, wenn er das nicht tut, muss er es gut begründen. Du wirst ihn dann verstehen oder aber nicht.

                        Nach dem Gespräch weiß Dein Chef, wie Du Dich fühlst. Das Arbeitsverhältnis sollte auf Ehrlichkeit und Vertrauen beruhen. Du gibst ihm damit die Chance, Dich nicht zu verlieren.

                        Du solltest, egal wie es ausgeht unterschreiben und Dich dann nach etwas Neuem umsehen, wenn Du nicht zufrieden bist.

                        Gerne kannst Du mir dann Deine Bewerbung senden, ich gebe Dir Tipps und Anregungen, wie Du Dich bewirbst, wenn Du magst.

                        Viel Glück und gutes Gelingen.

                        Bianca


                        P.S. Erzähl mal wie es ausgegangen ist.
                        www.foodjobs.de - für die Menschen hinter den Lebensmitteln

                        Kommentar


                          #13
                          Hallo Bianca!

                          Ganz lieben Dank für die Tipps , ich werde sie beherzigen. Ich schreibe Euch wie es ausgegangen ist.
                          Nochmals großen Dank für die Unterstützung.
                          Beste Grüße aus NRW

                          Kommentar


                            #14
                            Mich würde interessieren: Muss Der Chef n ich Tarif bezahlen wenn ich darauf bestehe? lg

                            Kommentar


                              #15
                              Das ist nicht die Frage.
                              Eine Bindung an den Tarifvertrag ist von folgenden Faktoren abhängig :
                              Beide Vertragspartner müssen Mitglieder in den entsprechenden Vertretungen sein. Also Gewerkschaft und Arbeitgeber Verband. Einer reicht nicht.
                              Falls das nicht der Fall ist, reicht ein Bezug auf den Tarifvertrag im Arbeitsvertrag.
                              Der Hinweis auf den Bezug zum Tarifvertrag kann sowohl mündlich als auch schriftlich erfolgen.
                              Dritte Möglichkeit ist die bisherige Praxis. Sollten in der Vergangenheit die Arbeitsbedingungen in Anlehnung an den Tarifvertrag geregelt worden sein,
                              So ist das auch für die Zukunft bindend, es sei denn der AG schließt das nun ausdrücklich aus.
                              Eines noch: die gesetzlich max. Arbeitszeit pro Woche beträgt 48 h. Sollte mehr gearbeitet werden, so muss dies die Ausnahme bleiben. Wenn jemand mehrfach über 48 h arbeitet, ist das nicht zulässig.
                              Dies wird seit der Einführung des Mindestlohns auch transparenter, da nun die Stunden beweissicher nachgehalten werden müssen.

                              Liebe Grüße
                              Zuletzt geändert von Jürgen Huber; 18.06.2015, 08:15.
                              Liebe Grüße

                              Jürgen Huber
                              Huber Consult e.K.

                              Metzgermeister, Betriebswirt d. Hdw.
                              staatl. gepr. Fleischtechniker
                              REFA-Prozessorganisator
                              Unternehmercoach
                              Fachberater für die Fleischwirtschaft

                              www.fleischer-beratung.de

                              Kommentar

                              Lädt...
                              X