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Coronakrise - Chance oder Problem im Fleischerhandwerk?

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    Coronakrise - Chance oder Problem im Fleischerhandwerk?

    Moin,

    ich weiß nicht wie das von anderen hier wahr genommen wird, bzw wie eure Erfahrungen sind, aber aktuell verzeichnen wir einen regen Zuwachs an Kunden aller Altersklassen und Bevölkerungsschichten. Bei anderen Kollegen hier in der Region sieht es ähnlich aus. Ich könnte mir schon vorstellen, dass regional hergestellte Produkte in der aktuellen Situation eine neue Bedeutung finden. Nun kommt das große ABER: Wie sieht das in Zukunft aus? Ich könnte mir schon vorstellen, dass die Arbeitslosenzahlen steigen, ob der Euro noch zu halten ist steht auch noch aus..einerseits stehen wir vor einer großen Chance unser Handwerk wieder aufleben zu lassen, andererseits hilft alle Anerkennung nichts, wenn keiner mehr Geld hat um diese entsprechend zu honorieren.

    Wie seht ihr das?

    #2
    Hallo Slagter,

    es ist möglicherweise ein Segen und Fluch zugleich für das Fleischerhandwerk.

    Ich glaube, dass die globale Wirtschaft einen Einbruch erleben wird und dementsprechend auch die Fleischwirtschaft darunter leiden könnte, wobei wir in der Lebensmittelbranche noch Glück haben könnten, gegessen wird immer. Wie es in der Zukunft aussehen könnte? Das können wir derzeit nur spekulieren. Ich glaube, dass momentan der Bereich Partyservice stark in die Mitleidenschaft gezogen wird. Wie lange das dauert hängt maßgeblich davon ab, wann der Lockdown wieder aufgehoben werden kann. Chancen für das Metzgerhandwerk sehe ich, weil in der Zukunft möglicherweise mehr Wert auf Nachhaltigkeit, Regionalität und Qualität Wert gelegt wird.

    Wie sieht es bei euch mit dem Onlineverkauf aus? Habt Ihr einen Shop? Läuft dieser besser?
    Präsentieren - Diskutieren - Inserieren

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      #3
      Herr Besser, ich darf ihnen in allen Punkten widersprechen.
      Erstens gibt es derzeit keinen Lockdown sondern einen Shutdown was erhebliche Unterschiede sind.
      Zudem spreche ich oft mit Wirtschaftsexperten und MaFo Instituten diese sprechen sich alle dagegen aus das nach dem Shutdown mehr auf Regionalität etc gesetzt wird weil dafür in den meisten Fällen das Geld fehlen wird.
      Gewinner sind und wird der Onlinehandel sein.
      gerade in der Fleischbranche ist dieses Geschäft aufwändig und für kleine Betriebe fast finanziell nicht machbar.
      Die Reklamationsrate und Rate wo Pakete/Lieferungen nich ankommen liegen derzeit bei über 21%.
      Die Auflagen der EFSA werden hier deutlich nach oben geschraubt in nächster Zeit.

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        #4
        Momentan Erleben wir einen Aufschwung der nach der Krise wieder stark einbrechen wird. Regionalität und Nachhaltigkeit werden im Nirvana des Konsums verschwinden und Geiz wieder geil sein.
        Auch wir haben sehr viele Kunden die ich zuvor noch nie gesehen hab.
        Werden sie uns nach der Krise noch erhalten bleiben? NEIN.
        Der völlige Einbruch im Partyservice kann die Auftragslage im Moment auch nicht kompensieren.
        Die Politik fährt unsere Wirtschaft völlig an die Wand.
        Es wird wieder aufwärts gehen, ob wir auf der Gewinnerseite stehen werden wage ich sehr zu bezweifeln.
        Machen wir das Beste daraus.
        Bleibt Gesund.
        PS. Hab ein Schreiben der HWK bekommen in dem sie den Mitgliedsbeitrag einen Monat später fordern.
        Was eine Unverschämtheit, sieht so Krisenmanagement aus?
        Vollpfosten

        Capi

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          #5
          Hintergrund ist folgender...ich selbst bin Jäger und habe mehr Nachfrage nach meinem Wild als ich anbieten kann. Ich mache das ganze noch nicht im großen Stil, sehe theoretisch aber einen erhöhten Bedarf, auch in Zukunft. Nun kam aber dieser blöde Virus dazwischen...die daraus folgenden wirtschaftlichen Konsequenzen kann vermutlich noch keiner abschätzen, aber wenn keiner Geld hat, kauft auch keiner hochwertige Produkte..

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            #6
            Die Coronakrise wird sicherlich für viele Betriebe große Probleme mit sich bringen, aber für andere Unternehmen, die bisher wenig bekannt waren, bietet sie große Chancen. Was die Regionalität angeht, so kann man sagen, dass sie einen Boom erleben wird, weil der Glaube an das unendliche Wachstum durch Globalisierung durch Corona seine Ende findet. Bürger, die vor der Coronakrise regionale Betriebe unterstützten, galten als rückwärts gewand und wurden gerne in die nationale rechte Ecke gestellt. Global denken, handeln und kaufen galt als modern und trendy. Nun bekommt die regionale Orientierung eine soziale Komponente, was vor einigen Wochen noch undenkbar war, schließlich ist die Globalisierung Verursacher dieser sich rasant ausbreitenden Pandemie und produziert viele 1000 Arbeitslose.

            Die enormen Verwerfungen gepaart mit existenziellen Sorgen versperren den Blick auf die Zukunft. Welche Auswirkungen das Wegbrechen ganzer Märkte, hier die Gastwirtschaft, binnen Tagen für Auswirkungen auf die Preise hat, zeigt das Preisangebot der Forstbetriebe bei Wildfleisch.

            Kangurugulasch aus Australien wird wohl nach Corona kaum noch ein Kassenschlager werden! Es wird zur Bürgerpflicht, die regionale Wirtschaft durch sein Kaufverhalten zu unterstützen.

            Es stellt sich nur die Frage, wer hier als erstes die Chance sieht und sich aus der Erstarrung der letzten Wochen löst.

            Grüße

            Stefan
            Zuletzt geändert von Fleischbranche.de; 21.04.2020, 10:14. Grund: Link entfernt, bitte Forum-Regeln beachten

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              #7
              Handwerklich produzierende Metzgereien erleben gerade einen Boom, das stimmt. Aber ich vermute auch, wie meine Vorredner bereits angemerkt haben, dass sobald die Krise vorbei ist alle wieder zum Einzelhandel laufen und dort einkaufen. Und zwar mehr, als je zuvor, da jetzt plötzlich alle weniger Geld in der Tasche haben. Die großen fressen die Kleinen auf, so war es und bleibt es immer.

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                #8
                So, ab heute Mundschutz/Masken Pflicht.
                Jetzt kommen gar keine Kunden mehr zum Einkaufen.
                Wir werden uns alle noch wundern was da noch so kommen wird.
                Und auch nach der Krise werden Herausforderungen kommen die die wenigsten absehen können.
                In meinem persönlichen Umfeld kenne ich 8(acht) Gastronomiebetriebe die garnicht mehr aufmachen werden.
                Darunter 2 große Caterer.
                Vielen Dank an unsere Politik für den blinden Aktionismus.

                Capi

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                  #9
                  Guten Morgen,
                  Aus den „hinteren Bänken“ lässt sich natürlich immer leicht kritisieren. Das gilt für uns alle. Das Rollenbild ändert sich kolossal, wenn jeder von uns in der Verantwortung steht oder stehen würde. Das gilt für die Rolle des Chefs genauso wie für die Rolle der Bundesregierung. Jeder der selbst Unternehmer ist und Mitarbeiter führt beurteilt Situationen anders, als der Mitarbeiter. Das gleiche gilt für die Bundesregierung und uns Bundesbürger.
                  Die Situation der Coronakrise war und ist für uns alle Neuland. Menschen die noch Erfahrung mit der spanischen Grippe gemacht haben, dürften kaum noch unter uns weilen. Deshalb konnte auch keiner vorhersehen wie sich die Pandemie in Deutschland entwickeln werde. Hätten wir beispielsweise den gleichen Verlauf wie Spanien genommen, müssten wir heute über 400.000 infizierte und ca. 40.000 Tote beklagen. Wer von uns möchte ein solches Risiko tragen?

                  Ich denke auch, dass es mit jedem Tag wichtiger wird, das Leben wieder zu normalisieren. Aber wir Bürger müssen dabei die wichtigste Rolle übernehmen. Solange die Entwicklung so weitergeht, bin ich dahingehend sehr zuversichtlich. Ich weiß nicht wie hoch die Gefahr einer 2. Welle ist, genauso wenig wie unsere Politiker. Sollte aber sich die Entwicklung wieder umkehren und der Showdown wieder stärker werden müssen, wäre das für unsere Lebensgrundlage katastrophal.

                  Etwas mehr Sicherheit hätten wir, wenn deutlich mehr Leute getestet werden würden. Aber offensichtlich rebellieren die Krankenkassen gegen die exorbitanten Kosten, die sich damit auftun würden. Mein Vorschlag dazu jeder der Corona frei ist, sollte eine entsprechende Bestätigung bekommen. Eine solche Bestätigung wird bereits jetzt erwartet, wenn man nach Österreich reisen will.

                  Jetzt zum eigentlichen Thema.
                  Die momentane geschäftliche Situation in der Fleischwirtschaft ist absolut heterogen. Viele Betriebe, die in der Vergangenheit auf Catering und Partyservice verzichtet haben, sind heute nicht mehr am Markt oder haben mit existenziellen Problemen zu kämpfen. Jetzt im Moment sind das aber diejenigen Betriebe, die mit bis zu 70 % weniger Umsatz zurechtkommen müssen. Die Betriebe, die ihre Umsätze über Ladengeschäft und Filialen bewerkstelligt haben, haben im Moment wohl Zuwächse zwischen 5-15 %. Richtig gut geht es Betrieben, die ihren Fuß im Einzelhandel drin haben. Ich habe einen Kunden, der in sehr starkem Maße in Edeka Geschäfte liefert, der kommt im Moment mit der Produktion nicht hinterher.

                  Was die Nachhaltigkeit angeht, glaube ich auch nicht daran, dass irgend eine Entwicklung, die wir jetzt im Moment verzeichnen, auf Dauer so weitergehen wird.
                  Ich bin fest davon überzeugt, dass wir bis Herbst oder Winter einen Impfstoff zur Verfügung haben werden. Damit ist Covith 19 nichts anderes als eine andere Grippe. D. h. es gibt zukünftig keinen Grund mehr besondere Maßnahmen zu verhängen. Insofern prognostizierte ich, dass sich unser Verhalten bis in 6 Monaten wieder an die Verhaltensweise vor der Coronakrise angepasst hat. Vielleicht nicht gänzlich aber im Großen und Ganzen schon.
                  D. h. andere Themen werden wieder in den Fokus rücken: Klimawandel, CO2 Belastung, Grundrente, Fleischkonsum usw. Ich persönlich bewege mich mittlerweile in einem familiären Umfeld, in dem ich bei 5 Personen noch der einzige bin, der regelmäßig Fleisch und Wurst isst. Meine Töchter leben beide mittlerweile vegan.
                  Wenn wir uns also Gedanken über die Zukunft unserer Branche machen, dann sollte es uns langfristig viel mehr bewegen, dass wir in schätzungsweise 10-15 Jahren über einen Vegetarieranteil in der Gesamtbevölkerung über mindestens 30 % reden. Hier spielen die Frauen die entscheidende Rolle. Wenn diese selbst kein Fleisch mehr essen, werden sie auch ihre Kinder nicht mit Fleisch großziehen.

                  Also egal welche Entwicklung sie, aufgrund der Coronakrise, gerade in Ihrem Geschäft wahrnehmen, sie wird nicht von Dauer sein. Der Klimawandel, die in der Kritik stehende Massentierhaltung und der Fleischkonsum als solches sind für mich nachhaltige Themen.


                  Liebe Grüße

                  Jürgen Huber
                  Huber Consult e.K.

                  Metzgermeister,
                  Betriebswirt d. Hdw.
                  staatl. gepr. Fleischtechniker
                  REFA-Prozessorganisator
                  Unternehmercoach
                  Fachberater für die Fleischwirtschaft

                  www.fleischer-beratung.de

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                    #10
                    Die Situation hat sich ja nun grundlegend geändert!
                    Wie sieht es jetzt bei denjenigen hier im Fleischforum aus, die in der Branche arbeiten?


                    LG, Lynn

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                      #11
                      Ja, es sind so ziemlich überall Bananen. Hier werden sie sich weigern, Ihnen einen Dienst zu leisten, wenn Sie ohne Maske ausgehen. Ich halte es nicht für einen Ärger. Wenn es hilft, die Ausbreitung des Virus zu verhindern, tue ich meine Bürgerpflicht und schütze mich und meine Umgebung. Ich weiß, dass diese Pandemie in der Bevölkerung unterschiedliche Meinungen hatte, aber man kann die Zahl der Todesfälle und die Menschen, die unter dem Virus leiden, nicht leugnen. Ich habe sogar auf einer wichtigen Website gelesen, dass ein Impfstoff noch weit davon entfernt ist, für Tests am Menschen zugelassen zu werden. Menschen müssen immer und should report scams das bezieht sich auf das Virus, weil es für Menschen in diesen Zeiten sehr verabscheuungswürdig ist, dies zu tun. Es ist also am besten, alles zu tun, um anderen und dem Land im Allgemeinen zu helfen. Eine Maske ist keine so große Sache.

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