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Exportstopp für Fleisch in die russische Föderation

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    Exportstopp für Fleisch in die russische Föderation

    Liebe Fleischportal-Mitglieder,

    wer von Ihnen ist vom Exportstopp betroffen und wer von Ihnen kennt Zahlen (Umsatz) die den Schaden der Deutschen Fleischwirtschaft beziffern?

    Der für die Fleischwarenindustrie verhängte (vorübergehende) Exportstopp hat riesige negative Auswirkungen auf die Deutsche Fleischindustrie. Russland gibt als Grund für den Exportstopp an, dass die Deutsche Industrie die Anforderungen der russischen Veterinärbehörde FEDERAL SERVICE FOR VETERINARY AND PHYTOSANITARY SURVEILLANCE, mit Sitz in Moskau, nicht umfassend erfüllt. Als weiterer Grund wird genannt, dass es aufgrund des föderalen Veterinärsystems in Deutschland keine einheitlichen Kontrollen durch deutsche Veterinäre gibt.

    Haben Sie dazu Erfahrungen? Wer ist davon betroffen?

    Gruß Ihr Hans-Dieter Philipowski

    #2
    Aw: Exportstopp für Fleisch in die russische Föderation

    Die russische Nachrichtenagentur RIANovosti berichtete letztes Jahr:

    Russland hat die Einfuhr von Fleisch, Fisch und Milch in den ersten fünf Monaten 2012 gesteigert.

    Wie die föderale Zollbehörde Russlands ... mitteilte, wuchs der Import von Geflügelfleisch gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres um 51,2 Prozent auf 177 700 Tonnen im Gesamtwert von 272,2 Millionen US-Dollar (plus 67,8 Prozent). Die Einfuhren von frischem und tiefgefrorenem Rind-, Schweine- und Hammelfleisch nahmen um 1,6 Prozent auf 501 600 Tonnen im Gesamtwert von 1,98 Milliarden Dollar (plus 15,3 Prozent) zu.

    Der Import von Fleischkonserven stieg in dem Berichtszeitraum mengenmäßig um 28 Prozent auf 17 300 Tonnen und wertmäßig um 31 Prozent auf 81,1 Millionen Dollar.

    Zu den deutschen Lieferungen hieß es im Februar:

    Für deutsche Lebensmittelproduzenten ist Russland der wichtigste Markt außerhalb der Europäischen Union – noch vor den USA oder der Schweiz, verweist die Deutsche Welle (DW). Die Exporte nach Russland stiegen 2011 um 7,1 Prozent auf 1,7 Milliarden Euro, so die Schätzung der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE). Im Jahresbericht 2012 heißt es jedoch, „veterinärspezifische und regulatorische Exporthemmnisse würden ein größeres Wachstum deutscher Exporte nach Russland dämpfen.

    In den letzten Jahren gab es immer wieder diese Auseinandersetzungen Russlands mit der deutschen Fleischwirtschaft. Offensichtlich helfen hier selbst die guten Kontakte zwischen Clemens Tönnies und Russlands Präsident Putin nicht.
    Thomas Pröller

    Fleischermeister
    Dipl. Ing. Lebensmitteltechnologie

    mailto:thomas@proeller.de

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      #3
      Aw: Exportstopp für Fleisch in die russische Föderation

      Hallo Herr Philipowski,

      vielen Dank für dieses spannende Thema.

      Können Sie uns sagen wann genau der Exportstopp für die deutschen Fleischlieferanten eingetreten ist?

      Wissen Sie welche hygienischen Defizite innerhalb der deutschen Fleischwirtschaft dazu geführt haben?

      Ich bin überzeugt, dass wir Ihnen zum Thema: "Höhe des Schadens" schon bald eine genauere Antwort geben können.

      Viele Grüße aus Wiesbaden,

      Ivan Beser
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      Kommentar


        #4
        Exportstopp für Fleisch in die russische Föderation

        Hallo Herr Beser.

        Pressemitteilung: Ahrensburger Unternehmer engagiert sich für die Aufhebung des Exportstopp für Fleisch- und Milchprodukte in die russische Föderation.

        Im Oktober 2012 hat Russland einen Importstopp für deutsche Fleisch- und Milchprodukte in die russische Föderation verhängt. Dabei ist es nicht nur einzelnen Betrieben, die bei Kontrollen aufgefallen sind, untersagt in die russische Föderation zu exportieren, sondern allen Betrieben aus den Bundesländern Bayern, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen.

        Grund für den Exportstopp sind wiederholte Überschreitungen der zulässigen Keimbelastungen, Verunreinigungen von Milch- und Fleischprodukten mit Kontaminanten und unzulässige Abweichungen von den russischen Hygieneregeln in den Betrieben.

        Betriebe, die sich einer freiwilligen Kontrolle durch russische Hygieneexperten unterzogen, mussten überrascht feststellen, dass die europäischen Hygienerichtlinien nicht identisch sind mit den Anforderungen aus den russischen Hygieneregeln, der TR88.

        Das russische šMinisterium des Föderalen Dienstes für die veterinärrechtliche und phytosanitäre Überwachung der Russischen Föderation – Rosselkhoznadzor˜ hatte mehrfach deutlich gemacht, dass für Exporte aus Deutschland in die russische Föderation ausschließlich deren Richtlinien gelten. Europäische Richtlinien haben bei Exporten in die russische Föderation keinerlei Bedeutung, auch wenn das einige Stellen in Deutschland bisher völlig anders gesehen haben.

        Vor einigen Wochen wurde Philipowski, Senator und Präsident der Sektion Russland im Wirtschaftskomitee Deutschland (WBA) e.V. und langjähriger Unternehmer aus Ahrensburg, von betroffenen Unternehmern auf den Exportstopp angesprochen. Aufgrund seiner besonderen Affinität zu Russland - Philipowski liefert seit mehr als zwanzig Jahren Sonderanlagen nach Russland - und seines langjährigen Engagements für die wirtschaftliche und kulturelle Zusammenarbeit zwischen Russland und Deutschland, bat Philipowski den Chef des russischen Veterinärministeriums, Sergje Dankwert, um ein Gespräch in Moskau.
        Die Einladung zum Gespräch erfolgte kurzfristig. Das Gespräch fand am 22. August 2013 mit Nepoklonov, stellvertretender Leiter des Ministerium Föderalen Dienstes für die veterinärrechtliche und phytosanitäre Überwachung der Russischen Föderation und Alekseenko, Chef-Assistent und Hygieneexperte, im Ministerium in Moskau statt.

        Ziel war es herauszufinden und zu verstehen, was in Deutschland bisher schief gelaufen ist und was von der deutschen Seite zu tun ist, um die Aufhebung des Exportstopps zu erreichen.

        Nepoklonov beschrieb die Kommunikationsprobleme zwischen dem Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, BMELV und dem russischen Ministerium. Die Russen hätten kein Vertrauen in das deutsche Veterinärsystem. „Auf deutscher Seite wurde viele Versprechungen gemacht, ohne diese einzuhalten, so Nepoklonov.

        Als sich die Probleme Ende 2012 verschärften, richtete man Anfang 2013 auf Drängen der deutschen Wirtschaft die Stabsstelle šExport russische Föderation˜ unter Leitung von Staatssekretär Kloos und seinem Mitarbeiter Rech, ein. Die Stabsstelle soll für eine verbesserte Kommunikation zwischen Deutschland und Russland sorgen und Lösungen zur Aufhebung der Exportsperre erarbeiten. Positiv hob Nepoklonov hervor, dass Kloos und Rech zu einer verbesserten Kommunikation beigetragen haben. Ob die Stabsstelle allerdings in der Lage sei das Problem im Detail zu lösen, sei fraglich.

        Besonders problematisch ist aus Sicht der Russen das deutsche föderale Veterinärsystem. Hierin steckt das eigentliche Dilemma. Durch die Unabhängigkeit dieses Systems, aber auch bedingt durch die große Interpretationsbandbreite einzelner deutscher Veterinäre bis in die Kreisebene, ist es bisher nicht gelungen sich auf eine einheitliche Umsetzung der russischen Hygieneanforderungen TR88 einzustellen. Aus russischer Sicht sollten Hygieneregeln und Kontrollen zentral koordiniert werden.

        „70% der Problem beruhen auf eine gestörte Kommunikation, gepaart mit einem enormen Vertrauensverlust. Lediglich 30 % der Probleme liegen in den Details der unterschiedlichen Hygieneanforderungen Russlands und Deutschlands., so Philipowski. „Bei einem kooperativen Miteinander ließen sich diese Hürden mit Sicherheit auch zeitnah überwinden. Die Voraussetzungen dafür liegen sowohl in einer guten Kommunikation zwischen BMELV und den deutschen Unternehmern, als auch in der Akzeptanz der russischen Hygieneregeln und im Verständnis der russische Mentalität und deren Businesskultur.

        Nepoklonov bot an bei Interesse der deutschen Wirtschaft für einen Expertenaustausch zur Verfügung zu stehen. Selbstverständlich kann eine nachhaltige Lösung nur in Zusammenarbeit mit dem BMELV und dem deutschen Veterinärsystem gefunden werden. Hierzu muss es aber eine effektive Kommunikation zwischen deutscher Wirtschaft und den deutschen Behörden geben. (Homepage des russischen Ministeriums: Pressemitteilung vom 22. August 2013,

        Im Anschluss an das Moskauer Gespräch informierte Philipowski die Unternehmer und deren Branchenverbände. Es wurden Lösungsansätze diskutiert, die in Zusammenarbeit mit Unternehmen, Verbänden und Veterinäre zum Erfolg führen könnten. Der Leiter der Stabsstelle 'Export russische Föderation' Kloos wurde auch über die Ergebnisse informiert.
        Anstatt das Engagement der Wirtschaft zu unterstützen, wurden einige Unternehmer und Verbände vor weiteren Aktivitäten gewarnt. Es scheint nicht im Interesse einiger Institutionen zu liegen, dass die Wirtschaft sich selber ein Bild über die Situation verschafft und nach Lösungen sucht. Kloos und Rech verwiesen auf ein weiteres Gespräch mit dem Leiter des Russischen Ministeriums, Dankwert, am 16.September 2013 in Budapest. Es ist Wahlkampf in Deutschland und Politik braucht Erfolge. Der Schaden der der deutschen Wirtschaft durch den Exportstopp entsteht, scheint da eher eine untergeordnete Rolle zu spielen.

        In der Pressemitteilung des russischen Ministeriums ist zu lesen, dass man in Budapest Gespräche geführt hat. Die deutsche Wirtschaft ist weiter am Export in die russische Föderation interessiert. Man will weiter im Gespräch bleiben.
        Nun liegt der Ball wieder bei der Wirtschaft. Man darf gespannt sein.
        Zuletzt geändert von Fleischbranche.de; 25.11.2017, 12:28.

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          #5
          Aw: Exportstopp für Fleisch in die russische Föderation

          Sehr geehrter Herr Philipowski.
          Obwohl ich nicht betroffen bin, habe ich doch Ihren Report gelesen.
          An dieser Stelle moechte ich Ihnen meine groesste Hochachtung fuer Ihr mutiges Vorgehen ausdruecken. Einen Kommentar zur Politik erspare ich mir. Lassen Sie sich nicht beirren. Weiter so.
          Alles Gute und viel Erfolg.
          Mit freundlichem Gruss
          Harald

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            #6
            Exportstopp für Fleisch in die russische Föderation

            Sehr geehrter Herr Philipowski,

            manchmal denke ich, das Politik überflüssig ist, Politiker alles verkomplizieren und man allein deswegen schon nicht zu Lösungen kommt.

            Richtig ist, dass die russische Seite Ihre Importbedingungen selbst festlegen kann. (Man kann versuchen, das zu diskutieren, aber der Erfolg wird eher mager sein. Deutschland ist ja nicht der einzige Exporteur noch Russland) Also muss man die Exportbedingungen akzeptieren und einhalten.

            Ich exportiere seit vielen Jahren Maschinen, Anlagen und Ausrüstungen nach Russland. Auch hier legt Russland die Importbedingungen fest, d.h. im wesentlichen braucht man ein sogenanntes GOST-R-Zertifikat und ggfls ein Hygienezertifikat. Dazu gibt es in Deutschland mehrere Zertifizierungsstellen, bei denen Maschinenbauer ihre Produkte zertifizieren lassen können. Diese Zertifizierungsstellen sind von der russischen Seite akkreditiert, die Zeugnisse werden somit problemlos anerkannt und es gibt ein entsprechendes Vertrauensverhältnis.

            Die in Deutschland ansässigen Zertifizierungsstellen, sind KEINE staatlichen Stellen, sondern normale wirtschaftlich agierende Unternehmen, die sich komplett oder zumindest teilweise auf solle Zertifizierungen konzentrieren. Daraus ergibt sich auch, dass solche Zertifikate Geld kosten.

            Da dies reibungslos funktioniert, funktioniert auch der Export weitgehend reibungslos. Diese Lösung ist sicher ein entscheidender Beitrag zum Exporterfolg der deutschen Maschinenbauer auf dem russichen Markt.

            Ich kann den Fleischproduzenten, die nach Russland exportieren wollen nur empfehlen, über ihre Verbände in Abstimmung mit der russischen Seite ein ähnliches System (z.B. akkreditierte Labore und/oder Veterinäre) aufzubauen.
            Das wäre dann weitgehend politikfrei und lösungsorientiert. Wie Sie bereits richtig bemerkten, kommt es darauf an Vertrauen aufzubauen, sowohl zu den handelnden Personen als auch zu den Messergebnissen und Prüfprotokollen.

            Im übrigen muss heute nicht jedes Stück Fleisch im Labor untersucht werden, es gibt bereits mobile Messgeräte, die die Fleischqualität, Keimzahl und Herkunft (Schwein, Rind, Pferd etc.) innerhalb von Sekunden ermitteln und z.B. in der Warenausgangskontrolle oder durch "mobile" Lebenmittelkontrolleure genutzt werden können.

            Freundliche Grüße

            Henry Rose

            ROSE Fleischtechnik GmbH
            www.rose-Fleischtechnik.de
            E-Mail: post@rose-fleischtechnik.de

            www.rose-fleischtechnik.de

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