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Fleischermeister oder Fleischtechniker? Ausbildung und Weiterbildung in der Fleischbranche

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  • Fleischermeister oder Fleischtechniker? Ausbildung und Weiterbildung in der Fleischbranche

    ich stelle mich auch erst mal kurz vor bevor ich mit meinen fragen rausplatze. Ich bin der Michael und komme aus der Münchener gegend und seit 2011 ausgelernter Metzgergeselle. Ich habe in einem kleinen Familienbetrieb mit eigener Schlachtung gelernt und bin bis jetzt auch immer noch dort tätig.
    Ich spiele schon länger mit dem gedanken den Meister zu machen den ich gerne in Augsburg machen möchte. gibt es hier jemanden der in jüngerer vergangenheit in augsburg oder allgemein den meister gemacht hatt und mir einwenig den ablauf ect erklären kann?oder wie er sich auf den kurs vorbereitet hatt?
    ist es eurer meinung nach sinnvoll vielleicht auch noch mal für ein halbes jahr in einen anderen betrieb zu gehen um einfach noch mal neue einflüsse zu bekommen?
    und eine letzte frage hätte ich vorerst noch..man muss ja in den prüfungen auch platten legen da hab ich keinen schimmer von wird das in der meisterschule soweit vermittelt das man da ohne größere erfahrung mithalten kann oder sollte man da vielleicht mal so ne vortbildung besuchen?!
    danke schon mal für eure hilfe.
    grüße
    Zuletzt geändert von Ivan Besser; 07.12.2015, 13:13. Grund: Überschrift geändert, da zutreffender

  • #2
    Hallo MetzgerMihe,

    herzlich Willkommen bei uns.

    Also: mein Meisterkurs liegt nun 12 Jahre zurück, insgesamt kann ich dir eine Fortbildung empfehlen.

    An deiner Stelle würde ich jedoch über eine Techniker Ausbildung nachdenken. Es kommt immer darauf an, was du im Leben werden möchtest. Möchtest du eines Tages eine eigene Metzgerei führen? Dann empfehle ich dir eher den Meister.

    Der Meister ist in den Großbetrieben heute allerdings nicht mehr so gefragt/ angesehen, eher der Fleischtechniker.

    Als nächstgelegene Technikerschule wäre sicherlich die Kulmbacher Schule - der Fachbereichsleiter - Herr E ist hier im Forum ebenso aktiv. Sicherlich kann er dir einige wertvolle Tipps geben.

    Was die Vorbereitung für den Meisterkurs angeht, ich würde mich an deiner Stelle nicht so verrückt machen. Vieles lernst/übst du dort: Wurst machen, Platten legen, Rezepturen ausfindig lernen ;-) etc...

    Gerne kannst du uns weitere Fragen stellen, mach bitte dafür jeweils aber ein neues Thema auf.

    Ich freu mich auf den Erfahrungsaustausch.

    Schöne Grüße
    Ivan
    Zuletzt geändert von Fleischbranche.de; 16.06.2016, 00:38. Grund: Namen in E. geändert
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    • #3
      Bei allem Respekt vor einem gewissen Geschaeftssinn wuerde ich es vermeiden eine Einstufung zwischen Meister und Techniker vorzunehmen. Im Berufsleben kommt es mit Sicherheit lediglich anfaenglich darauf an was in der Signatur steht. Um einen eigenen Betrieb zu fuehren kann man sowohl das Eine oder das Andere als auch Beides sein. Alt-Meister argumentieren gerne mit ihrer praktischen Erfahrung.
      Mag sein, dass dies im Einzelfall die theoretische Darstellung uebertrifft. Techniker berufen sich gerne auf die Analysewerte oder Forschungen. Beides ist richtig und gut. Ein Meister in Grossbetrieben kommt nicht darum herum sich auch mit Technik zu befassen. Ein Techniker in einem Grossbetrieb kommt nicht darum herum sich auch mit Praktischem zu befassen. Einigen, welche die Meisterpruefung schafften traue ich den Techniker einfach nicht zu und einige Techniker werden eine Wanderschaft von Betrieb zu Betrieb antreten weil sie praktisch nichts koennen.
      Im Allgemeinen habe ich in vielen Jahren Betriebsleitung festgestellt, dass ein wesentlicher Teil der Betriebsfuehrung naemlich Zitat Management-Professor Joaquin Uribarri, CEO Bereich Executive Education der IE Business School FfM:
      “Die Fähigkeit, klar zu denken und fundierte Entscheidungen voran zu treiben, indem die Mitarbeiter zu ihrer vollen Leistungsbereitschaft motiviert werden, sind kritische Erfolgsfaktoren. Anders als in der Vergangenheit gelte es heute, Erfolge als Leistung des gesamten Teams zu verstehen – und nicht nur als die eigene” Zitatende..von Technikern sehr viel schlechter erfuellt wurden als von Meistern. Gerade Techniker (wie hier desoefteren zu lesen) berufen sich gerne auf strenge Hierarchien, eindeutige Rollen- und Aufgabenverteilung und somit auf einen groesseren Abstand zur “Mannschaft” aufgrund ihres vermeintlichen “Mehrwissens”. Das ist fuer jeden Betrieb unvorteilhaft. Auch ganz konservativ Denkende sollten dazu uebergehen den Beruf als Ganzes zu bewerben und es dem Einzelnen ueberlassen wann und wo er/sie das Ende seiner/ihrer Faehigkeiten sieht und demzufolge den ersten Schritt begleiten und nicht schon weitere Schritte empfehlen. Das ist im Sinne der Nachwuchsgewinnung einfach destruktiv.
      Hierarchien sind in einem modernen, fortschrittlichen Betrieb zumindest im Management unwichtig.
      Denn wenn ich, in diesem Zusammenhang auch Herrn E., richtig interpretiere koennen wir froh sein, wenn sich ueberhaupt noch jemand fuer unseren Beruf interessiert. Deshalb wuensche ich dem jungen Mann viel Erfolg bei der Suche nach einer Meisterschule und das er den Abschluss erfolgreich schafft. In diesem Zusammenhang sei noch erwaehnt, dass Plattenlegen eine Nebenerscheinung ist die in der Meisterschule schnell erlernt wird und er in der Zukunft, sowohl im eigenen Betrieb als auch in der Industrie weit groessere Aufgaben in der Mathematik finden wird, sonst wird er ueber kurz oder lang seinen eigenen Betrieb schliessen koennen und aus einem Grossbetrieb moeglicherweise entlassen.
      Wohlgemerkt,-die Frage ging in Richtung Meisterschule Augsburg und Fortbildung in Richtung Plattenlegen. Ich hoffe das da ein Meister der diese Schule besuchte oder ein anderer Meister der in der Sache firm ist, weiterhelfen kann.
      Daneben moechte ich gerne wissen, welchen "Erfahrungsaustausch" man von einem Fleischergesellen der in einem Kleinbetrieb lernte und dort auch noch beschaeftigt ist, erwartet.
      Zuletzt geändert von Fleischbranche.de; 16.06.2016, 00:38. Grund: Namen in E. geändert

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      • #4
        Hallo MetzgerMihe !
        In jedem Fall solltest Du den Erhalt des Meistertitels anstreben.
        Vieles was Du in der dualen Ausbildung zum Gesellen gelernt hast wird im Meisterkurs verfeinert und weiter ausgearbeitet. Deshalb solltest Du als erstes ueberpruefen in welchem Fach Du Schwaechen hattest. Diese Schwaechen gilt es auszubuegeln. Faulheit beim Lernen wird spaetestens bei den Zwischenpruefungen auf Dich zurueck fallen. Also immer am Ball bleiben. Ich rate Dir auch zu einem Betriebswechsel. Ganz einfach um zu sehen wie andere was machen und womit.
        Meisterschulen sind fuer das Lernen gut geeignet. Wenn Du in einer Gruppe bist die fleissig lernt, wird dieser Gruppeneffekt Dich leichter zum Ziel fuehren.
        Angst vor irgendetwas brauchst Du nicht zu haben. Ich wollte gar nicht zur Meisterpruefung gehen, weil ich dachte das ich durchfalle. Am Ende stand ich als Zweitbester des Jahrganges auf dem Treppchen in der Rhein-Mosel-Halle in Koblenz. Gehe den vorerst einfachsten Weg. Setze Dich mit der Meisterschule Augsburg in Verbindung oder fahre einfach mal hin. Dort wird Dir sicher alles erklaert und dann kannst Du auch schon mal die Atmosphaere schnuppern, was auch wichtig ist und die Angst nimmt.
        Nach erfolgreichem Abschluss kannst Du dann abwaegen wo Deine speziellen Faehigkeiten liegen. Die koennen ganz unterschiedlich sein. Es gibt haufenweise Ergaenzungen und Weiterbildungsmassnahmen. Und wenn es Dir gefaellt, dann werde einfach ein starker Teamleiter in Deinem eigenen Betrieb oder im Betrieb Deines zukuenftigen Chefs.
        LG

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        • #5
          danke euch beiden für die schnelle antwort,
          erst mal zu Ivan. Ich kann mir eher nicht vorstellen in Größeren Industrie Betrieben zu arbeiten. Habe da aber natürlich bis jetzt noch keinen wirklichen einblick gehabt außer in meiner berufsschulzeit wo wir einmal vinzenzmurr und den Münchner Schlachthof besucht haben und in Rosenheim die Metzgerei Palmberger so wie Hilger. Ich sehe mich dann doch eher in kleineren betrieben zuhause. Für mich war auch eigentlich immer klar nach dem gesellenbrief irgend wann den meister zu machen. wie unterscheidet sich den ein metzger meister von einem technicker?
          mit dem verrückt manchen hast du wohl recht vielleicht stelle ich mir das alles schlimmer vor als es im endeffekt ist.

          zu wuschel:
          direkte schlecht war ich in der berufsschule in keinem fach das belief sich immer auf noten 2 oder 3. da ich vor meiner ausbildung den quali gemacht habe denke ich mal das BWL ,wirtschaftsrechnen mit zu den größeren herausforderungen gehört.
          Mit der Schule in Augsburg habe ich mich auch schon mal in verbindung gesetzt und mich über kosten und den ablauf der praktisch prüfung informiert.
          wie ist das den mit der zwischenprüfung fließt da das ergebnis mit in den meisterbrief?oder is das eher zur kontrolle wo man zu dem zeitpunkt im theoretischen teil steht?

          das mit dem plattenlegen is vielleicht auch etwas falsch rüber gekommen ich hab mich ein wenig im internet umgeschaut ob irgendwo kurse/vortbildungen angeboten werden bin da aber immer wieder in der schweiz bei der schweizer fleischwirtschaft in spiez gelandet und wollte wissen ob so etwas auch iwo im Süddeutschraum angeboten wird.

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          • #6
            Hallo MetzgerMihe !
            Danke fuer Deine Antwort. So wie ich die Zeilen an mich verstehe, hast Du ja schon einiges Vorbeugende erledigt. Das ist schon mal gut. Auch fuer BWL-Wirtschaftsrechnen gibts Buecher, mit denen man ein hohes Wissen erreichen kann. Ich wuerde Dir aber raten den Themen in der Schule nicht vor zu greifen. Frische lieber das auf was Du kannst und entdecke nebenbei Neues in diesem Zusammenhang, ohne Dich in “hoeheren” Mathefeldern aufzureiben.
            In der Schule wird Dir beigebracht was Du wissen musst.
            Die Zwischenpruefungen haben 2 Faktoren.
            Der erste ist fuer den Lehrer selbst, damit er feststellen kann wie sein vermitteltes Wissen durchgeschlagen hat. Anhand der Ergebnisse kann er sehen wo der einzelne Schueler steht. Dazu kommt die Beurteilung des Schuelers selbst, wo er/sie sich schwer tut, was ihm/ihr leicht faellt usw. Zwischenpruefungen sind also fuer das Lehrpersonal Lenkwerkzeuge.
            Umgekehrt ist das auch fuer die Schueler eine Mass. Wo stehe ich, was habe ich nicht verstanden usw. Er/Sie kann sich also selbst korrigieren.
            Eine Story von mir : In der schriftlichen Gesellenpruefung ist mir partout nicht eingefallen bei welcher Temperatur man Leberwurst fuellen sollte. Vor Aufregung kreuzte ich die falsche Antwort an. Mein Lehrer wusste, dass ich es weiss, da ich im Unterricht stets die richtige Antwort gab und auf die Temperatur waehrend der Herstellung der Wurst im Lehrbetrieb immer beachtet wurde, so dass es nie zu Fehlprodukten kam. Schlussendlich fragte er mich die gleiche Frage bei der muendlichen Pruefung. Dazu fragte er mich ob ich bei der schriftlichen Pruefung hohes Fieber hatte. Bei dem Stichwort “hohes Fieber” gab ich dann die richtige Antwort, worauf mein Lehrer zufrieden grinste.

            Ich riet Dir zu einem Betriebswechsel, wobei ich auch bleibe. Nicht nur wegen des Plattenlegens. Es gibt den Begriff der Betriebsblindheit. Dadurch erkennt man nach einiger Zeit garnicht mehr was im Betrieb so schief laeuft. Das kann zum Uebersehen von kaputtem Bodenbelag fuehren oder zur Herstellung von Fehlprodukten die zwar immer weiter produziert werden aber immer weniger Kaeufer finden. Schau nach wie es in anderen Betrieben aussieht, wie, was und womit gemacht wird. Schau nach wie das Arbeitsumfeld, die Stimmung, das Verhaeltnis der Geschaeftsleitung zur Mannschaft usw. ist.
            Das formt Deine Persoenlichkeit.

            Was ich Dir damit sagen will ist : Wir sind alle nur Menschen. Einige im Lernen etwas begabter als die anderen, doch genau so wertvoll fuer die Gesellschaft. Stell Dir mal vor es gaebe nur Hochbegabte, wer reisst dann die Knochen aus dem Fleisch?
            Oder es gaebe nur weniger Begabte, wer sollte dann eine Wurst optimieren?
            Gehe den Weg den Du fuer den richtigen haelst bis zum Ende.
            Doch ueberlege gut den ersten Schritt.
            LG
            Zuletzt geändert von wuschel; 07.12.2015, 03:52. Grund: Buchstaben eingesetzt

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            • #7
              Hallo Michael,

              Zum Unterschied Fleischtechniker und Metzgermeister:
              aufgrund der Kürze des Meisterkurses und der Vielzahl der Themen ist es mehr oder weniger klar, dass die meisten Themen nur angerissen werden können. Das heißt man behandelt viele Themen relativ oberflächlich. Ich war - und bin immer noch der Ansicht, dass allein aufgrund der Kürze des Meisterkurses es unmöglich ist, eine fundierte Fortbildung zu betreiben. Deshalb habe ich damals auch gleich noch den Betriebswirt des Handwerks hinten angehängt.
              bezüglich der Gründlichkeit der Fortbildung macht es eventuell sogar mehr Sinn die allgemeinen Teile des Meisterbriefes (Betriebswirtschaft und Mitarbeiterführung) über die IHK abends und am Wochenende durchzuführen. Dies ist zwar anstrengender, hat aber den deutlichen Vorteil, dass mehr hängenbleibt. Außerdem kann man nebenher arbeiten.
              Bei der Fortbildung zum Fleischtechniker ist man 2 Jahre Vollzeit in der Schule. Gerade in Kulmbach weiß ich, dass auch ein gut ausgestattetes Technikum für ausreichend Praxisseminare zur Verfügung steht. In der Technikerausbildung geht man in nahezu allen Themen deutlich tiefer in die Materie. Man beschäftigt sich deutlich intensiver mit dem Rohstoff Fleisch. Stichworte: anorganische Chemie, organische Chemie, Biochemie, Züchtung, Tierrassen, unterschiedliche Tiergattungen, Viehmarkt, Handelsklassen usw. aber auch EDV, Englisch, betriebswirtschaftliche Themen, Mitarbeiterführung usw. werden unterrichtet.
              Für mich war Technikerausbildung, das beste was ich (ausbildungsmäßig) je gemacht habe. Die 2 Jahre in Kulmbach mit die schönste Zeit in meinem Leben.

              wenn man allerdings den Metzgermeister anstrebt und möchte nicht in größere Betriebe wechseln, da muss man sich darüber im klaren sein, dass sich die meisten Metzgereien vielleicht einen Meister leisten können. (Wenn überhaupt) Du musst also auf jeden Fall Gehaltseinschränkungen in Kauf nehmen.
              Jürgen Huber
              Huber Consult e.K.

              Metzgermeister, Betriebswirt d. Hdw.
              staatl. gepr. Fleischtechniker
              REFA-Prozessorganisator
              Unternehmercoach
              Fachberater für die Fleischwirtschaft

              www.fleischer-beratung.de

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