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Die Probleme eines Juniorchefs/Sellenstriptease

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  • Die Probleme eines Juniorchefs/Sellenstriptease

    Hallo zusammen,

    ich bin 23 Jahre alt, habe meinen Meister und bin seit her als ''Juniorchef'' im elterlichen Betrieb tätig.
    Momentan fällt es mir nicht leicht in die Arbeit zu gehen und wenn ich ehrlich bin macht es mir auch manchmal keinen Spaß mehr, ich kann nicht schlafen weil mir 1000 sachen durch den Kopf gehen und ich mich über einiges ärgere.

    Bevor ich los lege, zu meinem Betrieb:
    Mein elterlicher Betrieb besteht seit 60 Jahren, wir Schlachten noch selbst, haben deshalb auch vor rund 17 Jahren ein Schlachthaus in unser Industriegebiet gebaut, haben 3 Filialen, 25 Angestellte und eine wöchentliche Produktion von ca. 1,2T Wurst.

    Fällt mir gar nicht so leicht, aber ich probiers mal.

    Was mir den Spaß an der Arbeit verdirbt:

    - Die Seniorchefin Steht im Laden, will nicht in den Ruhestand, hat Launen die kein Mensch erträgt. Lässt sich keine Arbeit abnehmen und hält meinen Eltern und mir vor das sie alles alleine machen muss etc.. Sie macht sachen, die man manchmal einfach nicht vertreten kann.

    - Mein Vater, ''kümmert'' sich nur um seine Schlachtung und den Fleischzukauf obwohl er nie bei mir in der Produktion oder Zerlegung ist, da kann es schon Passieren das er 100kg Speck o.ä. kauft den wir nicht brauchen. Er schlachtet einfach aus dem Bauch heraus und kümmert sich kaum um das Erscheinungsbild des Schlachthauses. Wenn ich mir erlaube ihm sachlich zu sagen das das alles nicht richtig ist, vor allem die unnötigen km die er beim liefern fährt und unsere Gestehungs und Verkaufspreise aus dem Bauch entscheidet, dann kommt nur: Mach dir um meine sachen mal keinen Kopf. Da vergeht mir schon ordentlich die Lust.

    - Und meine Mutter, ist ein Nervenbündel weil sie zwischen den Fronten steht und von der Seniorchefin immer nur vorgehalten bekommt wie blöd sie ist und was sie alles falsch macht. Aber, sie ist vernünftig und Arbeitet sich fast auf. Das macht mich immer traurig weil ich ihr eben kaum helfen kann.

    Was meiner Meinung nach gemacht werden muss:

    Schlachtbetrieb gehört saniert, Produktion und Laden renoviert,Maschinen neu anschaffen, der Papierkram gehört neu gemacht und eine Firmen/Kassensoftware muss eingeführt werden.

    Was ich möchte:

    Ich möchte das meine Mutter wieder spaß an der Arbeit findet und das ich das Lebenswerk meines Opas so führe wie er es sich vorgestellt hätte. Ich möchte aus dem veralteten Betrieb einen ''Hochmodernen'' Betrieb machen, dass andere Fleischer ihre Söhne zu mir in die Ausbildung schicken. Ich möchte zufriedene Kunden die gerne zu mir zum einkaufen kommen und ich stolz auf meine Arbeit, mein bevorstehendes Lebenswerk sein kann. Ich möchte die Produktion steigern vlt. In den Großhandel liefern und den Leuten vermitteln das das Fleischerhandwerk eine tolle Sache ist, ich würde gerne Seminare wie z.b. Weißwurst machen etc. anbieten um das Image des Fleischers wieder aufzubessern und natürlich auch Kunden an mein Unternehmen zu binden.
    Jetzt kommt das aber, es fehlt einfach an der Unterstützung von meinen Eltern und eben auch noch an Firmenkapital bzw. den Mut meiner Eltern den Schritt nach vorne zu machen. Solange sich da nichts tut werde ich weiter in meinem Trott vor mich hinarbeiten, mich über meinen Vater aufregen der mich immer wieder ausbremst, meine Mutter in den Arm nehmen und versuchen meine Oma zu verstehen. Ob mein Betrieb so eine Zukunft hat, bezweifle ich sehr stark.


    Jetzt wollt ich gerne wissen was ihr in meiner Situation tun würdet, was ihr darüber denkt oder ob mir vlt. gar wer helfen kann?


    Bin gespannt und freue mich auf eure Antworten!

  • #2
    Guten Morgen,
    es ist zwar kein wirklicher Trost, aber ich kann dir sagen, dass es fast zur Normalität gehört, Generationskonflikte in Betrieben mit Familiennachfolgern zu lösen. Ich habe in meiner Kundschaft 3 Betriebe mit solchen Generationskonflikten. Dabei sind solche Generationskonflikte auch branchenunabhängig.
    In unserer Fleischbranche sind Generationskonflikte auch deshalb dramatisch, weil nicht selten daraus familiäre Zerwürfnisse und damit das Ende der Fleischerei besiegelt werden – und Betriebsschließungen haben wir wahrlich genug.
    Mein Rat:
    Vereinbare mit deinen Eltern einen Termin, wo ihr euch außerhalb der Geschäftszeit mal 2 Stunden Zeit nehmt die Sachlage zu erörtern. Ich würde dein 1. Statement hier im Forum auch nutzen das Gespräch zu eröffnen. Frage sie, wie sie sich ihren weiteren Lebensweg vorstellen? Wie stellen Sie sich die weitere Zusammenarbeit mit dir vor? Erzähle ihnen von deinen Ängsten, deinem Frust und deinen schlaflosen Nächten. Frage sie, ob sie das Geschäft in der Zukunft an dich übergeben möchten? wenn ja, dann solltet ihr eine Zielvereinbarung schließen in welchem Zustand und wann das Geschäft (ungefähr) übergeben werden sollte.
    Es gibt natürlich immer unterschiedliche Sichtweisen eines Status Quo. Deshalb ist es wichtig von ihnen zu erfahren, wie sie die Sachlage sehen.
    Achte darauf, dass das Gespräch ruhig und sachlich verläuft. Versuche Vorwürfe und Angriffe zu vermeiden und sie davon zu überzeugen, dass es wichtig ist diesen Konflikt jetzt zu lösen, auch wenn der Konflikt aus deren Augen vielleicht zu vernachlässigen ist. Ich sage jedoch voraus, dass wenn ihr diesen Konflikt nicht löst, wird er Auswirkungen auf eure Mitarbeiter haben, auf euer Betriebsklima und damit auf eure Leistungserstellung – und damit letztendlich auf euren Umsatz.

    Manchmal macht es Sinn, einen Externen hinzuzuziehen. Ich möchte dir deshalb gerne meine Hilfe anbieten. Ein 1. Gespräch ist unverbindlich und kostenlos.
    Solltest du nach dem Gespräch mit deinen Eltern das Gefühl haben, keine wirkliche Lösung erzielt zu haben, ruf mich an.
    Tel. 0163 2933348
    Zuletzt geändert von Jürgen Huber; 01.09.2016, 08:33.
    Jürgen Huber
    Huber Consult e.K.

    Metzgermeister, Betriebswirt d. Hdw.
    staatl. gepr. Fleischtechniker
    REFA-Prozessorganisator
    Unternehmercoach
    Fachberater für die Fleischwirtschaft

    www.fleischer-beratung.de

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    • #3
      Guten Morgen,

      zunächst einmal vielen Dank für den konstruktiven Beitrag und herzlich Willkommen hier im Forum.

      Ich habe mir den Beitrag gestern 2 X durchgelesen, da du ihn wirklich mit Leidenschaft und Engagement geschrieben hast. Ich glaube, dass du die Arbeit mit einer mindestens genauso hoher Leidenschaft absolvierst und deshalb verdienst du ein ehrliches Feedback.

      Bei deiner Problemstellung und dieser Konstellation bin ich der Meinung, dass es sich von Außerhalb nur schwer eine zielgerichtete Problemlösung definieren lässt, da man hier einfach noch zu wenige Details weiß.

      Mein Tipp: es gibt für alles Experten, hole dir einen (Unternehmensberater) Profi ins Haus, der sich vor Ort eine Lage macht. Alles andere wäre nur Prognose und Vermutung. Der Mensch ist eben weder eine Maschine noch ein Produkt, wo es sich aus der Ferne heraus ein Lösungsansatz definieren lässt. Und in deinem Fall handelt es sich eben um einen Menschen Konflikt.

      Man sagt: "alte Bäume verpflanzt man nicht mehr" - du wirst an deinen Eltern wahrscheinlich relativ wenig verändern können. Wenn du den jedoch das Gefühl gibst, dass du mit Herz und Seele dahinter bist und momentan aufgrund bestimmter Konflikte leidest, hast du eventuell gute Chancen, etwas zu verändern. Wichtig ist, dass du immer ehrlich bleibst.

      Ich würde mich freuen, wenn du uns über die Abläufe sowie Änderungen berichtest.

      Herzlichst,
      Ivan
      Zuletzt geändert von Ivan Besser; 01.09.2016, 09:29.
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      • #4
        Hallo, lieber Juniorchef,

        Gestern Abend hat mir der Gründer dieser Plattform, Ivan Besser, den ich fachlich und persönlich sehr schätze, Ihre „Probleme eines Juniorchefs“ zugeleitet. Das war heute auch ausschlaggebend für meine Registrierung hier.

        Was Sie schreiben, imponiert mir. Denn: Sie jammern nicht nur, Sie haben den Drang, Dinge zu ändern. Junge Führungskräfte, wie Sie, werden von vielen Betrieben in der Branche geradezu händeringend gesucht. Dieser Hinweis soll Ihnen zunächst mal den Rücken stärken.

        Für Ihr weiteres Vorgehen gebe ich Ihnen hier einige Ratschläge:
        1. Machen Sie sich die Stärke Ihrer Position bewusst. Knapp sind die Nachfolger, nicht die Betriebe, die einen Nachfolger suchen!
        2. Tauschen Sie sich mit jungen Kollegen über Ihre Situation aus. Kollegen, die keine Wettbewerber sind, sind oft die besten Ratgeber. Vielleicht machen Sie mal für zwei, drei Tage eine Tour zu führenden Fleischerfachgeschäften und sprechen dort mit Juniorchefs, die ähnliche Probleme schon gelöst haben. Ich habe allein in diesem Jahr bei meinen Kunden mehrere beeindruckende Persönlichkeiten in etwa Ihrer Altersklasse kennengelernt (die ich Ihnen nach Rücksprache auch nennen kann).
        3. Danach reden Sie mit Ihrer Familie. Machen Sie dazu einen Termin aus – so dass alle ungestörte Zeit haben. Sagen Sie dabei konkret, was wirklich Ihre Interessen sind und was Sie aus dem Betrieb machen wollen. Bereiten Sie sich also auf dieses Gespräch vor - und zwar in den Inhalten und in der Art und Weise, wie Sie diese vortragen.
        4. Falls dieses Gespräch nicht zum Erfolg führt, schlagen Sie vor, dass alle Familienmitglieder gemeinsam einen Moderator auswählen, der ein Familiengespräch als Neutraler zu einem Ergebnis führt. Idealerweise sollte dabei die familiäre Situation mit der betriebswirtschaftlichen Entwicklung abgeglichen werden - den vor allem muss Ihr Betrieb Geld verdienen.

        Wenn ich Ihnen helfen kann, schreiben Sie mir gerne eine Mail: info@gempel.de
        Viel Glück!

        Fritz Gempel
        www.gempel.de

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        • #5
          Hallo zusammen,
          danke für die tollen Antworten und die netten Worte, hat mich sehr gefreut.
          Am Sonntag setzen wir uns mal zusammen und reden über das Ganze.
          Ich bin gespannt wie das Gespräch verläuft und mit welchem Ergebnis wir auseinander gehen.

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          • #6
            Hallo Kollege,

            eine sehr unangenehme Situation in der du da steckst. Eine ganz ähnliche Lage konnte ich in meinem Lehrbetrieb beobachten, leider wirkt sich so etwas auch auf das gesamte Betriebsklima und auf die Mitarbeiter aus vom wirtschaftlichen Schaden oder Risiken (Stichwort ungepflegtes Schlachthaus) ganz zu schweigen. Ich hoffe das euer Gespräch ein Erfolg wird und du den Spaß an der Arbeit wiederfindest. Tipps kann ich dir leider keine zu dem Thema geben aber ich würde mir erlauben das Forum mit Interesse zu verfolgen da ich vielleicht auch einmal einen Betrieb übernehmen möchte und vor ähnlichen Problemen stehen könnte.

            Grüße aus der Pfalz

            Werdaverd

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            • #7
              Kannst ja mal kurz schreiben, ob das Gespräch positiv verlaufen ist. Ich würde die Ergebnisse im Groben dokumentieren.
              Falls ihr Massnahmen vereinbart, schreibt euch auf, wer für was bis wann verantwortlich ist.
              Jürgen Huber
              Huber Consult e.K.

              Metzgermeister, Betriebswirt d. Hdw.
              staatl. gepr. Fleischtechniker
              REFA-Prozessorganisator
              Unternehmercoach
              Fachberater für die Fleischwirtschaft

              www.fleischer-beratung.de

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              • #8
                Hey,
                Tut mir sehr leid das ich lange nix mehr hab hören lassen. Das Gespräch ist leider bis Heute nicht zustande gekommen.
                Ich bleibe aber dran, sollte es etwas neues geben melde ich mich umgehend.

                Lg

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