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Mit Mitarbeitern und mit Freude arbeiten

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    Mit Mitarbeitern und mit Freude arbeiten

    Die spannende Frage ist und bleibt, wie motiviere ich Mitarbeiter? Wie gelingt es, dass Mitarbeiter Spaß bei der Arbeit haben? Es gibt die unterschiedlichsten Meinungen dazu und die unterschiedlichsten und Ansätze der Motivation. Klar sind Dinge wie mehr Geld, Umsatzbeteiligung, Freizeitausgleich, Firmendandy usw. gute Möglichkeiten. Doch ist das wirklich alles?
    Ich glaube viel wichtiger ist es, wieder den einzelnen Menschen mit seinen Sorgen, Nöten und seinem Potential zu betrachten. Wie läuft es denn tagtäglich oft ab: Der Leistungsdruck ist groß, das Tempo wird immer schneller, die Anforderungen immer höher - auch für die Chefs. Und unter diesem Druck verlieren sie ihre Mitarbeiter oft aus dem Blick. Sie sehen nur noch die Aufgaben, und was bis wann fertig werden muss. Und dann passiert es, dass sie zu den Mitarbeitern sagen: " Machen Sie mal, das muss bis 12 Uhr fertig sein". Es wird kein Kontakt zu den Menschen aufgenommen. Die Arbeit wird dem Mitarbeiter hingeschmissen und dieser Mitarbeiter, der vielleicht gerade an einer anderen wichtigen Arbeit ist, fühlt sich mies behandelt. Er wird reduziert auf eine Rolle. Er soll nur noch Leistung erbringen und wird nicht mehr als Mensch gesehen.
    Kennen Sie das? Wie gehen Sie damit um - ob als Chef/ Chefin oder als Mitarbeiter/ Mitarbeiterin?
    Welche Wege da raus sehen Sie?
    Ich freue mich über Ihre Erfahrungen und Anregungen.
    Erfolgreich in die Zukunft
    Bechtel Marketing Coach
    Marketingberatung - Coaching - Seminare
    für die Fleischerbranche
    www.bechtel-marketing.de

    #2
    Hallo Gabriele,
    ich bin grundsätzlich bei Dir. Würde aber gerne Deinen Beitrag um folgende Anregungen ergänzen:
    aus Beratersicht sieht das Thema Personalmanagement immer leichter aus, als wenn man selbst in der Verantwortung steht und mit den Konsequenzen leben muss.
    Gerade in der heutigen Zeit mit einer durchschnittlichen Arbeitslosenquote von ca. 5 - 6 % und damit einer gefühlten Vollbeschäftigung, gerade in Bayern und Baden-Württemberg, wissen auch die Mitarbeiter, dass es kein großes Problem darstellt einen neuen Job zu finden. insofern ist das Thema Kritik an der Arbeit des Mitarbeiters ein absolut heißes Eisen. Ich habe schon oft erlebt, dass Mitarbeiter, nachdem sie kritisiert wurden, sich einfach einige Tage „frei genommen haben. Ich will das in keinem Falle pauschalieren, sondern nur darauf aufmerksam machen, dass Kritik sorgsam und vor allem unter 4 Augen angewendet werden muss.
    Dabei sind wir schon bei meinem Lieblingsthema Wertschätzung. ein wesentlicher Punkt, Mitarbeiter zu motivieren, ist die geleistete Arbeit Wert zu schätzen. die immer wieder artikulierte Wertschätzung, sei es durch Worte oder Gesten, oder Taten führt automatisch zu einer geringeren Fehlzeitenquote und geringeren Fluktuation.
    Ein weiterer Punkt, der leider Gottes immer wieder missachtet wird, ist die Gleichbehandlung aller Mitarbeiter. ein hohes Konfliktpotenzial birgt die tägliche Ungleichbehandlung. Wobei ich nicht davon rede, wie im Sozialismus alle Mitarbeiter gleich zu setzen, sondern vergleichbare Tätigkeiten vergleichbar zu managen. Es braucht eine feste und transparente Struktur im Personalmanagement um Missstimmungen zu vermeiden. Zugeständnisse an Mitarbeiter müssen immer so gewählt werden, dass sie theoretisch jedem Mitarbeiter gewährt werden können. Jede Gehaltsfestsetzung und Gehaltserhöhung muss so gewählt werden, dass sie diese jedem Mitarbeiter gegenüber gerechtfertigt werden kann. Gehälter bleiben nie geheim.
    Und als letzter Punkt das Thema Ausbildung und Weiterbildung: Wir sind heute schon (seit Jahren) im absoluten Fachkräftemangel. Betriebe, die nicht selbst für Nachwuchs sorgen werden früher oder später aus Fachkräftemangel schließen müssen. Ich habe jetzt gerade ein Beispiel einer großen und alteingesessenen Metzgerei in Bayern, deren Inhaber an diesem Thema jetzt resignierten. Motivation durch Weiterbildung. Nicht jeder Mitarbeiter steht auf Weiterbildung. Trotzdem bin ich davon überzeugt, dass es für die Mitarbeiter wichtig ist zu wissen, sie arbeiten in einem Betrieb der an Aus- und Weiterbildung interessiert ist.



    Jürgen Huber
    Huber Consult e.K.

    Metzgermeister, Betriebswirt d. Hdw.
    staatl. gepr. Fleischtechniker
    REFA-Prozessorganisator
    Unternehmercoach
    Fachberater für die Fleischwirtschaft

    www.fleischer-beratung.de

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      #3
      Vielen Dank für Deinen wertvollen Beitrag lieber Jürgen. Wertschätzung liegt auch mir sehr am Herzen.
      Schade, dass es anscheinend sonst auf recht geringes Interesse stößt. Ich hatte gehofft, dass sich hier mehr Leute an diesem Thema beteiligen, vielleicht auch von eigenen Erfahrungen berichten. Oder sind alle super zufrieden? Das wäre natürlich schön.
      Erfolgreich in die Zukunft
      Bechtel Marketing Coach
      Marketingberatung - Coaching - Seminare
      für die Fleischerbranche
      www.bechtel-marketing.de

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        #4
        Hallo Gabriele.
        Zufrieden sein und zur Zufriedenheit verpflichtet sein, da sonst die eigene Existenz fraglich wird, sind zwei Paar Schuhe.
        Auch ich moechte mich Juergens Ausfuehrungen anschliessen. Doch,- aus dem ersten Satz kannst du schon die gesamte Palette der Problematik heraus lesen.
        Fuer richtig zufrieden mit ihrem Job, mit ihrem Chef, mit der Entlohnung, mit anderen Umstaenden waehrend und in der Arbeit, halte ich nur einen geringen Teil der Fleischer, der Menschen ueberhaupt. Man geht eben arbeiten um das Leben zu sichern und der Frust wird anderweitig, schlimmstenfalls innerhalb der Familie, ausgelebt. Ich glaube, dass Zufriedenheit eine Gottesgabe ist, die aber mit dem Salzstreuer verteilt wird. Ich war, bis auf die letzten 15 Jahre, nie zufrieden. Ist es nicht so, dass man so lange unzufrieden ist bis man das Ziel erreicht hat, dann aber wieder unzufrieden wird, da sich hinter dem Ziel ein neues aufmachte?
        Das ist das in unseren Genen verankerte Gogo-VW-Mercedes-Prinzip.

        Zum Thema Mensch kann ich dir mitteilen, dass ich niemals als Mensch betrachtet wurde, sondern lediglich als Leistungstraeger. Liess die Leistung nach, wurde ich ersetzt. Ueberforderte mich das was ich als Leistung zu bringen hatte, habe ich gewechselt.
        Dies beinhaltet, dass sich der Chef einen feuchten Kehricht darum kuemmerte ob ich ein Haus abzuzahlen und schulpflichtige Kinder habe. Andererseits suchte ich mir dann einen Job der mir die Erfuellung meiner privaten und beruflichen Pflichten garantierte, mich aber nicht kaputt machte.
        Natuerlich kann man zufrieden sein wenn man einen Haufen Sand von A nach B schaufelte und anschliessend wieder zurueck, da man keine weiteren Ansprueche stellt aber andererseits auch nicht erfuellen koennte.
        Menschen die vom Leben etwas wollen, sind nie zufrieden. Sie suchen immer weiter. Deine Fragestellung, liebe Gabriele, ist sehr kompliziert. Nicht die Frage an sich aber die Antwort. Wenn jemand darauf antworten wuerde, davon bin ich ueberzeugt, muesste er/sie hier einen Aufsatz schreiben und sehr wahrscheinlich wuerde in diesem Aufsatz nur stehen, womit er/sie unzufrieden sind. Das gilt dann fuer Einzelpersonen. Wenn jemand unzufrieden ist und kann weitere Unzufriedene um sich sammeln, dann mit dem notwendigen Charisma begeistern, kann das u.U. zu einer Revolution fuehren. Im Management heisst das, einen Weg zwischen Zuckerbrot und Peitsche zu finden um die Zufriedenheit der MA im Betrieb zu erhalten. Ein Job, den ich den wenigsten Inhabern kleinerer Fleischereien zutrau.
        Anhaltspunkte findet man aber bei Juergen.
        Zuletzt geändert von wuschel; 22.10.2017, 12:32.

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