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    Anzahl der Fleischer

    Ich bin in einer Kleinstadt bei Wiesbaden aufgewachsen und habe dort in den 70er Jahren meine Fleischerlehre gemacht.
    Damals gab es noch 4 Fleischereibetriebe im Dorf. 10 Schweine, 2 Stück Großvieh und etwas Zukauf wurden für Laden und Wurstproduktion pro Woche verbraucht.Davon konnten die Metzger ganz gut leben und natürlich stand ein Mercedes oder BMW vor der Tür.
    Das war noch die schöne heile Welt. Beruflich bin ich ein Weltenbummler geworden und komme ab und zu in meine Heimat. Meinen Lehrbetrieb gibt es schon lange nicht mehr, und jetzt schließt auch das letzte Fleischerfachgeschäft für immer seine Türe. Das macht mich schon sehr traurig!
    Wie sieht es bei Euch aus? Welche Erfahrungen habt Ihr gemacht?

    Zuletzt geändert von Ivan Besser; 28.08.2018, 14:20. Grund: Überschrift geändert, da zutreffender

    #2
    Hallo Diablito,

    vielen Dank für das interessante Thema.

    Ich habe die Überschrift angepasst, hoffe, das ist in Ordnung. Es überrascht mich, dass du aus der Wiesbadener Ecke kommst, ich habe vor 20 Jahren Ausbildung bei der Metzgerei Bientzle, in Taunusstein Neuhof gemacht. Bientzle war damals ein alteingesessener Fleischer, der Laden lief sehr gut. Wir hatten auch 10 Schweine die Woche geschlachtet, einmal im halben Jahr gab es Großvieh, ebenso wurden 2-3 Mal im Jahr Lämmer geschlachtet. Rest wurde zugekauft. In der Produktion haben wir alles hergestellt: Salami, Rohwurst, Brühwurst, Kochwurst, Kochpökelwaren, Rohpökelwaren, Pasteten, Feinkost und Konserven. Ich bin heute sehr froh, dass ich dort gelernt habe, letztendlich war es eine gute Basis für die Fleischermeister und Fleischtechniker Fortbildung. Leider kam dann irgendwann die Umgehungsstraße, Penny, Lidl, Aldi, aber aufgrund des Alters der Betreiber, wurde die Metzgerei vor zehn Jahren geschlossen. Ich gehe einmal im halben Jahr vorbei, da Chef und Chefin wie meine Eltern wurden. Wir haben ein schönes und inniges Verhältnis. Mittlerweile sind sie beide über 80 Jahre alt.

    Die Problematik der Handwerksbetriebe ist vielseitig, die Fleischindustrie (welche durch die Verbrauchermärkte agiert) ist sicherlich einer der größten Hürden, aber auch, dass es weniger Nachwuchskräfte gibt, als vor 20 Jahren, der Job ist samt der Tarifgehälter nicht mehr so attraktiv.

    Dürfen wir erfahren wo du gelernt hast? Die meisten Betriebe aus der Umgebung kenne ich persönlich.
    Zuletzt geändert von Ivan Besser; 28.08.2018, 14:37.
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      #3
      Moin ihr beiden. Die Fleischerei Bientzle war eine meiner Kunden als ich fuer MOGUNTIA /Mainz unterwegs war Ivan.
      Hart an der Bezirkgrenze.
      Den Umsatz habe ich vergessen aber die Leute waren echt nett.

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        #4
        Ivan, ich habe in Hochheim am Main in der Metzgerei Schauß gelernt und bin noch bis zu meiner Meisterprüfung dortgeblieben. Leider ist Herr Schauß schon früh verstorben und konnte seinen Ruhestand nicht sehr lange genießen.
        Hochheim ist bekannt für sein Weinfest im Sommer und den Markt im Herbst. Für den Markt öffnen die Weinbauern ihre Tore und verköstigen die Besucher mit Wein und hausgemachter Wurst. Da hatten wir ganz gut zu tun mit den Hausschlachtungen. Damit meine ich schlachten beim Bauer vor Ort und von dem Schwein, Bratwurst, Blutwurst, grobe Leberwurst und Presskopf mit einem Wolf und Handfüller in der Waschküche herstellen. Damals ging das noch zu machen.
        Von Moguntia haben wir auch Gewürze gekauft, aber da ist bestimmt Wuschel noch auf dem Schulhof herumgetollt als ich gelernt habe (1974 - 77)

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          #5
          Danke fuers Kompliment Diablio. Meine aelteste Tochter wurde im Oktober 1972 geboren und ich war bei Moguntia als sie 8 Jahre alt war. So,-und jetzt kannste rechnen. Kleiner Tip: Als ich heiratete war ich 21 (nach damaliger Gesetzgebung also volljaehrig). Aber wie sage ich oefter: Wer nicht jung stirbt, der kann sehr alt werden. Gruss wuschel

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            #6
            Respekt Wuschel, dann habe ja ich noch herumgetollt, bin Jahrgang 59.
            Ich hab dich viel jünger eingeschätzt obwohl durch deine Beiträge die Erfahrung spricht.
            Einen Beruf kann man erlernen, Erfahrung muss man sich erarbeiten.

            Gruß

            Werner

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              #7
              wuschel So klein ist die Welt
              Diablito Hochheim kenne ich natürlich durch den Hochheimer Markt, Metzgerei Strauß kenne ich persönlich jedoch nicht.
              Ich war im Jahr 2009-2011 bei einem namhaften Gewürzunternehmen als "Key-account-manager" im PLZ: 34, 35, 36, 37, 98, 99 im Außendienst unterwegs, das war ein relativ großes Gebiet mit über 700 Fleischereien und Fleischwarenindustrien, die ich (im sechswöchigen Rhythmus) regelmäßig besucht habe. Hochheim gehörte somit nicht dazu.

              Die Produktionsräume der Metzgerei Bientzle stehen seit einem übrigens leer.
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