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Gibt es nur noch Verbrecher in der Branche?

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    Gibt es nur noch Verbrecher in der Branche?

    Moin,

    Ein Kollege von mir (Filialleiter) hat seit 3 Jahren immer wieder - entweder das Pech oder es sind nur noch solche "Arbeitgeber" unterwegs, dass er bei Firmen in Deutschland landet, in der der Chef verlangt das die Kunden betrogen werden( Ottonormal Restposten Fleisch wird als Filet von der Eier legenden Wollmilchsau verkauft usw).Und die "normalen" Mitarbeiter so gut es geht ausgebeutet werden (Überstundenbetrug) Ruhe und "Arbeitszeiten" werden nicht eingehalten bzw sind gesetzeswidrig.Mitarbeiter, denen es anzusehen ist, dass sie sich nicht trauen übers Gehalt zu verhandeln, bekommen den Mindestlohn.

    Hat mein Kollege Pech oder ist das wirklich mittlerweile unsere Branche oder war das schon immer so?!

    Ich persönlich behaupte von mir ein ehrlicher Mensch zu sein und glaube an so etwas wie Karma und bin über solche Zustände mehr als schockiert und könnte nicht lange in einer solchen Firma bleiben.

    #2
    Hallo Simon,
    Ich denke die Erfahrungen deines Kollegen sind nicht branchenspezifisch. Solche Erfahrungen gibt es in den verschiedensten Branchen.
    1. Arbeitszeit
    Mit der Einführung des Mindestlohns werden auch die Arbeitszeiten strenger kontrolliert. Was ja auch logisch ist. Bei einer regelmäßigen Arbeitszeit von ca. 10 h pro Tag hagelt es schon richtig heftige Bußgelder. Generell ist die wöchentliche Arbeitszeit von 48 h bei 6 Tagen nicht zu überschreiten.
    2.Rework
    Hier spielen immer 2 Sichtweisen eine Rolle. Zum einen die Qualitätssicherung und zum anderen die betriebswirtschaftliche Sichtweise. Grundsätzlich ist es strafbar Verbraucher zu täuschen. Früher oder später fliegen entsprechende Machenschaften auf.
    Andererseits kann es auch nicht im Sinne des Erfinders sein, noch einwandfreie Abschnitte in den Müll zu schmeißen. Hier sollte der Grundsatz Anwendung finden: Ich verkaufe nur Artikel, die ich auch selbst kaufen würde.
    3.Lohn
    Es ist eine altbekannte Tatsache (wiederum unabhängig von der Branche), dass stille Mitarbeiter tendenziell mehr ausgebeutet werden, als freche oder selbstbewusste Mitarbeiter. Dreistigkeit siegt leider viel zu oft.
    Hier hilft nur Stärkung des Selbstbewusstseins.

    Es gibt nicht den perfekten Betrieb. Jeder muss für sich selbst entscheiden, ob er mit den Schwächen leben kann oder nicht. Gerade in der heutigen Zeit, sollte man, bei entsprechendem Leidensdruck, auch wieder Alternativen finden. Das wissen in der Regel auch die Arbeitgeber.
    Jürgen Huber
    Huber Consult e.K.

    Metzgermeister, Betriebswirt d. Hdw.
    staatl. gepr. Fleischtechniker
    REFA-Prozessorganisator
    Unternehmercoach
    Fachberater für die Fleischwirtschaft

    www.fleischer-beratung.de

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      #3
      Moin Simon. Was ist denn das fuer eine Ausdrucksweise? Hast du schon mal ueberlegt, dass dein naechster Chef eventuell hier mitliest? Und kann dein Kollege nicht schreiben? Fuer alles was du da auffuehrst gibt es Regelungen oder Gesetze. Also wenn es jemanden nicht gefaellt was er machen soll, wie er es machen soll und mit wem er es machen soll gibts gibts Wege um das zu klaeren.
      Wuerdest du als Chef jemandem 20 E/h geben wenn er mit 12 E/h zufrieden ist und jeden Tag auf die Arbeit getrabt kommt?
      Ich muss schon sagen, dass das was du da auffuehrst ganz und gar nicht normal ist und auch nicht war.
      Die Chefs die ich hatte haben bei z.B. Ueberstunden immer einen reellen Ausgleich geschaffen.
      Wie waers denn mal mit einem klaerenden Gespraech zwischen dem Chef und deinem Kollegen?
      Im Notfall kann er auch wechseln. Am meisten gehen mir diejenigen auf den Zeiger die ueber alles rummaulen aber trotzdem taeglich in dieser "Bude" zu finden sind. Haben die Fussfesseln?

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        #4

        Vielen Dank erst einmal für die Antworten.

        Zu Punkt 1 kann ich nur sagen: Falls das Schichtprogramm Alarm schlägt, wird manipuliert, sodass alles wieder stimmt.
        6 Tage Wochen a 60 Std sind keine Seltenheit und werden mit Schichten von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang "versüßt".


        Zu Punkt 2 kann ich nur sagen: Ich rede nicht von Abschnitten, sondern von edlen Fleischteilen.

        Zu Punkt 3 kann ich nur sagen: Meiner Meinung nach wirken sich glückliche Mitarbeiter positiv auf den Umsatz aus.

        Zu Antwort Nr.2 :

        Jeder Chef weiß, was seine Pflichten sind, nur wird sich daran des Geldes wegen nicht gehalten.
        Mein Kollege hat keine Lust mehr den Betrieb alle 12 Monate zu wechseln, weil es nur noch solche Firmen gibt.
        Gespräche mit dem Chef verpuffen im Nichts, weil Änderungen meist mit Kosten verbunden sind.
        Es kommt stetig neuer Nachschub an Mitarbeitern die einen kurzen Aufenthalt von bis zu 12 Monaten "genießen".

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          #5
          Hallo Simon,
          Als ich gelernt habe, hatte ich teilweise auch solche Wochen. Aber das ist 35 Jahre her. Ich kann mich nur wiederholen, wir haben heute eine deutliche sensiblere Situation. 60 Std. Für normale Mitarbeiter sind heute mehr oder weniger tabu. Ich kenne in meiner Klientel keinen einzigen Betrieb, bei dem normale MA regelmäßig 60h arbeiten. Bei herausgestellten Arbeitsplätzen wie Produktionsleiter, oder Betriebsleiter mag das noch öfters vorkommen, aber die erhalten ein entsprechendes Schmerzensgeld.
          Übrigens sprechen die Mitarbeiter der Bezirksregierung auch mit den Mitarbeitern, bezüglich der geleisteten Stunden.
          Zu Punkt 2: Jeder Produzent ist für seine Qualität selbst verantwortlich. Auch in diesem Bereich ist die augenblickliche Situation deutlich sensibler als noch vor Jahren. Wird das Unternehmen entsprechend angezeigt, kann man heute relativ schnell den Laden zumachen.
          Mehr gibt es dazu nicht zu sagen.
          Jürgen Huber
          Huber Consult e.K.

          Metzgermeister, Betriebswirt d. Hdw.
          staatl. gepr. Fleischtechniker
          REFA-Prozessorganisator
          Unternehmercoach
          Fachberater für die Fleischwirtschaft

          www.fleischer-beratung.de

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